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Erlangen
Gericht

Erst nicht schuldig, dann aber doch schuldig

theresa schiffl "Ich bin schuldig", sagte der Angeklagte aus Höchstadt vor dem Amtsgericht Erlangen, nachdem ein weiterer Zeuge verhört wurde. Der 29-Jährige musste sich wegen Drogenbesitzes und -hand...
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Ein Kilo Marihuana wurde gefunden.  Foto: Symbolfoto/Christopher Schulz
Ein Kilo Marihuana wurde gefunden. Foto: Symbolfoto/Christopher Schulz

theresa schiffl "Ich bin schuldig", sagte der Angeklagte aus Höchstadt vor dem Amtsgericht Erlangen, nachdem ein weiterer Zeuge verhört wurde. Der 29-Jährige musste sich wegen Drogenbesitzes und -handel in drei Fällen verantworten.

Von der Staatsanwaltschaft wurde ihm zur Last gelegt, dass er in seiner Wohnung in Höchstadt ein Kilogramm Marihuana aufbewahrt und auch weiterverkauft haben soll. Außerdem soll er im April 2018 und im Mai/Juni 2018 jeweils 100 Gramm der Droge verkauft haben.

Plötzlich gesteht Angeklagter

Nachdem der junge Mann bei der zweiten Verhandlung gleich nach dem Verhör des Zeugen gestand. Bei der ersten Verhandlung wurden er und sechs weitere Personen von einem Zeugen, der bereits selbst verurteilt ist, schwer belastet. Die detaillierten Aussagen wurden auch seitens der Polizei als glaubwürdig bestätigt. Danach sah es der 29-Jährige wohl ein, dass es besser sei, ein Geständnis abzulegen.

Dies wurde ihm dann auch bei der Urteilsverkündung positiv angerechnet. Die Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre und vier Monate, sowie eine Geldstrafe und die Übernahme der Kosten des Verfahrens. Der Verteidiger sagte: "Hoch anrechnen muss man ihm das Geständnis, und auch seine Krankheit sollte berücksichtigt werden." Der 29-Jährige musste aufgrund seiner schweren Erkrankung eine Chemotherapie machen.

Zudem befindet sich der junge Mann nun in klinischer Behandlung und es bestehe keine Wiederholungsgefahr einer ähnlichen Straftat. Mit seinen letzten Worten merkte man dem Mann an, dass er seine Tat wohl wirklich bereute. Seine schwere Krankheit habe sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. "Ich muss mit 800 Euro monatlich auskommen. Ich wollte einfach wieder etwas leben."

Strafmildernde Umstände

Richter Förster sagte bei der Urteilsverkündung gleich, dass nicht der Besitz der leichten Droge Marihuana das Schlimmste sei, sondern der Handel damit. Strafverschärfend käme noch hinzu, dass der Angeklagte die Vorwürfe in der ersten Verhandlung abstritt.

Zu seinen Gunsten sprach jedoch, dass er bisher keine Straftaten begangen hatte, das Geständnis und auch sein Gesundheitszustand. Zudem handle es sich bei Marihuana um eine weiche Droge. Deshalb verurteilte er den jungen Mann zu zwei Jahren, die auf vier Jahre mit Bewährung ausgesetzt wurden. Als Unterstützung und Anlaufstelle wurde ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt und vier Mal im Jahr muss ein Drogentest gemacht werden.

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