Kulmbach

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Für die "Gesundheitsregion plus" wurden Daten erhoben und die Bevölkerung befragt. Nun will man sich als nächstes mit Handlungsempfehlungen befassen.
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3051 Bürgerinnen und Bürger wurden für die "Gesundheitsregion plus" befragt. Foto: Archiv/Stephan-Herbert Fuchs
3051 Bürgerinnen und Bürger wurden für die "Gesundheitsregion plus" befragt. Foto: Archiv/Stephan-Herbert Fuchs

In der Kreistagssitzung ging es um die Bestands- und Bedarfsanalyse für die "Gesundheitsregion plus". Die Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften von der Geschäftsstelle der "Gesundheitsregion plus" am Landratsamt, Annekatrin Bütterich, sprach von einer aufregenden und spannenden Zeit. Die Analyse wurde vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik - SAGS - aus Augsburg erstellt. Das wissenschaftliche Team von SAGS wurde in der Sitzung durch Dieter Jaufmann vertreten.

Mit der Entwicklung der Bevölkerung im Landkreis Kulmbach wurden auch gleich die zunehmenden Probleme in der Demografie aufgezeigt. Während der Landkreis Kulmbach im Jahr 1960 noch über 78 075 Einwohner verfügte, waren es 2010 noch 74 491 und 2017 noch 72 012 Einwohner. Die Prognose für 2037 wurde mit 64 600 Einwohnern angegeben.

Das Regionale Gesundheitsnetzwerk ist in drei Säulen aufgebaut. In der Säule 1 geht es um die medizinische Versorgung, die Säule 2 spricht die Gesundheitsförderung und Prävention an und in einer weiteren Säule geht es darum, eigene Schwerpunkte in den Bereichen Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit zu setzen.

In der Bestands- und Bedarfsanalyse unternahm das Institut SAGS Augsburg verschiedene qualitative und quantitative Erhebungen. Im ersten Modul ging es um die Analyse vorhandener Daten, im zweiten Modul um die Bevölkerungsbefragung. So wurde ein vierseitiger Fragebogen an 3051 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis - jede 20. Person ab 18 Jahren - im Befragungszeitraum vom 11. Dezember bis 21. Dezember 2018 versandt. Die Rücklaufquote lag mit 1132 auswertbaren Fragebögen bei 37,4 Prozent. Im dritten Modul waren die Gemeinden gefragt. Alle 22 Kommunen haben sich in der Zeit von Mitte Januar bis Ende Februar 2019 beteiligt. Dabei ging es um Barrierefreiheit, Bewegungsangebote und Vereinsstrukturen, Gesundheitsförderungs- und Wellnessangebote, Integrationsangebote und auch um aktuelle Planungen in der jeweiligen Gemeinde.

Annekatrin Bütterich lobte hier die gute und informative Ausfüllqualität. Im vierten Modul wurden in zwei Expertenworkshops die ärztliche Versorgung auf dem Land, der demografische Wandel und die Pflege bearbeitet. Dabei wurden auch Projekte und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Dieter Jaufmann empfahl dem Kreistag, das Projekt als Dauerauftrag weiterzuverfolgen. Der Landkreis Kulmbach hat über seine Beteiligungen an Gesellschaften und anderen Unternehmen in Privatrechtsform einen jährlichen Bericht zu erstellen, und den legte Kreiskämmerer Rainer Dippold nun vor. Danach war der Landkreis Kulmbach im Jahr 2018 an folgenden Unternehmen in Privatrechtsform mit mindestens 5 Prozent beteiligt: Flugplatz-GmbH Kulmbach-Kronach, Langheimer Amtshof Sanierungs- und Verwaltungs-GmbH Kulmbach. Der Fraktionssprecher der SPD, Simon Moritz, forderte, für Ende des nächsten Jahres auch einen Bericht zur Beteiligung am Klinikum Kulmbach und der Sparkasse Kulmbach-Kronach vorzulegen.

Auf Zustimmung stieß die Änderung der Gebührensatzung für die öffentliche Abfallentsorgung des Landkreises Kulmbach. Wie Sachbearbeiter Günter Söllner aufzeigte, wäre die kommunale Abfallentsorgung als öffentliche Leistung der Daseinsvorsorge auch künftig in weiten Teilen von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Werden dagegen von der Abfallwirtschaft Leistungen außerhalb des Anschluss- und Benutzungszwangs erbracht, unterliegen diese ab 1. Januar 2021 der Umsatzsteuer. Dies betrifft verschiedene Leistungen, insbesondere wird dies bei der Annahme und Verwertung von Grüngut aus nicht privaten Haushalten auf den Kompostierungsanlagen im Landkreis Kulmbach der Fall sein. Weiterhin wurden aufgrund gestiegener Kosten auch die Gebühren für künstliche Mineralfasern und Asbest angehoben. Landrat Klaus Peter Söllner machte deutlich, dass mit dem neuen Umsatzsteuerrecht auf die Kommunen eine Fülle von Problemen zukommen werde.

Dieter Weiss verabschiedet

Er war viele Jahre lang Leiter des Gesundheitsamtes und ist aktuell noch als Behindertenbeauftragter des Landkreises tätig. Nun geht Dieter Weiss zum Jahresende in den wohlverdienten Ruhestand. Landrat Klaus Peter Söllner verabschiedete Weiss am Montag in der Sitzung des Kreistags und würdigte sein jahrelanges Engagement für die Gesundheitsthemen.

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