Erlangen
Forschungskooperation

Erlanger Mediziner arbeiten mit Nobelpreisträger

Als am Montagmittag die diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger verkündet wurden, freuten sich auch Wissenschaftler des Universitätsklinikums Erlangen. Denn einer der drei ausgezeichneten Forscher, der ...
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Peter Ratcliffe
Peter Ratcliffe

Als am Montagmittag die diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger verkündet wurden, freuten sich auch Wissenschaftler des Universitätsklinikums Erlangen. Denn einer der drei ausgezeichneten Forscher, der Brite Peter Ratcliffe, hat Verbindungen in die Hugenottenstadt. "Insbesondere auf dem Gebiet der Nephrologie arbeiten wir seit Jahren erfolgreich mit Peter Ratcliffe zusammen", berichtet Johannes Schödel, Oberarzt der Medizinischen Klinik 4 - Nephrologie und Hypertensiologie des Uni-Klinikums Erlangen.

"Wir freuen uns ganz außerordentlich, dass das Nobelkomitee die Bedeutung seiner Forschung als so groß einschätzt, und gratulieren Sir Peter Rat-cliffe ganz herzlich", ergänzt Karl Hilgers, stellvertretender Direktor der Medizin 4. Wie zukunftsweisend die Arbeit von Ratcliffe ist, hatten auch die Forschungsstiftung Medizin am Uni-Klinikum Erlangen und die Medizinische Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg erkannt: Bereits 2013 würdigten sie seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit dem Jakob-Herz-Preis.

Wie Tumore entstehen

Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie oder Medizin wird an William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe für ihre bahnbrechenden Forschungsarbeiten zur Charakterisierung des Sauerstoff-Sensings verliehen. Dank der Untersuchungen der drei Ärzte ist nun bekannt, wie Zellen ihren Sauerstoffgehalt messen und anpassen. Zelluläre und molekulare Mechanismen dieses Sauerstoff-Sensings spielen eine bedeutende Rolle bei vielen Erkrankungen, etwa bei der Entstehung von Tumoren, aber auch bei Durchblutungsstörungen nahezu aller Organe. Die Wissenschaftler der Medizin 4 richten ihren Fokus dabei auf translationale Ansätze zur Beeinflussung von Mechanismen des Sauerstoff-Sensings bei akutem und chronischem Nierenversagen, bei Durchblutungsstörungen von Herz, Gefäßen und Nieren sowie bei der Entstehung bösartiger Tumore der Niere.

Die Zusammenarbeit mit Peter Ratcliffe begann 2004 mit dem Dienstantritt des damaligen Klinikdirektors Kai-Uwe Eckardt und wurde seitdem erfolgreich fortgeführt. Aktuelle Arbeitsgruppenleiter der Medizin 4 forschten gemeinsam mit Ratcliffe während längerer Aufenthalte in seinem Labor in Oxford und führten diese Arbeiten in Erlangen erfolgreich fort.

Ergebnisse der Kooperationen: Die Wissenschaftler verstehen besser, wie ein häufig bösartiger Nierentumor entsteht, und können pharmakologische Stabilisatoren der Hypoxie-induzierten Transkriptionsfaktoren in der Klinik zur Anwendung bringen. Beides geht grundlegend auf die Forschung von Peter Ratcliffe und seinen Kooperationspartnern zurück. Aktuell werden die Pharmaka in klinischen Studien bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz eingesetzt. red

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