Wiesen

Erleichterung am richtigen Ort

Eine Trockentoilette wurde entlang des Kanuwanderwegs Obermain in Wiesen aufgestellt.
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Geschäftsführerin Anne Schmitt zeigt das Innenleben der Trockentoilette (v. l.): Wolfgang Lilie und Hermann Lieb (verdeckt) vom Bauhof, Hans Bramann, Bürgermeister Jürgen Kohmann, Raimund Schlenk, Karl-Heinz Jäger und Anne Maria Schneider. Foto: Franz Böhmer
Geschäftsführerin Anne Schmitt zeigt das Innenleben der Trockentoilette (v. l.): Wolfgang Lilie und Hermann Lieb (verdeckt) vom Bauhof, Hans Bramann, Bürgermeister Jürgen Kohmann, Raimund Schlenk, Karl-Heinz Jäger und Anne Maria Schneider. Foto: Franz Böhmer

"Gut Ding will Weile haben." Diese Redensart findet bei der Präsentation der ersten Trockentoilette am Main ihre treffende Anwendung. Die Notwendigkeit von Toiletten am Kanuwanderweg Obermain sei seit Jahren beim Flussparadies Franken ein Dauerthema, sagte Geschäftsführerin Anne Schmitt.

"Eine tolle Sache!", betonte Bürgermeister Jürgen Kohmann. Viel Lob gab es für den in der Region lebenden Produkt- und Zukunftsdesigner Raimund Schlenk, der für Konzept und Bau verantwortlich zeichnet. "Das ist ja toll - eine Toilette ohne Wasser, die zudem auch nicht stinkt! Diesen Kommentar vernahm ich schon des Öfteren von Besuchern und Einheimischen", erzählte Ortsbeauftragter Karl-Heinz Jäger. Dazu ist sie noch barrierefrei und als Umkleidekabine geeignet.

"Seit Jahren ringen wir mit der Problematik der Toiletten am Kanuwanderweg Obermain", meinte Anne Schmitt. Mit der Aufstellung der ersten Trockentoilette habe man ein Zeichen gesetzt. Zufriedenheit klang aus der Stimme von Schmitt, fand man doch in Raimund Schlenk einen Entwickler und zugleich Hersteller, der das System der Trockentoilette kontinuierlich weiterentwickelt hat. "Und dazu noch kostengünstig", ergänzte die Rednerin. Der Standort sei perfekt.

Versorgungslücke geschlossen

Große Zufriedenheit äußerte Bürgermeister Kohmann über die gelungene Lösung. "Wir sehen eine Gemeinschaftslösung für Kanuwanderer, Badegäste, Radler und Spaziergänger." Stadt- und Kreisrat Hans Bramann freute sich, dass diese Versorgungslücke geschlossen wurde. Anne Maria Schneider und Vorarbeiter Hermann Lieb lobten die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin.

Damit das "stille Örtchen" nutzbar bleibt, sollen in der Toilette zwei Grafiken ausgehängt werden. Anne Schmitt präsentierte den exklusiv entworfenen "Bärencomic" des Bamberger Grafikers Günther Mayer. Hierin wird die Nutzung und Funktion der Trockentoilette erklärt. Wie kamen Sie in Berührung mit Trockentoiletten bzw. was inspiriert Sie, Trockentoiletten zu bauen? Raimund Schlenk: Das Ganze wurde aus einer Not heraus geboren. Unsere Tochter war vor einigen Jahren in einem Waldkindergarten in einer Gemeinde südlich von Bamberg. Das Problem Toilette ohne fließendes Wasser beschäftigte mich von da an. Über dem stand und steht für mich mehr denn je der Umweltgedanke: Wie schonen wir unsere wichtige Ressource Trinkwasser? Die statistischen Zahlen pro Kopf zeigen hier erheblichen Mengen im Jahresdurchschnittsverbrauch auf. Das System der Trockentoilette an sich ist nicht neu. Am 28. Mai 1860 meldete der englische Pfarrer und Erfinder Henry Moule ein Patent für eine Trockentoilette an und gründete eine Firma für Herstellung und Vertrieb. Auf welche Erfahrung blicken Sie mittlerweile beim Bau von Trockentoiletten zurück? Mittlerweile habe ich über zehn Toiletten, vornehmlich für Waldkindergärten, gebaut. Der Bau in der Form wie hier am Wasser bedeutet auch für mich ein Pilotprojekt. Ein Lüftungssystem hält die Toilette nahezu geruchsfrei. Wichtig ist natürlich, dass Toilettenpapier zur Anwendung kommt und keine Fremdstoffe eingeworfen werden. So ist es auch möglich, dass die Toilette erst nach drei Jahren von einer Schubkarre Kompost befreit werden muss. Die Fragen stellte unser Mitarbeiter Franz Böhmer.

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