Seßlach

Erfolg durch ein gutes Miteinander

Gemeinsame Übungen und Wettkämpfe sind für den Seßlacher Feuerwehrnachwuchs seit über einem Jahrzehnt selbstverständlich. Am Donnerstag wird gefeiert.
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Seit über zehn Jahren arbeiten die einzelnen Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet Seßlach erfolgreich zusammen. Einmal im Jahr probt der Seßlacher Feuerwehrnachwuchs den Ablauf eines realen Einsatzes, wie hier in Heilgersdorf 2017.  Foto: Bettina Knauth
Seit über zehn Jahren arbeiten die einzelnen Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet Seßlach erfolgreich zusammen. Einmal im Jahr probt der Seßlacher Feuerwehrnachwuchs den Ablauf eines realen Einsatzes, wie hier in Heilgersdorf 2017. Foto: Bettina Knauth

Bundesweit klagen Feuerwehren über Nachwuchsmangel - in Seßlach weniger. Hier haben die Verantwortlichen frühzeitig erkannt, dass die Zukunft der kleinen Wehren nur gesichert ist, wenn Jugendliche und selbst Kinder für den freiwilligen Dienst begeistert werden. Seit über zehn Jahren arbeiten die Jugendgruppen der Feuerwehren im Stadtgebiet Seßlach erfolgreich zusammen, die Kooperation führte unter anderem mehrfach zu Siegen beim Jugendleistungsmarsch. An Fronleichnam soll das Jubiläum in Gemünda gefeiert werden.

Anfang 2003 bereits trafen sich die Kommandanten der Feuerwehren in den einzelnen Stadtteilen zu einem Workshop mit dem heutigen Kreisbrandrat Manfred Lorenz, damals noch Kreisbrandinspektor, in der Aumühle. Die dort geborene Idee des Zusammenschlusses wurde vier Jahre später ausgearbeitet. Inzwischen hatten sich schon vereinzelt Jugendgruppen gegründet. Im Herbst 2008 erfolgte der offizielle Zusammenschluss, der aber aus terminlichen Gründen erst jetzt gefeiert werden soll.

"Zurzeit läuft es sehr gut", bestätigt Christian Hückmann. Der Merlacher Kommandant kümmerte sich von Anfang an um die technische Seite der gemeinsamen Jugendarbeit. Als Initiator der erfolgreichen Nachwuchsarbeit gilt der Dietersdorfer Kommandant Wolfgang Brasch. "Er kümmerte sich von Anfang an um die gesamte Organisation und ist somit der Vater des Erfolgs", lobt Hückmann, der heute sozusagen als erster städtischer Jugendwart fungiert. Der Dietersdorfer Kommandant nennt Vorteile: Der Aufwand für Übungen ist geringer und selbst kleinere Stadtteile kommen leichter in den Genuss von Freizeitaktivitäten und Ausbildungen, die für ein oder zwei Jugendliche pro Wehr nur mit großem Aufwand zu realisieren wären. Weil das inzwischen alle begriffen hätten, wachse vieles zusammen.

Verbindungen zwischen den Wehren wurden im letzten Jahrzehnt systematisch ausgebaut. Neben ortsübergreifenden Teams für den Jugendleistungsmarsch fanden sich immer mehr Ausbilder. Einmal jährlich findet eine gemeinsame Großübung statt. Auch die Stufen eins bis drei der Jugendflamme, der Wissenstest sowie im Wechsel die Bayerische Jugendleistungsprüfung und die Deutsche Jugendleistungsspange werden abgelegt. 2011 gewann ein Dietersdorfer Team für die Stadt Seßlach zum ersten Mal den Jugendleistungsmarsch. Insgesamt sieben Mal in den letzten elf Jahren ging der Sieg im B-Teil des Wettbewerbs für den Feuerwehr-Nachwuchs im Landkreis Coburg an Teams aus dem Stadtgebiet Seßlach. "Ohne die Jugendwarte in den einzelnen Wehren wäre die erfolgreiche Arbeit nicht möglich", fügt Hückmanns Stellvertreter Jürgen Köhler hinzu. Mit seiner Hattersdorfer Wehr folgte der Kommandant Anfang 2008 dem Beispiel Merlachs, Dietersdorfs und Gemündas zum Zusammenschluss. Der Aktivenmangel gab den Anstoß, wie er berichtet: "Wir mussten aktiv werden." Der damalige Kreisbrandmeister Matthias Ruppert hatte kurz zuvor Tipps gegeben, wie Nachwuchs zu gewinnen sei. "Ohne die Jugend geht es nicht, das ist die Zukunft", weiß Köhler. Sein Eindruck: "Viele Jüngere im Dorf fiebern schon darauf hin, dass sie mit zwölf Jahren endlich zur Feuerwehr dürfen."

Dass die Feuerwehr "mit ihrer Jugendarbeit steht und fällt", wird Kreisbrandmeister Johannes Kempinski (Witzmannsberg) nicht müde zu betonen. Seßlach bezeichnete Kempinski als Vorreiter bei der Jugendarbeit: Rund 60 Anwärter stünden für eine "respektable Leistung".

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