Lichtenfels

Erste Töne sind die schwersten

An der Heinrich-Faber-Musikschule Lichtenfels wurde gefiedelt, getrommelt und geblasen.
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Marlene Lachner wurde von ihrer Familie unterstützt.  Fotos: Gerda Völk
Marlene Lachner wurde von ihrer Familie unterstützt. Fotos: Gerda Völk
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Die Zwillinge hatten schon etwas Lampenfieber bei ihrem ersten Auftritt vor "großen" Publikum. Bei den freiwilligen Leistungsprüfungen der Heinrich-Faber-Musikschule Lichtenfels präsentierte der musikalische Nachwuchs sein Können.

Antonia und Marie Schopf hatten noch nie vor Publikum gespielt. Dabei spielen die zehnjährigen Mädchen aus Kösten mit der Querflöte bereits das dritte Instrument. In der ehemaligen Synagoge standen die Leistungsprüfungen Junior 1 und Junior 2 auf dem Programm. Bereits am Vormittag fanden die Prüfungen für D2 statt. In der Leistungsklasse Junior 2 mussten die Teilnehmer zwei Stücke spielen.

Antonia und Marie nahmen sich zunächst ein Rondo des im 16. Jahrhundert in Antwerpen lebenden Verlegers und Komponisten Tilmann Susato vor. Anschließend musste jede Einzelne sein Können mit einem zweiten Werk unter Beweis stellen. "Das haben beide sehr gut gemacht", waren sich die Eltern am Ende ihres Vortrags einig. "Wichtig ist, dass sie jeden Tag üben, es muss nicht lange sein", erklärte der Vater.

"Die Kinder wollen an den freiwilligen Leistungsprüfungen teilnehmen, für sie ist es ein echter Ansporn", erklärte der Leiter der Heinrich-Faber-Musikschule, Reinhard Arnold. Zudem sei es eine Lernkontrolle über das im Schuljahr gelernte, ergänzte Klavierlehrerin Stella Havadi-Arnold. Im ersten Jahr hat der musikalische Nachwuchs 20 Minuten Unterricht pro Tag. Am Ende des Schuljahres können sie bei der Leistungsprüfung Junior 1 antreten. In diesem Jahr waren es Ferdinand Nickel, Lena Eisele und Marlene Lachner.

Schwere Theorieprüfung

Nach zwei bis drei Jahren Unterricht kann der Nachwuchs die Stufe Junior 2 ablegen. Das Reglement sieht in diesem Fall zwei unterschiedliche Werke vor. Eine echte Prüfung steht in der nächsten Stufe D1 auf dem Programm, berichten die Musiklehrer. Sie findet im Schnitt nach fünf bis sechs Jahren Musikunterricht statt. "Eine Woche vor D1 steht eine schwere Theorieprüfung auf dem Programm, die muss man bestehen", berichtete Stella Havadi-Arnold. Nach acht bis neun Unterrichtsjahren und fleißigem Üben steht die D2 an. Am Ende dann mit D3 die höchste Stufe, das sogenannte Musikabitur. Dieses findet aber in Bamberg statt. "Das ist so schwer wie die Aufnahme an einer Musikakademie", verglich Arnold. Das Reglement wird vom Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) vorgegeben. Die Internetseite des Verbands www.musikschulen-bayern.de gibt Auskunft über die Regularien, beispielsweise, dass die Schüler unabhängig davon die Prüfungen ablegen können, wie alt sie sind, welches Instrument sie spielen und auf welchem musikalischen Leistungsniveau sie sich gerade befinden. Geprüft werden 35 Instrumentalfächer sowie Gesang.

Silberne Stimmgabel

Neben den Zwillingen stellten sich Maria Paluszek, Juhan Wang, Luise Degenhardt, Sophie Degenhardt und Anton Holzschuh der Prüfung Junior 2 - und bestanden mit Bravour. Simon Förner hatte bereits am Vormittag die D2 abgelegt und erfreute die Besucher mit dem Allegro aus Mozarts "Kleiner Nachtmusik" und dem Allegro von Joseph-Hector Fiocco. Die Prüfung hatte er bereits am Vormittag abgelegt. Dafür überreichte ihn Arnold eine silberne Stimmgabel und allen weiteren Teilnehmern eine Urkunde.

Es war ein kleines, aber feines Konzert, welches außer bei den Eltern der teilnehmenden Kinder kaum auf Interesse der Öffentlichkeit stieß. Auch kein offizieller Vertreter der Stadt war anwesend. Schade eigentlich.

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