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Kulmbach
leserbriefe

Es geht um das Erinnern

Zum Artikel "Seit 50 Jahren trägt er die Fahne" (Bayerische Rundschau vom 18. November) wird uns geschrieben: Herzlichen Dank für den interessanten Artikel über die Feiern zum Volkstrauertag 2019 in u...
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Zum Artikel "Seit 50 Jahren trägt er die Fahne" (Bayerische Rundschau vom 18. November) wird uns geschrieben: Herzlichen Dank für den interessanten Artikel über die Feiern zum Volkstrauertag 2019 in und um Kulmbach. Noch ist es eine Ehre für jeden Stadtteil, wenn dort eine Feier zum Volkstrauertag stattfindet.

Auch bei der würdevollen Feier am Kriegerdenkmal neben der Nikolaikirche hat Oberbürgermeister Henry Schramm eine sehr gute Rede gehalten. Nur hier wie dort waren weniger Teilnehmer zu verzeichnen als in den Jahren davor.

Scheinbar hängt die Veranstaltung wirklich nur an Traditionalisten wie das Zitat es auch beschreibt: "Wenn ich das nicht mehr mache, macht es wahrscheinlich keiner mehr. Dann stirbt irgendwann das Andenken aus."

Dabei geht es um etwas sehr Wichtiges, das für die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft sogar überlebenswichtig ist: Sich zu erinnern und nicht die selben Fehler noch einmal zu machen.

Die Reporterin formuliert es treffend: "Am Volkstrauertag wird alljährlich an die Kriegstoten und an die Opfer von Gewalt und Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert." Da steht die Erinnerung an die Gräueltaten der beiden Weltkriege im Vordergrund. Und diese Opfer gibt es bis heute. Fast täglich hören wir davon.

Die Lichterkette von der ULF bis zur Petrikirche ist ein gelungener Versuch, dieses Erinnern an die moderne Zeit anzupassen. Am Sonntag früh um 8.30 Uhr sich bei feuchttrübem Novemberwetter am Ehrenmal zu treffen, passt scheinbar nicht mehr in unsere Zeit. Da ist es abends um 17 Uhr offenbar bequemer. Andererseits: Wenn mir etwas wichtig ist, dann stehe ich auch am Sonntag bei Regenwetter um 6 Uhr auf, um dabei zu sein.

Im Gesangverein Höferänger, der noch lebt und drei Einsätze am Volkstrauertag hatte, haben wir das Thema vorab diskutiert. Es soll um das Erinnern gehen und da sollten möglichst viele mit dabei sein, aber wie? Ein Sangesbruder hatte die gute Idee, persönliche Einladungszettel zu drucken und in alle Haushaltungen von Höferänger zu verteilen. Das Ergebnis: Es waren sichtlich mehr Teilnehmer als sonst bei der Gedenkfeier. Vor allem junge Familien mit Kindern waren dabei.

Ermutigt durch diese Erfahrung, soll die Aktion im nächsten Jahr wiederholt werden. Jedes Kind soll dann auch noch einen Luftballon bekommen, der bei der Feier als Zeichen des Friedens in den Himmel steigen soll. Ich hoffe, die BR kann dann darüber berichten.

Eine sehr gute Idee, denn bei den Kindern beginnt die Erziehung zum Frieden. Auch die Kleinen sollen mitmachen und erfahren, warum wir uns jedes Jahr am Ehrenmal treffen, bis sie es verstehen und selbst einmal ihre Kinder mitbringen.

Es geht dabei nicht um Tradition, weil es schon immer so war, sondern um das Erinnern und das Nie-Vergessen.

Daraus wächst ein Segen für unser Volk und Vaterland. Da können wir nie kreativ genug sein.

Albrecht Bischoff

Kulmbach

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