Lonnerstadt

"Es gibt keinen anderen Weg"

Der Lonnerstadter Unternehmer Lothar Seifert setzt ganz auf erneuerbare Energien. Die Firma expandiert.
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Lothar Seifert in seinem noch kleinen Demonstrationsraum. Im geplanten Neubau soll alles viel größer werden.
Lothar Seifert in seinem noch kleinen Demonstrationsraum. Im geplanten Neubau soll alles viel größer werden.
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Andreas Dorsch Wer in der Vergangenheit nachts den Rad- und Fußweg durch die Höchstadter Aischwiesen genutzt hat, den umschlich bei Dunkelheit schon mal ein mulmiges Gefühl. Diese Furcht vertreiben seit jüngster Zeit moderne LED-Leuchten, die mit Solarstrom betrieben werden.

Die 12 Leuchten in den Aischwiesen, zwei an der Realschule und 20 weitere auf dem Weg vom Ortsrand Lonnerstadt bis zum Sportgelände des TSV hat die Lonnerstadter Firma "CET Technology" (Clean Energy Transform) installiert. "Für uns ist das ein Pilotprojekt", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Lothar Seifert.

Die Lonnerstadter Experten für erneuerbare Energien wollen jetzt nur noch den nächsten Winter abwarten, um zu sehen, ob die Leuchten auch in den Nächten nach dunklen Wintertagen genügend Licht liefern. Tun sie das, will Seifert für diese Art der Straßen- und Gehwegbeleuchtung bei Kommunen richtig Werbung machen.

Seifert kann aber schon auf eine gewisse Erfahrung zurückblicken, hat er doch vor seinem Schritt in die Selbstständigkeit 2011 bei der Gremsdorfer Firma Imo die erste Generation dieser Leuchten entwickelt, die seit 2010 den Fuß- und Radweg zwischen Gremsdorf und der Autobahn erhellen.

Und die funktionieren seit neun Jahren, wie Gremsdorfs Bauhofleiter Jürgen Wellein auf Anfrage des FT bestätigt. "Höchstens im Winter, wenn es mal extrem dunkel ist, springen eine oder zwei Lampen nicht an", sagt Wellein.

Batterien im Kopf

Inzwischen hat Seifert in der eigenen Firma die Solarleuchten weiter entwickelt und so konzipiert, dass sie auch in der dunklen Jahreszeit brennen. Bei dem System arbeitet die Lonnerstadter Firma mit einem asiatischen Hersteller zusammen und verwendet Lithium-Batterien, die im Kopf untergebracht sind. In den Aischwiesen kann ihnen da auch Hochwasser nichts anhaben.

Zum Patent angemeldet haben die Lonnerstadter ihre Lampen nicht. Die würden trotzdem kopiert, ist Seifert sicher. So versucht er, mit seinem Produkt immer einen Entwicklungsvorsprung vor der Konkurrenz zu haben, wobei der Markt der Mitbewerber überschaubar ist.

Alle diese Solarleuchten sind auch mit Bewegungsmeldern bestückt. Die Lampen im Aischgrund brennen eine bestimmte Zeit und schalten dann in einen Sparmodus.

Das Angebot der Lonnerstadter Energieexperten geht aber weit über die Straßenbeleuchtung hinaus. Sie haben Lösungen für die Versorgung ganzer Häuser - und das nur mit regenerativer Energie. Dabei setzt Seifert auf die Photovoltaik. Mit dem selbst erzeugten Strom können beispielsweise Infrarotheizungen betrieben werden und mit modernen Batteriespeichern kann man 75 Prozent der benötigten Energie im Haus selbst erzeugen.

Für Seifert gibt es keinen anderen Weg. Die Diskussion über eine CO2-Steuer spielt ihm dabei noch in die Karten . Im Unternehmen stehen die Zeichen auf Expansion. "Wir wollen wachsen und denken über zusätzliche Standorte nach", sagt der 53-Jährige. Jetzt wird erst einmal in Lonnerstadt auf 3000 Quadratmetern ein neues Firmengelände gebaut. Aus den 15 Mitarbeitern - davon vier Azubis - sollen 20 werden. Seifert denkt an die Zukunft und liebäugelt dabei auch mit Wasserstoff.

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