Lichtenfels

Erste kleine Aufgaben gemeistert

Wie an der Lichtenfelser Dr.-Roßbach-Grundschule begann gestern für viele Abc-Schützen der Ernst des Lebens.
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Souverän findet Linus, der die Klasse 1 b besucht, das zu seinem Namen gehörige Schild. Foto: Mario Deller
Souverän findet Linus, der die Klasse 1 b besucht, das zu seinem Namen gehörige Schild. Foto: Mario Deller

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und das gilt für den ersten Schultag ganz besonders, wie die aufgeregten Mienen von Alissia, Niklas und Max unschwer erkennen ließen. 62 Jungen und Mädchen, die von nun an in der Dr.-Roßbach-Grundschule Lesen, Schreiben und Rechnen lernen dürfen, hatten gestern ihren großen Tag.

"Heute seid ihr die Hauptpersonen", hieß Rektor Reinhard Gick-Prandell die Schar der Abc-Schützen herzlich willkommen. Angesichts der relativ großen Zahl der Erstklässler fand die Begrüßung diesmal im Pausenhof statt. Klar war dem einen oder anderen Dreikäsehoch die Nervosität bei diesem Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt anzumerken. Mut und Zuversicht verbreitete deshalb eine Gruppe älterer Schüler mit einem Liedvortrag. In der instrumental durch Xylophonklang unterstützten Darbietung unter dem Titel "Hallo Kinder aus der ersten Klasse" hieß es unter anderem: "Wenn wir Fehler machen, dann macht das gar nichts aus. Dass passiert doch jedem mal, wir lernen nur daraus."

Vertreter der Banken wünschten den Schulfrischlingen viel Freude, verbanden dies mit sinnvollen Präsenten. So durften sich die Erstklässler über leuchtend gelbe Warnwesten freuen sowie über hübsche Trinkflaschen. Bevor es in die Schulklassen ging, nahm Rektor Gick-Prandell die Gelegenheit wahr, den Kindern ihre Klassenlehrerinnen vorzustellen. Nicht langweilig werden dürfte es Katharina Ganzmann (1a), Stefanie Gampe (1b) und Christine Schmidt (1c). "Dürfen die Eltern am Anfang noch kurz mit ins Klassenzimmer?", fragte der Schulleiter in die Runde - und hatte wohl nicht mit dem Selbstbewusstsein einiger Abc-Schützen gerechnet, die ihm ein energisches "Nein" entgegenwarfen. Doch ließen sie Mama und Papa dann doch noch gewähren.

Bierernst ging es am ersten Schultag freilich nicht zu. "Ihr könnt später noch ausgiebig den Inhalt eurer Schultüte inspizieren", meinte Klassenlehrerin Stefanie Gampe grinsend, weil ein Mädchen in einem vermeintlich unbeboachteten Moment die Gunst der Stunde nutzen wollte. Doch die erfahrenen Lehrkräfte verstanden es, selbst den Jungen und Mädchen, die noch ein wenig skeptisch dreinblickten, die Unsicherheit zu nehmen mit Liedern, Spielen und dergleichen. Wobei die Kinder sich vielfach schon ganz intelligent anstellten, voller Neugierde Fragen stellten und erste kleine Aufgaben hervorragend meisterten.

"Hier an der Schultafel sind mit Magneten all eure Namen befestigt. Wisst ihr, wo eurer steht?", bat etwa Stefanie Gampe - und zollte "ihren" Erstklässlern anschließend Hochachtung. Aber die ersten Schulstunden im Leben der 35 Mädchen und 27 Jungen waren vom Leistungsgedanken noch so weit entfernt wie die Erde vom Mond. "Macht nichts" oder "Nicht schlimm" - diese Sätze werden aus den Mündern der Klasslehrerinnen noch öfter zu  hören sein.



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