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Pretzfeld

Erstkommunion wird nachgeholt

Seelsorger setzen Zeichen gegen die Corona-Epidemie. Brennende Kerzen sollen die Verbundenheit untereinander symbolisieren.
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Pfarrer haben dazu aufgerufen, täglich um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein "Vater unser" zu beten.  Foto: J. Hofbauer
Pfarrer haben dazu aufgerufen, täglich um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein "Vater unser" zu beten. Foto: J. Hofbauer
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Für Pfarrer bedeute die Corona-Krise nicht, dass sie nun nichts mehr zu tun hätten. "Es ist eher turbulenter geworden als bisher", sagt Florian Stark, leitender Pfarrer im Seelsorgebereich "Fränkische Schweiz". Der Pretzfelder Priester fügt hinzu: "Es ist ja gerade Fastenzeit, in der man auf etwas verzichtet. Aber mit solchem Verzicht hat keiner gerechnet."

Jüngst traf sich das Team der Seelsorgeeinheit, um über die Auswirkungen der Corona-Krise zu sprechen. "Den meisten Kontakt haben wir ja mit Kranken und Schwachen. Um nichts zu übertragen, müssen wir schweren Herzens auf Krankenbesuche und die Kommunion daheim verzichten", sagt Stark. Er berichtet, dass er in seiner Gemeinde 60 Personen habe, die so von ihm betreut würden und gerade jetzt den Zuspruch bräuchten. So empfiehlt er alten und kranken Menschen, Gottesdienste über das Internet mitzufeiern.

"Beerdigungen gehen weiter", erklärt der Pfarrer. Allerdings nur auf dem Friedhof,die Requien würden später nachgeholt. Am Friedhof dürfen sich auch nur die engsten Familienmitglieder aufhalten. "Das ist eine ungewohnte Situation", räumt Florian Stark ein. Außerdem stehen für katholische Christen hohe Feiertage an. Auch da werde es

Einschränkungen geben. Von Palmsonntag bis zum Weißen Sonntag werde es keine öffentlichen Gottesdienste geben. "Wir werden unser Osterfest nachholen, wenn wir wieder feiern dürfen. Das ist dann auch passend, denn es geht ja um die Auferstehung und das neue Leben", so der Pfarrer.

Außerdem weist er darauf hin, dass die Kirchen für das Gebet offen stehen. Er plant am Palmsonntag, einen Korb mit gesegneten Zweigen in die Kirche zu stellen, damit sich die Menschen Palmzweige nach Hause holen können. Am Karfreitag soll ein Kreuz für die persönliche Anbetung aufgestellt werden und an Ostern brennt das Osterlicht.

"Schweren Herzens haben wir auch die Erstkommunionen abgesagt", berichtet Stark. Allerdings werden Gottesdienste mit der Aussetzung des Allerheiligsten unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert. "Das ist für mich auch ungewohnt, wenn die Kirche leer ist. Aber ich stelle mir die Menschen vor", erzählt der Priester. Durch die Entbindung von der Sonntagspflicht seien viele Katholiken erleichtert. Gerade Ältere hielten es für eine Sünde, wenn sie am Sonntag den Gottesdienst nicht besuchen.

Für Florian Stark ist die augenblickliche Lage ein "surrealer Zustand". "Jetzt ist Demut gefragt. Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen." Deshalb will die Kirchengemeinde auch denen helfen, die nicht mehr aus dem Haus können, für die Mitglieder Besorgungen erledigen.

Außerdem findet Stark die "Aktion brennende Kerze" sehr gut: Als Hoffnung und als Zeichen von Solidarität stellen Christen jeden Abend um 19 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster und beten das Vater unser. "Gerade in Krisenzeiten verbinden kleine Zeichen die Menschen und geben ihnen Mut" unterstreicht Florian Stark.

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