Reichenbach bei Münnerstadt

Entscheidung für Variante 3

Wann die Ortsdurchfahrt in Reichenbach saniert wird, steht in den Sternen. Das wurde in einer Infoveranstaltung deutlich. Die Teilnehmer entschieden aber schon einmal über das Pflaster, das verwendet werden soll.
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Die Ortsdurchfahrt von Reichenbach. Fotos: Björn Hein
Die Ortsdurchfahrt von Reichenbach. Fotos: Björn Hein
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Vom Landratsamt war zu der Infoveranstaltung in Reichenbach niemand gekommen, obwohl der Landkreis Bauherr ist. Aber rund 90 Einheimische waren da.
"Wir hoffen auf Aufschub, da wir nicht wissen, wann hier wieder Rechtssicherheit besteht", so Ortssprecher Fabian Nöth. Man wisse derzeit ebenso nicht, ob die Anlieger bei diesem Projekt finanziell beteiligt werden oder nicht. "Wir haben bei der Einladung zur Infoveranstaltung nicht gewusst, dass sich hier die Ereignisse überschlagen würden", bestätigte Bürgermeister Helmut Blank. Hier habe der Stadtrat eine wichtige Entscheidung getroffen, indem er beschloss, die Maßnahme des Ausbaus einstweilen auszusetzen. "Wir proben nicht etwa einen Aufstand, sondern setzen uns für das Interesse der Bürger ein", betonte er.
"In Reichenbach haben wir noch nicht mit der Maßnahme begonnen, so dass derzeit auch die Anlieger finanziell noch nicht beteiligt sind. Das ist uns wichtig zu betonen", sagte er. Außerdem befinde man sich nicht im Streit mit dem Landratsamt: "Auch dort weiß man im Moment nicht, wie alles weitergehen wird, und ob in Zukunft Straßenausbaubeiträge erhoben werden, oder nicht." Eine Lösung der verzwickten Lage sei derzeit nicht in Sicht, mit dem Aussetzen der Maßnahme habe man aber dafür gesorgt, dass niemand benachteiligt wird.


Geheime Wahl

"Es passiert nichts, es ist im Moment alles ausgesetzt, nichts, aber auch gar nichts wurde im Moment vergeben", betonte der mit der Maßnahme betraute Architekt, Matthias Kirchner. Erst wenn man verbindlich wisse, wie es hier weitergeht, werde man sich in Reichenbach wieder treffen.
In dieser Infoveranstaltung sei aber abzuklären, ob man die Gehwege nun pflastern oder asphaltieren will. "Wir werden die Entscheidung in einer geheimen Wahl durchführen", schlug der Bürgermeister vor. Er betonte, dass durch das Pflastern anfangs Mehrkosten entstehen würden. Der Vorteil hier sei aber, dass man so den Gehwegbelag bei Bedarf wieder leicht öffnen und schließen könnte, so dass diese anfänglichen Mehrkosten sich wieder amortisieren würden.
Matthias Kirchner teilte mit, dass man die Pläne bei der Regierung von Unterfranken eingereicht habe und dort die Förderfähigkeit festgestellt wurde. "Der Bewilligungsbescheid ist uns schon zugegangen", sagte er. Bisher sei man in der Entwurfsphase, Ausschreibungen würden einstweilen aufgrund der aktuellen Lage ausgesetzt. "Dies geschieht, wenn der Bauträger dies will", betonte Kirchner. Er stellte noch einmal die Pläne vor, die aber bereits aus einer früheren Informationsveranstaltung bekannt waren.


Eindeutiges Votum

Kirchner erläuterte, dass Pflaster wesentlich widerstandsfähiger als Asphalt sei. Auch in ökologischer Hinsicht sei es besser, da es wasserdurchlässig sei. Durch eine eingebaute Sickerleitung werde das Regenwasser zudem effektiv verteilt. Pflaster sei tausalzbeständig, dafür gäben die Hersteller Garantien.
Zum Einsatz kommen sollte oberflächenglattes Pflaster, das auch behindertengerecht ist, erklärte Kirchner. "Natürlich muss die Oberfläche gekehrt und gepflegt werden, das ist bei Asphalt nicht anders."
Bürgermeister Helmut Blank betonte, dass die Anlieger - sollten sie denn finanziell beteiligt werden - nur die anteilige Kosten für die Asphaltierung bezahlen müssten, durch das Pflaster verursachte höhere Kosten aber würden aus dem Stadtsäckel bezahlt.
Recht eindeutig war dann auch das Abstimmungsergebnis, bei dem alle anwesenden Reichenbacher zur Urne gerufen wurden: Elf votierten dafür, dass die Gehwege asphaltiert werden sollten, 63 favorisierten die Lösung mit Pflaster. "Dies ist ein klares Votum für den Stadtrat", sagte Helmut Blank.
Auf der Infoveranstaltung wurden auch noch einmal die verschiedenen Pflastervarianten vorgestellt. "Es gibt hier ganz unterschiedliche Qualitäten, aber sämtliche sind sehr hochwertig", betonte er. Seit Monaten lagen dazu Muster aus, die die Einheimischen sich genau anschauen konnten. Die große Mehrheit von 34 Personen votierte dabei für die Variante 3, dem Produkt "Scada" der Firma Godelmann in der Farbe Muschel-Kalk. Diese Pflasterung kommt auch in Wermerichshausen zum Einsatz.
"Wir haben heute eine sehr gute und vernünftige Entscheidung getroffen", befand Bürgermeister Helmut Blank. Wenn wieder Rechtssicherheit bestehe und das Projekt fortgesetzt wird, werde es eine weitere Infoveranstaltung geben.
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