Weisendorf

Es gärt im Weisendorfer Gemeinderat

Im Weisendorfer Gemeinderat scheint die Stimmung derzeit nicht ganz so gut zu sein. Ob das mit den bevorstehenden Kommunalwahlen zu tun hat oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist, dass es in der letz...
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Im Weisendorfer Gemeinderat scheint die Stimmung derzeit nicht ganz so gut zu sein. Ob das mit den bevorstehenden Kommunalwahlen zu tun hat oder nicht, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass es in der letzten Finanzausschusssitzung offenbar zu einer verbalen Entgleisung der Grünen-Gemeinderätin Christiane Kolbet gekommen war. In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprach Karoline Schmidt (BWG-FW) diesen Vorfall in ihrer Funktion als Fraktionssprecherin nochmals an. "Ich war selbst nicht dabei, aber mit Walter Ferbar ist ein Mitglied meiner Fraktion beschimpft worden." Das habe sie klarstellen wollen. Christiane Kolbet hat sich jedoch nicht zu dem Vorfall äußern wollen.

Was ist passiert? Auf Nachfrage erklärte Walter Ferbar Folgendes: Während der Bürgerfragestunde in der Finanz- und Kulturausschusssitzung am Donnerstag, 9. Januar, habe er eine Behauptung eines Bürgers korrigiert. Der Bürger - der auch auf der Gemeinderatskandidatenliste der Weisendorfer Grünen steht - hatte unter anderem behauptet, dass alle Schulbusse vor der Grund- und Mittelschule auf der rechten Fahrbahnseite in Fahrtrichtung Reuth halten und die Schulkinder dort ein- und aussteigen lassen würden. Die Kinder müssten dann mit schmutzigen Schuhen in die Schule gehen.

Tatsächlich befindet sich an besagter Stelle eine unbefestigte Linienbushaltestelle. Dort steigen laut Ferbar auch Kinder und Erwachsene ein und aus - aber nur Personen, die weiter nach Höchstadt oder Herzogenaurach fahren. "Meine Antwort war daher: Alle Schulbusse der Grund- und Mittelschule fahren eine Schleife und halten auf der anderen Seite der Fahrbahn, damit die Kinder direkt in die Schule gehen können und nicht die Straße überqueren müssen." Er habe - zugegeben in einer ohnehin hitzigen Sitzung - die Aussage des Bürgers nur richtig gestellt. "Nicht mehr, nicht weniger."

Als Zwischenruf sei daraufhin von Christiane Kolbet der Ausdruck "Kinderhasser" gegen Ferbar gefallen. Er habe noch nachgefragt, ob er das richtig verstanden habe. "Darauf hat sie aber nicht reagiert."

Keine Entschuldigung

In der jüngsten Sitzung hat nun Sitzungsleiter und 2. Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) Christiane Kolbet auf das Thema angesprochen. Die Gemeinderätin hat darauf offenbar nur mit einem Kopfschütteln geantwortet. Eine Entschuldigung erfolgte nicht.

"Das ist eine Frechheit", sagte Karoline Schmidt gegenüber unserer Zeitung. Sie vermutet, dass Kolbets Ausbruch damit zu tun hat, dass ihr der Widerspruch gegen ihren Parteikollegen nicht gefallen habe. Außerdem hätten die Gemeinderäte einen Antrag mehrheitlich abgelehnt, in dem die Grünen einen Arbeitskreis Schulwegsicherheit forderten. "Die Gemeinde tut aber genug und achtet auch ohne Arbeitskreis auf Schulwegsicherheit", findet Schmidt.

Verbale "Verrohung"

Ferbar selbst fühlt sich diffamiert, wirft Kolbet "Verrohung der Sprache" vor und sieht die Beschimpfung als "sprachliche Diskriminierung meiner Person als ehemaliger Lehrer und meines ehrenamtlichen Engagements, dass ich seit Jahrzehnten in der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit ausübe".

Kolbet bestreitet gegenüber dem FT ihre Aussage nicht. Es habe einen "Wortwechsel" gegeben, als Ferbar dem Bürger "heftig" widersprochen habe. "Er hat behauptet, es stimmt alles nicht, und dem Bürger unterstellt, er würde lügen." Dabei sei die Aussage, dass Schüler an besagter Bushaltestelle aussteigen, selbstverständlich richtig. Auch ihre eigenen Kinder würden dort ein- und aussteigen. "Ich bin der Meinung, dass jemand, der selber rüde austeilt, damit leben muss, dass er Kontra bekommt."

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