Coburg

Erster Sieg für Neuling TS Coburg

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist nach dem Erfolg gegen Ebern zurück. TV Weidhausen und HSG Rödental/Neustadt gewannen die Derbys.
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Ahorns Andre Röttger hatte gegen die aufmerksame Weidhäuser Deckung einen schweren Stand. Fotos: Iris Bilek
Ahorns Andre Röttger hatte gegen die aufmerksame Weidhäuser Deckung einen schweren Stand. Fotos: Iris Bilek
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Das kampfbetonte, teilweise hektische Derby in der Handball-Bezirksoberliga der Männer zwischen Gastgeber HG Hut/Ahorn und dem TV Weidhausen (23:27) nahm einen wesentlich spannenderen Verlauf als eigentlich nach dem Tabellenstand der beiden Kontrahenten zu erwarten war.

Das zweite Lokalderby am Wochenende zwischen der HSG Rödental/Neustadt und der SG Bad Rodach/Großwalbur (38:23) verlief temporeich und fair und hatte am Ende einen klaren Sieger. Verzichten musste der Sieger dabei auf Florian Bernecker und Florian Kirchner, die von Thorsten Zimmermann und Routinier Stefan Fladt vertreten wurden. Die HSG zeigte einmal mehr eine geschlossene Mannschaftsleistung und konnte somit ihre Tabellenführung verteidigen.

"Hier regiert die HGK!" Lange hatte man diesen Ruf in der Obermainhalle nicht mehr mit einer derartigen Inbrunst gehört wie am vergangenen Sonntagabend. Doch nach dem Spitzenspiel gegen den HSV Hochfranken hatten Spieler und Anhänger der HG Kunstadt allen Grund zur Freude. Das Team von Trainer Toni Lakiza begeisterte die heimischen Zuschauer über 60 Minuten mit einer mitreißenden Leistung und mit einem nicht für möglich gehaltenen 31:23 (15:9)-Heimerfolg gegen den Titelaspiranten.

Die TS Coburg kann doch noch gewinnen. Mit dem 29:24 (14:11)-Heimsieg gegen das Schlusslicht TV Ebern gelang dem Team von Elvedin Mustafic endlich der erhoffte Befreiungsschlag und die ersten Punkte auf der Habenseite wurden verbucht.

Bezirksoberliga Männer

HG Hut/Ahorn - TV Weidhausen 23:27 (10:14)

Bis zur 10. Minute (6:6) verlief die Partie völlig ausgeglichen, ehe die Weidhäuser dann doch ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden schienen. Da zeigten sie schon, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Über 9:7 und 11:8 verschafften sich die Gäste bis zum Seitenwechsel einen verdienten 14:10-Vorsprung. Und als ihnen unmittelbar nach der Pause gar das 15:10 gelang, waren der Handballgemeinschaft vermeintlich die Felle bereits davon geschwommen.

Aber vor allem der sich selbst übertreffende Marius Lesch im HG-Tor hielt hinter einer aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr sein Team im Spiel. Auch in der Offensive wurde nun auf allen Positionen wirksamer agiert. Daniel Schüll verwandelte weiterhin die Strafwürfe sicher und Nachwuchsspieler Jakob Kruscha stellte nicht nur in dieser Phase unter Beweis, dass er zu einer echten Verstärkung geworden ist. Hut/Ahorn drehte das Ergebnis und führte Mitte der zweiten Hälfte mit 18:16 und 19:17. Technische Fehler, vergebene Torchancen und wohl insgesamt nachlassende Kräfte ließen den TVW erneut aufkommen (19:19, 21:21). In der Schlussphase setzten dann auch wieder die gefährlichen Schützen um Johannes Bauer und die Büttner-Brüder die entscheidenden Akzente. wau HG Hut/Ahorn: Lesch - Birkner, Friedrich, Harbecke (1), Kruscha (5), Mundt, Ponsel (1), Räder (1), Rausch, Röttger, Schüll (9/7), Schulze (5), Straub (1), Weikard. / TV Weidhausen: Swoboda, Zapf - Bauer (5), Christian Büttner (3), Florian Büttner (4), Sebastian Büttner (5/3), Freitag (1), Gebhard, Lippert (3), Querfeld (2), Reichel (2), Schrepfer (1), Walter. / SR: Armin Jäger / Cem Uzun. HSG Rödental/Neustadt - SG Bad Rodach/G. 38:23 (18:9)

Das erste Tor der Partie markierten zunächst die Gäste, die an diesem Tag vor allem durch gelungene Würfe aus dem Rückraum ihre Tore erzielten. Bereits neun Sekunden später traf Basti Göpfert ebenfalls aus dem Rückraum zum Ausgleich und startete damit einen 13:2-Lauf bis zur 20 Minute für seine Farben. In dieser Phase zeigten sich die HSG-Jungs vor allem in der Vorwärtsbewegung über die erste und zweite Welle spielfreudig.

Danach ließen die Hausherren in einigen Aktionen etwas die Konsequenz vermissen und die Thermalbadstädter nutzen diese Phase, um bis zur Halbzeitpause auf 18:9 zu verkürzen.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich dann zunächst wieder ausgeglichener, die Gäste steckten zu keiner Zeit auf und waren weiter bemüht den Rückstand zu verkürzen.

An diesem Tag hatten die HSGler jedoch immer eine Antwort parat und konnten so ihren Vorsprung über den zweiten Spielabschnitt hinweg sukzessive ausbauen. Die zahlreich erschienenen Zuschauer erlebten somit auch in den zweiten 30 Minuten ein sehenswertes Handballspiel mit vielen Toren.

