Er bereitet auf den Ernstfall vor

Dieter Püttner aus Höchstadt sorgt dafür, dass auch in Zukunft gut ausgebildete Feuerwehrleute im Einsatz sind. Er spricht mit uns über seine Arbeit und wie wichtig Wertschätzung im Leben ist.
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Dieter Püttner wurde mit dem Steckkreuz für seinen Einsatz im Feuerwehrwesen ausgezeichnet. Foto: Waltraud Enkert
Dieter Püttner wurde mit dem Steckkreuz für seinen Einsatz im Feuerwehrwesen ausgezeichnet. Foto: Waltraud Enkert
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Der Regierungspräsident für Mittelfranken, Thomas Bartsch, überreichte bei einer Feier in Ansbach an fünf Personen das Steckkreuz des Feuerwehrehrenzeichens für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen. Einer von ihnen ist der Höchstadter Dieter Püttner. Das Steckkreuz ist die höchste staatliche Auszeichnung für besondere Verdienste im Feuerlöschwesen und wird nur alle zwei Jahre verliehen. In Höchstadt hat sie nur ein weiterer aktiver Feuerwehrmann schon vor einigen Jahren verliehen bekommen: der frühere Kommandant Reiner Kugler. Herr Püttner, Sie sind Feuerwehrmann mit Leib und Seele - nicht nur in Ihrer Freizeit, sondern auch beruflich. Wie ist Ihr Werdegang? Dieter Püttner: Von meiner Grundausbildung bin ich Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik, ehrenamtlich aber schon seit 1975 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt. Seit 1986 bin ich hauptberuflicher Feuerwehrbeamter, zunächst beim Bayerischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, seit 1991 bei der Feuerwehr der Stadt Erlangen. Was bedeutet diese hohe Auszeichnung für Sie? Natürlich freue ich mich über Auszeichnungen, aber sie sind nicht das Wichtigste. Ich mache meine Arbeit, und die will ich gut machen. Bei der Verleihung des Steckkreuzes hat mich beispielsweise auch sehr beeindruckt, dass Landrat Alexander Tritthart (CSU) deshalb extra nach Ansbach gekommen ist und so seine Wertschätzung ausdrückte. Auch das war mir wichtig, weil man heute oft übersieht, was ein "Grüß Gott" und ein "Danke" ausmachen können. Diese Auszeichnung ist nicht Ihre erste, oder? Ich habe bereits das Feuerwehrehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Bayern in Silber und Gold erhalten, das Feuerwehrehrenzeichen des Freistaats Bayern für mehr als 25-jährige und mehr als 40-jährige aktive Dienstzeit, das Deutsche Feuerwehrehrenzeichen in Gold und nun das Steckkreuz. Nicht zu vergessen das silberne und goldene Ehrenzeichen des Landkreises Erlangen-Höchstadt, was mich als Bewohner unseres Landkreises schon ein bisschen stolz macht. Sie haben sich ehrenamtlich insbesondere der Aus- und Weiterbildung innerhalb der Feuerwehren verschrieben. Sind Fachbereichsleiter Ausbildung im Bezirksfeuerwehrverband Mittelfranken und im Landesfeuerwehrverband Bayern, sind Ausbilder f%C3%BCr Truppf%C3%BChrer, Atemschutz, Sprechfunk, Maschinisten, Katastrophenschutz, Absturzsicherung und Digitalfunk f%C3%BCr ganz Bayern. Was w%C3%BCnschen Sie sich f%C3%BCr die Feuerwehr der Zukunft? Sie haben sich ehrenamtlich insbesondere der Aus- und Weiterbildung innerhalb der Feuerwehren verschrieben. Sind Fachbereichsleiter Ausbildung im Bezirksfeuerwehrverband Mittelfranken und im Landesfeuerwehrverband Bayern, sind Ausbilder für Truppführer, Atemschutz, Sprechfunk, Maschinisten, Katastrophenschutz, Absturzsicherung und Digitalfunk für ganz Bayern. Was wünschen Sie sich für die Feuerwehr der Zukunft? Dass im Notfall immer genügend Ehrenamtliche da sind, um Menschen in Not helfen zu können. Das ist nicht mehr selbstverständlich, denn immer weniger Betriebe sind bereit, ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit für Einsätze freizustellen. Wir in Höchstadt sind noch in der glücklichen Lage, dass viele und der große Arbeitgeber sich hier vorbildlich verhalten. Im Feuerwehrgesetz steht übrigens, dass durch den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr keine beruflichen Nachteile entstehen dürfen, die Praxis sieht manchmal leider anders aus. 2011 wurden Sie zum Kreisbrandmeister Gefahrgut und Sonderaufgaben ernannt. Was kann man sich darunter vorstellen? Zusammen mit einem Team von Fachberatern rücken wir aus, wenn radioaktive, chemische oder biologische Stoffe Schaden anrichten könnten.

Daneben bin ich zuständig für den Brandschutz bei Windenergieanlagen im Landkreis, für Störfallanlagen, für alles, was unter das Bundesimmissionsschutzgesetz fällt. Die Feuerwehr genießt in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Passiert es trotzdem manchmal, dass Sie sich über die Darstellung der Wehr ärgern? Ja, und zwar beispielsweise dann, wenn ich in der Zeitung einen Bericht lese, in dem es sinngemäß heißt: Der Feuerwehr wird ein großer Wunsch erfüllt, denn die Gemeinde schafft ein neues Löschfahrzeug an. Dazu kann ich nur sagen, dass Brandschutz die Pflichtaufgabe der Gemeinde ist, und diese Aufgabe die Feuerwehr ehrenamtlich für die Gemeinde erfüllt. Würde es die Freiwillige Feuerwehr nicht geben, müssten Gemeinden sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen, um alleine personell den Brandschutz zu gewährleisten. Deshalb muss die Feuerwehr anders betrachtet werden und einen anderen Stand haben als andere Vereine, deren hohes ehrenamtliche Engagement aber deswegen nicht geschmälert werden soll und ebenfalls Anerkennung verdient. Sie hatten vor kurzem ihren 60. Geburtstag. Im September 2018 gehen Sie in Ruhestand. Der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt bleiben Sie aber noch erhalten? Ja, gerne noch bis zu meinem 65. Lebensjahr. Dann muss ich - so will es jedenfalls das Feuerwehrgesetz - aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Die Fragen stellte Waltraud Enkert.

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