Sand am Main

Es geht weiterhin rund in Sand

Der Gemeinderat verabschiedete den Haushalt 2018. Die Steuerkraft ist gewachsen. Die Kommune am Main investiert und senkt die Schulden.
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Foto: Christian Licha
Foto: Christian Licha
Der Sander Gemeinderat hat den Haushalt für das laufende Jahr in der Sitzung am Dienstagabend bei einer Gegenstimme gebilligt. Die Gemeinde Sand investiert heuer 3,5 Millionen Euro ohne zusätzliche Aufnahme von Darlehen. "Dies ist das Ergebnis einer vorausschauenden Finanzpolitik", stellte Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) fest. Er betonte gleichzeitig, dass trotz der vergangenen und künftigen Projekte die Gemeinde den Schuldenstand weiter gesenkt und Rücklagen gebildet habe. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Gleichzeitig nehme Sand bei der Umlagekraft einen hervorragenden Platz drei ein (Vorjahr Platz 18) unter den 26 Städten und Gemeinden im Landkreis Haßberge.
Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 5 426 378 Euro, der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 4 458 826 Euro. Das ergibt einen Gesamthaushalt von 9 885 204 Euro.


Weniger Verbindlichkeiten

Der Schuldenstand verringert sich von 1 162 500 Euro Ende 2017 auf 1 075 000 Euro am Ende 2018. Dadurch verändert sich der Schuldenstand pro Einwohner von 370 Euro um 29 Euro auf 341 Euro. Der Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden in Bayern beträgt derzeit 603 Euro.
Wo investiert Sand? Der Vermögenshaushalt 2018 ist geprägt von dem Projekt "Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus" mit insgesamt 1 454 500 Euro. Die Fertigstellung des Baugebietes "Untere Länge" mit einem Investitionsvolumen von 340 000 Euro zählt zu einem weiteren Schwerpunkt. Als weitere Großprojekte sind die Baukosten für den bereits fertigen Kreisel "Knetzgauer Straße" mit 450 000 Euro und der abgeschlossene Rathausumbau mit 220 000 Euro zu nennen.
Weitere größere Haushaltsposten sind die Anschaffungen von Schutzanzügen für die Feuerwehr (50 000 Euro), der Erwerb eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr (63 000 Euro), die Anschaffung von neuer Bestuhlung in der Turnhalle (36 000 Euro), Wegeausbau in der "Wörther Flur" (25 000 Euro), Anteil der Gemeinde Sand für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage bei der Gemeinschaftskläranlage Zeil-Sand (22 000 Euro) sowie der Erwerb von landwirtschaftlichen und sonstigen Grundstücken mit insgesamt 350 000 Euro.
In der Diskussion bemängelte Gemeinderat Robert Wagner (CSU) die verspätete Vorlage des Haushaltsentwurfes, der normal bis zum Ende des Vorjahres fertig zu sein habe. Auch seien unter anderem die Kosten für die Neuanschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr zu hoch und auch der Bau der Kinderkrippe ginge günstiger, lautete die Meinung des Gemeinderates. Insgesamt sieht er den Haushaltsentwurf nicht im Sinne einer sparsamen Politik.
Diesen Äußerungen widersprach Bürgermeister Ruß energisch. Alle Vorhaben wurden, wie er betonte, vom Gemeinderat beschlossen. Ruß räumte ein, dass aufgrund einer längeren Erkrankung des Kämmerers sowie der Urlaubszeit der Haushaltsentwurf erst jetzt fertig wurde. Dennoch sei in dem Zahlenwerk nichts, was komplett neu aus dem Boden gestampft wurde und völlig neu aufgerollt wird. Vielmehr sei der Haushalt 2018 das Ergebnis kontinuierlichen Planens und Handelns.


Zustimmung zum Etat

Für die SPD nahm Dritter Bürgermeister Paul Hümmer Stellung. Er stimmte dem geplanten Haushalt zu. In den Beratungen seien die Vorschläge und Anregungen der Fraktion berücksichtigt worden. Es sei erfreulich, dass erhebliche Investitionsvorhaben ohne Neuverschuldung gemeistert werden können. Jedoch blickt Hümmer sorgenvoll auf die Entwicklung der Kreisumlage. Sie sei inzwischen die größte Ausgabeposition der Gemeinde. Im letzten Jahrzehnt sei hier eine deutliche Steigerung eingetreten, sagte er. Auch die Freien Sander Bürger stimmten den vorgelegten Zahlen zu. Insgesamt sei der Haushalt ausgeglichen und machbar, erklärte Johannes Krines. Allerdings erachtet er die auf 750 000 Euro angesetzten Gewerbesteuereinnahmen als sehr optimistisch. Positiv sieht der Gemeinderat, dass der Appell der Feuerwehr in der vergangenen Gemeinderatssitzung positiv aufgenommen wurde und bereits die Anschaffung eines Kommandofahrzeuges umgesetzt wird. Zu beachten sei aber auch, dass die Großfahrzeuge an ihre Grenzen kommen und in den folgenden Haushalten Geld für deren Neuanschaffung eingestellt werden müsse, erklärte Krines.


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