"Die Jungs haben da weitergemacht, wo wir letzte Woche aufgehört haben. Aus einer soliden Abwehr heraus haben wir die letzten Wochen unser Spiel nach vorne deutlich verbessert. Ich denke, dass der Sieg nach der soliden Leistung heute auch in der Höhe verdient gewesen ist," resümierte der angeschlagene Florian Kirchner, der diesmal nur zuschauen konnte. metz HSG Rödental/Neustadt: Fleischmann, de Rooij - Anthofer (5), Metz (3), Weitz (7), Fladt (2), Schlücke (1), Jäckel (2), Zimmermann (1), Schramm (2), Göpfert (4), Carl (5), Oehrl (6). / SG Bad Rodach/Großwalbur: Martin (6), Riedelbauch (1), Rottenbach (6/3), Schäftlein (1), Tendera (3), Ellis (2), Knauer (2), Kräußlich, Fischer (2), Weschenfelder. HG Kunstadt - HSV Hochfranken 31:24 (15:9)

In all den Jahren der spannenden Duelle mit der HGK wurde der HSV noch nie derart vorgeführt wie am Sonntag - und dies von einer vom Verletzungspech verfolgten Heimmannschaft. Doch wie in den Wochen zuvor machte die HGK aus der Not eine Tugend, spielte fast über die kompletten 60 Minuten ohne einen personellen Wechsel durch und ließ mit der eigenen mannschaftlichen Geschlossenheit einen am Ende völlig entnervten Gegner zurück.

Im Angriff trat die HG sehr schnell und variabel auf. Nicklas Oester setzte geschickt David Jung am Kreis in Szene, und Tarek Legat bewies einmal mehr seine derzeit herausragende Form, indem er immer wieder in die Schnittstellen der Gästeabwehr stieß. Zudem bewies Hajck Karapetjan eine 100-prozentige Trefferquote vom Siebenmeterpunkt 8:7 (15.). Ein 7:2-Lauf brachte die 15:9-Halbzeitführung.

"Werden die Kräfte der dezimierten HGK reichen?", so lautete die Frage aus der Sicht der heimischen Zuschauer. Es dauerte keine fünf Minuten, und die Schützlinge von Trainer Lakiza hatte eine eindeutige Antwort parat.

Über Michael Deuber und Daniel Maile zog die HG innerhalb von neun Minuten vorentscheidend auf 22:12 davon und profitierte davon, dass HSV-Coach Jan Becker neben der Manndeckung gegen Hajck Karapetjan im zweiten Spielabschnitt die selbe Maßnahme gegen Nicklas Oester anordnete - mit fatalen Folgen für seine Mannschaft. Denn die restlichen Kunstadter nutzten die sich daraus ergebenden Freiräume und spielten den behäbig wirkenden Gegner geradezu schwindlig. mts HG Kunstadt: Kießling / Karapetjan Howhannes - Karapetjan Hajck 11/9, Maile 5, Legat 5, Deuber 4, Jung 4, Oester 2, Wünschig. / HSV Hochfranken: Riedel / Michanek - Krauß 8, Bartos 7,Reitmeier 3, Meinel 3/3, Dirr 2, Pich 1, Stöckert, Vogel, Scherdel, Dorschner,Schaller, Herkt.  / SR: Kauschke (Erlangen) /Sahrmann (Kulmbach). Turnerschaft Coburg - TV Ebern 29:24 (14:11)

Es war an diesem Tag bereits vor dem Spiel klar, dass nicht die spielerische Klasse, sondern der Wille und der Kampfgeist über den Sieg in der Angerhalle entscheiden würden. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, ließen es sich knapp 90 Leute nicht nehmen, sich das Duell der noch punktlosen Kellerkinder anzusehen, denn die Bedeutung der Partie an sich war für beide Teams groß.

Besser aus den Startlöchern kamen, sehr zum Unmut der meisten Besucher, die Gäste des TV Ebern. Dies lag vor allem daran, dass die Heimsieben viel zu nervös begann und viele unnötige Ballverluste und Fehlwürfe produzierte. Bis zum 12:11 nach 26 Minuten blieb der TVE zwar noch dran, aber zwei weitere Coburger Tore brachten zumindest etwas Ruhe ins Team und sorgten für den 14:11-Pausenstand. Coach Mustafic bewies beim Wechsel des Torhüters Mitte der zweiten Hälfte ein goldenes Händchen. Während Hannes Braunstätter den Gästen mit seinen Paraden mehr und mehr den Zahn zog, brachte auf Seiten der Gäste auch der dritte Torwartwechsel wenig. Dass die Coburger sich jedoch nicht weiter absetzen konnten, lag zum einen dennoch an der teils schludrigen Abwehrarbeit und im Angriff weiter an einigen, teils fragwürdigen, technischen Fehlern und an unpräzisen Abschlüssen. Dennoch verwaltete Coburg das Ergebnis ohne nochmals groß ins Schwimmen zu kommen und konnte sich am Ende mit zwei wichtigen Punkten belohnen. Doch Zeit zum Durchschnaufen bleibt nicht. Am kommenden Sonntag gastiert der Tabellenneunte - der HC 03 Bamberg - in der Angerhalle. Mit einem Sieg könnten die Mohrenstädter wieder zum Mittelfeld aufschließen. höll TS Coburg: Erl, Braunstätter - Pletl (1), Görs, Servatius (4), Balkan (3), Kessel (10), Heeb, Baselt (8/1), Varol (1/1), Horcher (1), Eversmann, Finzel (1/1), Rudisch. / SR: Mirwald / Wisokoljan. / TV Ebern: Ospel, Lutter, Ruppert (1), Nembach (2), Batzner(5/2), Hippeli (1), Görtler (6), Senff, Weiß (7), Kröner, Müller (1), Kammer, Bögendörfer, Aumüller (1), Weis.

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