Königsberg in Bayern

Erinnerung an die alte Heimat

Die Dorfgemeinschaft aus dem ehemaligen Ort Milbes im Sudetenland pflegt den Zusammenhalt. In Königsberg haben die Menschen, die im Zweiten Weltkrieg alles verloren, ein zweites Zuhause gefunden.
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Zur Erinnerung an den Heimatort Milbes wurde in der Bismarckanlage ein Gedenkstein aufgestellt.
Zur Erinnerung an den Heimatort Milbes wurde in der Bismarckanlage ein Gedenkstein aufgestellt.
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Die Dorfgemeinschaft Milbes aus dem ehemaligen Sudetenland kam nach zwei Jahren wieder zu ihrem Heimattreffen in Königsberg zusammen. Seit der Vertreibung im Jahre 1946 war es diesmal das 27. Treffen der Milbeser Landsleute. Sie mussten sich eine neue Heimat suchen; ihr Dorf ist heute eine Wüstung.

Nachdem die ersten Treffen der Milbeser Landsleute nur sporadisch in längeren Zeitabständen stattgefunden haben, wurde der Wunsch laut, sich regelmäßig alle zwei Jahre zu sehen. Auf der Suche nach einem festen Ort der Begegnung wurde im Jahre 1981 mit der Stadt Königsberg eine Vereinbarung über eine Patenschaft getroffen und im gleichen Jahr das erste Treffen hier abgehalten.

Offizielle Patenschaft

Bei dem Heimattreffen im Juni 1983 erfolgte dann die offizielle Übernahme der Patenschaft. Die Initiatoren waren der ehemalige Ortsbetreuer Bruno Olbort, sein Landsmann Hans Schaffars (+) zusammen mit dem inzwischen ebenfalls verstorbenen Königsberger Bürgermeister Rudolf Mett.

In diesem Jahr war es die 20. Zusammenkunft im schönen fränkischen Städtchen Königsberg, welches für alle Milbeser zu einer liebgewonnenen Anlaufstelle geworden ist. Milbes war eine von 58 Gemeinden und Städten des ehemaligen Kreises Bärn in Nordmähren. Die Gründung des Ortes datiert etwa zu Anfang des 14. Jahrhunderts als slawische Siedlung. Slawische Fürsten holten im 12. und 13. Jahrhundert Einwanderer, darunter Franken, zur Besiedlung ins Land. Diese haben es urbar gemacht und lebten rund 800 Jahre in Nachbarschaft mit dem tschechischen Volk.

Die Milbeser Dorfgemeinschaft gibt ein gutes Beispiel der Verbundenheit, so dass die Landsleute 72 Jahre nach der Vertreibung immer noch gerne zusammenkommen. Im Hotel "Goldener Stern" trafen sich am Samstag 44 Landsleute und am Sonntag 45 Landsleute zum gemütlichen Beisammensein und Gedankenaustausch.

Im ehemaligen Heimatkreis Bärn wurden nach der Vertreibung 26 Orte völlig zerstört und dem Erdboden gleichgemacht, da diese einem Truppenübungsplatz weichen mussten. Darunter war auch Milbes. Zur Erinnerung an den einst blühenden Heimatort Milbes wurde deshalb in der Bismarckanlage ein Gedenkstein aufgestellt.

Großzügige Spende

Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Spendenbereitschaft der Milbeser Landsleute.

Die Aufstellung und Einweihung des Steines fand zusammen mit der Patenschaftsübernahme im Juni 1983 - heuer vor 35 Jahren - statt. Am Samstag traf man sich auch am Gedenkstein, wo die Ortsbetreuerin Christel Schönweitz eine kurze Ansprache hielt. Bei musikalischer Begleitung wurde aller verstorbenen Landsleute gedacht.

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