Schweinfurt

Erst Prügel, dann Handy erpresst

Wegen Erpressung und Körperverletzung steht ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Schweinfurt vor dem Amtsgericht. Eine Latte an Vorkommnissen findet sich in de...
Artikel drucken Artikel einbetten
Wegen Erpressung und Körperverletzung steht ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Schweinfurt vor dem Amtsgericht. Eine Latte an Vorkommnissen findet sich in der Anklageschrift. Im März dieses Jahres soll er zwei Mal in Schweinfurt im Châteaudun-Park und an der Gutermann-Promenade einen Bekannten geschlagen und getreten haben, drei Tage später diesen mit einem Freund und einer Freundin zu Hause aufgesucht und ihm dort unter Androhung von Gewalt das Handy abgenommen haben. Das Opfer rief nach dem Vorfall in der Wohnung die Polizei, einen Tag später wurde der Angeklagte verhaftet und sitzt seither in Schweinfurt in Untersuchungshaft.


Auf ein Bier getroffen

Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte in der Hauptverhandlung nicht, auch das Opfer konnte nicht gehört werden, da der Aufenthaltsort unbekannt ist. Mit Hilfe einiger Zeugen versuchte das Gericht, Licht ins Dunkel zu bringen. Eine 17-Jährige aus dem Landkreis war bei zwei von drei Vorfällen dabei. Gemeinsam mit dem Angeklagten und einem weiteren Bekannten sei man am 30. März zur Wohnung des Opfers gegangen, um sich auf ein Bier mit ihm zu treffen. Dass die beiden Männer das Opfer erpressen und ihm das Handy abnehmen wollten, davon habe sie nichts gewusst, erklärte die Zeugin. Sie habe geraucht und auf dem Balkon gestanden, als der Streit zwischen dem Angeklagten und dem Opfer eskaliert sei. Der Angeklagte soll das Handy genommen und gesagt haben, man treffe sich am nächsten Tag und würde es gegen 20 Euro zurückgeben. Der andere Mann, der dabei war, soll sich Essen aus dem Kühlschrank genommen haben, dann sei man gegangen. Die Hintergründe der Erpressung habe sie nicht gekannt.


"Eine eingeschenkt"

Drei Tage vorher, bestätigte die Zeugin, habe es einen Vorfall zwischen dem Angeklagten und dem Opfer gegeben. An der Gutermann-Promenade habe sich die Clique getroffen und Bier getrunken, als das spätere Opfer und der Angeklagte erst verbal aneinandergerieten und dann körperlich. Es ging darum, dass das Opfer dem Angeklagten die Freundin ausgespannt haben soll. Ein weiterer Zeuge war am Main als auch im Theater-Park dabei. Da hatte es am frühen Nachmittag, wegen der Freundin, Ärger zwischen den beiden Kontrahenten gegeben. Den genauen Ablauf zu schildern, tat sich der 24-Jährige, der für eine Sicherheitsfirma arbeitet, aber schwer. Über den Vorfall am Main sagte er, das Opfer sei provokant aufgetreten, "da hat er ihm eine eingeschenkt".


Verhandlung vertagt

Da Zeugen, insbesondere der junge Mann, der mit in der Wohnung des Opfers war, noch zu vernehmen sind, wurde die Verhandlung vertagt.
Auf Antrag des Anwalts des Angeklagten wurde der Haftbefehl gegen die Auflage, sich zwei Mal pro Woche bei der Polizei zu melden, außer Vollzug gesetzt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren