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Kulmbach

Erstling ein "Abfallprodukt"

Die Grünen-Politikerin Sabine Weigand hat elf historische Romane geschrieben. In Kulmbach liest sie aus ihrem Buch "Die Markgräfin" , das auf der Plassenburg spielt.
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Sabine Weigand las auf Einladung der Kulmbacher Grünen aus ihrem Buch "Die Markgräfin". Foto: Sonny Adam
Sabine Weigand las auf Einladung der Kulmbacher Grünen aus ihrem Buch "Die Markgräfin". Foto: Sonny Adam

Geschichte kann so spannend sein - zumindest dann, wenn Sabine Weigand sie lebendig werden lässt. Weigand sitzt seit 2018 für die Grünen im Bayerischen Landtag. "Mein Erstlingswerk ,Die Markgräfin‘ ist eigentlich ein Abfallprodukt einer Doktorarbeit. Ich lese eigentlich nicht mehr aus dem Werk, nur in Kulmbach, weil sich das Buch mit Markgräfin Barbara von Brandenburg-Ansbach befasst und auf der Plassenburg spielt", sagte sie bei ihrem Auftritt in der Kulmbacher Kommunbräu.

Aus Langeweile

Als sie sich fürs Studium mit dem fürstlichen Hof beschäftigte, fiel Weigand zufällig ein Päckchen historischer Unterlagen - "die Sach der Markgräfin Barbara betreffend" - in die Hände. "Ich wusste, dass ich das Material nicht für die Doktorarbeit nutzen werde, sondern dass das Stoff für einen Roman bot." Als sie dann nach der Geburt ihres Kindes zu Hause war, habe sie zu schreiben begonnen. Aus Langeweile, um sich zu beschäftigen.

"Ich breitete auf dem Küchentisch alles aus - und wir aßen dann drei Jahre nicht mehr in der Küche. Irgendwann war das Buch fertig, ich schickte es an einige Verlage. Und schon sechs Wochen später sagte der Fischer-Verlag ja und wollte es verlegen", erzählte Weigand. Das Reizvolle an der Markgräfin der Plassenburg ist, dass es sich um eine Frau handelte, die sich nicht an die Konventionen hielt. "Mit zwölf Jahren wurde die Markgräfin verheiratet: an den Herzog Groß-Glogau und Crossen. Aber der Mann ist gestorben, noch ehe sie geschlechtsreif war. " Aus der Ferne habe sie dann Vladislav von Böhmen geheiratet, der gerade Krieg geführt habe. "Doch dadurch eröffneten sich für ihn noch ganz andere Heiratsmöglichkeiten, aus diesem Grund wollte er die Ehe schnell wieder lösen." 16 Jahre hätten die Verhandlungen gedauert, erzählte Sabine Weigand. In ihren Romanen konzentriert sie sich auf die historischen Fakten. Doch in den Bereichen, in denen Erkenntnisse fehlen, schmückt sie sie, die Figuren werden zu Helden.

Starke Frauen im Blick

Sabine Weigand hat inzwischen schon elf solcher Geschichten verfasst. Ihr neuestes Werk trägt den Titel "Die englische Fürstin" und konzentriert sich wieder auf eine Kämpferin, auf eine starke Frau.

Auch zur Kulmbacher Politik wagte Weigand einen Kommentar. Derzeit werde ja - wieder einmal - über die Erschließung der Plassenburg und eine möglichen Zufahrt mit dem Auto über den Buchwald diskutiert. "Das ist nicht gerade grüne Politik. Wenn es gelingt, die Menschen bei Großveranstaltungen auf die Burg zu transportieren, muss man vielleicht überlegen, wie man auch sonst die Zufahrt und den Pendelverkehr regelt", so Weigand.

Auch die Kulmbacher OB-Kandidatin Dagmar Keis-Lechner war bei der Lesung zugegen. "Ich kann mir eine Erschließung der Burg über den Buchwald nicht vorstellen. Es ist wichtig, den Busverkehr zu stärken", so Keis-Lechner.

Bei der Lesung hielt Keis-Lechner ein Plädoyer auf die inhabergeführten Geschäfte in Kulmbachs Innenstadt und auf den Kauf von Büchern vor Ort.

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