Coburg
Finanzsenat

Es gibt keinen neuen Flugplatz: Das kostet 200 000 Euro

Fünf Jahre lang lief das Planfeststellungsverfahren für einen neuen Flugplatz bei Neida/Wiesenfeld. Nun wurde es eingestellt, weil die sogenannte Kombi-Lösung kommt: Am Flugplatz Brandensteinsebene wi...
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Fünf Jahre lang lief das Planfeststellungsverfahren für einen neuen Flugplatz bei Neida/Wiesenfeld. Nun wurde es eingestellt, weil die sogenannte Kombi-Lösung kommt: Am Flugplatz Brandensteinsebene wird die Anflugbefeuerung ausgebaut, und der Sonderlandeplatz in Bamberg mit seiner längeren Landebahn kann im Instrumentenflugverfahren angeflogen werden. Beides war bislang nicht gegeben, und weil die Anflugbefeuerung in Coburg nicht den Richtlinien entsprach, drohte hier das Aus für den Instrumentenflug.

Dank der Kombilösung brauchen die heimischen Unternehmen keinen neuen Verkehrslandeplatz mehr. Sie hatten ihn gefordert und wären sogar bereit gewesen, den Bau mitzufinanzieren. Gegen das Projekt bei Neida gab es allerdings großen Widerstand in der Bevölkerung. Zudem bestanden erhebliche Zweifel, dass an diesem Standort ein Flugplatz genehmigungsfähig ist. Das Planfeststellungsverfahren zog sich schon geraume Zeit hin, als im Sommer 2017 der Vorschlag der Kombilösung Bamberg-Coburg kam.

Nun ist das Planfeststellungsverfahren eingestellt. Die Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg (PGVC) hatte 2014 beantragt, das Verfahren einzuleiten; im September hatte sie den Antrag zurückgenommen. Die Kosten für das Verfahren muss sie gleichwohl tragen. Nun hat das Luftamt Nordbayern der PGVC den entsprechenden Bescheid geschickt. 200 000 Euro sind zu zahlen, wovon die Stadt exakt 77 334 Euro übernehmen muss, in etwa 38 Prozent.

Die Aufteilung entspricht einer Vereinbarung der Gesellschafter aus dem Sommer 2015: Damals war festgelegt worden, dass die Stadt 5,8 Millionen Euro für den Bau eines neuen Flugplatzes gibt und die Wirtschaftsunternehmen in der PGVC zusammen 9,2 Millionen Euro. 15 Millionen Euro sollten zudem vom Freistaat kommen.

Den Rest der Gebühr fürs eingestellte Planfeststellungsverfahren werden demnach die beteiligten Unternehmen bezahlen. Gesellschafter der PGVC sind die Unternehmen Brose Fahrzeugteile, Kapp Werkzeugmaschinen, Schumacher Packaging und Wöhner Elektrotechnische Systeme. Beteiligt sind außerdem der Aeroclub Coburg und die IHK zu Coburg. Die Stadt Coburg hält - aus kommunalrechtlichen Gründen - 74 Prozent der Gesellschafteranteile (Quelle: Homepage der PGVC). Im nächsten Jahr soll die GmbH aufgelöst und abgewickelt werden. Ob die Stadt von ihren bislang eingebrachten gut zwei Millionen Euro etwas zurückbekommt, sei nicht absehbar, sagte Martin Lieb (Kämmerei) am Dienstag im Finanzsenat des Stadtrats. Dort wurden die 77 334 Euro für das Planfeststellungsverfahren bewilligt.

In Sachen Flugplatz kommen auf die Stadt nun neue Kosten wegen der Ertüchtigung der Brandensteinsebene zu. Für 2020 sind im mittelfristigen Investitionsplan rund eine Million Euro für Investitionen vorgesehen und weitere vier Millionen als Verpflichtungsermächtigung für die Folgejahre.

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