Kleukheim

Erfahrungen mit Strom vom Dach

Zwei Familien in Kleukheim erklärten, wie ihre Photovoltaik-Anlagen funktionieren. Das Interesse war groß.
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In Kleukheim hat die Energiewende bereits begonnen, wie die beiden Anwesen Scherg und Lang zeigen. Fotos: Otto Weidner
In Kleukheim hat die Energiewende bereits begonnen, wie die beiden Anwesen Scherg und Lang zeigen. Fotos: Otto Weidner
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Die Energiewende hat hier längst begonnen. Der Bund Naturschutz (BN) Ebensfeld informierte jüngst über Photovoltaikstrom und dessen Speichermöglichkeiten. Dabei war nicht nur der Ebensfelder Ortsvorsitzende Ludwig Wendler sichtlich überrascht von dem großen Interesse an diesem Thema. Eingeladen worden war in den Kleukheimer Kapellenweg, wo die beiden Familien Scherg und Lang ihre Anlagen vorstellten.

Die BN-Ortsgruppe hatte sich als drittes Thema in einer Info-Reihe nach der Streuobstwiese und den Hecken mit den erneuerbaren Energien beschäftigt. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt betonte, dass die drohende und nicht mehr wegzudiskutierende Klimakrise in Politik und Gesellschaft ein rasches Gegensteuern notwendig mache. Ein wichtiger Baustein hierfür sei die Umstellung auf regenerative Energiequellen. Mit der Besichtigung zweier Privatanlagen demonstrierte der BN anschaulich, dass jeder Häuslebauer und -besitzer seinen Beitrag zur Energiewende leisten kann, und dass eine solche Anlage auf dem eigenen Dach auch noch wirtschaftlich von Vorteil ist. Dies bestätigte ein Mitarbeiter eines Stromversorgungsunternehmens.

Technische Neuerungen

Dass es Photovoltaikstrom mittlerweile seit 1954 gibt, überraschte viele der über 40 interessierten Zuhörer. Während in der Pionierzeit der Stromerzeugung mittels Sonnenenergie nur eine direkte Einspeisung ins öffentliche Netz, damals allerdings mit einer hohen Vergütung, möglich war, ist mit den Preisen für eine Anlage auch die Einspeisevergütung gesunken. Zusätzlich ist seit längerer Zeit nun auch der direkte Eigenverbrauch des erzeugten Stroms möglich. Einen nächsten Schritt machte die Technik mit der Entwicklung von bezahlbaren Stromspeichern, um den eigenen Strom bei Bedarf abzurufen.

Wie sich die Stromspeicherung selbst schon wieder weiterentwickelt hat, zeigten dann die beiden unterschiedlichen Speichertypen im Hause Scherg beziehungsweise Lang anschaulich.

Während bei Langs ein Stromspeichergerät die benötigte Energie bereithält, geben Schergs ihren überschüssigen Strom in einen virtuellen Speicher beim Energieversorger, der wie eine sogenannte Cloud im Internet funktioniert, und können ihn später bei Bedarf wieder abrufen. Wer jetzt schon leicht verwirrt über die technischen Fortschritte der letzten Jahre nachgrübelte, fühlte sich beim nächsten Schritt, nämlich den überschüssigen Strom im eigenen Elektroauto zu speichern, schon fast im Bereich von Sciencefiction. Aber dass auch das ähnlich dem autonom fahrenden Auto in wenigen Jahren Alltag sein könnte, wurde kaum von jemanden bezweifelt.

Genauso wenig wurde zum Schluss daran gezweifelt, dass Photovoltaik ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels ist und dass eine solche Anlage mit einer prognostizierten Rendite zwischen vier und sechs Prozent auch noch jede seriöse Bankanlage übersteigt.

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