Redwitz
redwitz.inFranken.de  Der Imkerverein Redwitz feiert 50-jähriges Bestehen.

Engagiert für Natur und Umwelt

50 Jahre Imkerverein Redwitz - das steht für den Einsatz über fünf Jahrzehnte für die Bienen und für die Natur. Welchen Stellenwert der Imkerverein auch über die Ortsgrenze aufweist, das stellten die ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Imker und Gründungsmitglied Heinz Harthan beleuchtete die 50 Jahre des Imkervereins.  Foto: Thomas Micheel
Imker und Gründungsmitglied Heinz Harthan beleuchtete die 50 Jahre des Imkervereins. Foto: Thomas Micheel

50 Jahre Imkerverein Redwitz - das steht für den Einsatz über fünf Jahrzehnte für die Bienen und für die Natur. Welchen Stellenwert der Imkerverein auch über die Ortsgrenze aufweist, das stellten die vielen Besucher unter Beweis.

Geboten war zur Jubiläumsveranstaltung ein abwechslungsreiches und ansprechendes Programm. So war die bayerische Honigprinzessin Doris Grünbauer zu Gast in der Schulturnhalle. Froh zeigte sich Vorsitzender Pater Ladegast, dass mit Heinz Harthan, Manfred Maaser und Rudi Trenkwald noch drei Gründungsmitglieder im Imkerverein sind.

Die Ursprünge des Vereins reichen zurück bis zum Bienenzuchtverein Hochstadt am Main, der im November 1938 erstmals protokolliert wurde, aber wohl schon lange vorher bestanden haben musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde erst wieder im Dezember 1947 die Vereinstätigkeit aufgenommen. Damals zählte der Verein 68 Mitglieder. Im Laufe der weiteren Jahre verringerte sich die Mitgliederzahl derartig, dass an die Auflösung gedacht wurde. Der damalige Ehrenvorsitzende Kurt Fischer ergriff die Initiative, eine Verbindung des Vereins Hochstadt mit Imkerfreunden aus Redwitz zu schaffen.

Unter der Orts- und Datumsangabe "Redwitz, den 13. Juni 1969" ist eingetragen: "Protokoll zur Gründungsversammlung eines Imkervereins Redwitz". Der Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Johann Friedmann des Bienenzuchtvereins Hochstadt, der den Verein 20 Jahre geleitet hatte, führte zur Auflösung dieses Vereins. Kurt Fischer wurde zum Ersten Vorsitzenden des neuen Imkervereins Redwitz gewählt, Heinz Harthan zum Zweiten Vorsitzenden, der Schriftführer war Rudolf Trenkwald und der damalige Kassier Manfred Maaser.

Heute zählt der Imkerverein Redwitz 72 Mitglieder, davon 64 Aktive und acht Passive, setzte Zweiter Vorsitzender Markus Sperber fort. Zu den Mitgliedern gehören auch 16 Frauen. Als erfreulich wertete es Sperber, dass die Imkervereine nach vielen Jahren des Schrumpfens wieder steigende Mitgliederzahlen aufweisen.

Bienen bezeichnete er als einen unentbehrlichen Teil im Gesamtgefüge der Natur. Durch das Sammeln von Nektar und Pollen sorgen sie für die Bestäubung und den Fortbestand von weltweit etwa 90 Prozent aller Pflanzenarten und stellen damit einen Großteil der menschlichen und tierischen Ernährung sicher.

In seinem Grußwort stellte Bürgermeister und Schirmherr Christian Mrosek fest, dass der Imkerverein ein fester Bestandteil im Vereinsleben der Gemeinde sei. "Honig mag jeder", war sich Mrosek sicher, "doch halten viele Menschen von Bienen Abstand". Ganz anders die Imker, die zudem ein Bewusstsein für Natur und Umweltschutz vermittelten. Ohne die Hilfe der Imker seien die Bienen allein kaum überlebensfähig.

Kreisvorsitzender Stefan Ruppenstein stellte heraus, dass die Honigbiene die wichtigste Tierart zum Bestäuben der Pflanzenwelt ist. Für die Imkerei hielt er eine Portion Neugierde und Interesse für die Natur für wichtig. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Imkerverein Redwitz die jahrelange Tradition fortführen werde.

Honigprinzessin Grünbauer zollte den Leistungen und dem Einsatz des Redwitzer Imkervereins Respekt. Über den "Einstieg ins imkerliche Tun" informierte die Imkerin und Wissenschaftlerin Pia Aumeier.

Nach der Mittagspause ging Gründungsmitglied Heinz Harthan auf die Geschichte des Vereins ein, der am Freitag, 13. Juni 1969, in der Gastwirtschaft "Zum Schützenwirt" unter Leitung von Kurt Fischer und ihm selbst gegründet worden war. Das Hauptziel war die schwarze, stechlustige Landbiene mit geringen Ertrag und sehr langsamer Volksentwicklung durch die Carnica zu ersetzen. Die Versammlungen des neuen Vereins wurden im "Schützenwirt" abgehalten, die Lehrveranstaltungen im Bienenhaus von Harthan. Beliebt waren Ausflüge und Besuche von Imkerveranstaltungen und -tagen. 1974 wurde das Bienenhaus mit Keller ausgebaut 1981 vergrößerte der Verein den Schleuderraum von Harthan zum Versammlungsraum. Ende der 80er Jahre wurde ein Lehrbienenstand auf Initiative von Vorstand Rainer Dittner ins Leben gerufen - eine Bereicherung und ein Segen für den Verein, wie Harthan herausstellte. Heute stellt der Imkerverein selbst mit Kerstin Schmidt und Peter Ladegast zwei Fachwarte.

Die Vorsitzenden in den vergangenen 50 Jahren waren Kurt Fischer, Heinz Harthan, Rainer Dittner, Peter Ladegast. Viel sei seit der Gründung des Imkervereins geschehen. Hergestellt wurde die größte brennbare Bienenwachskerze der Welt, die 1994 den Eintrag ins Guinness-Buch- der Rekorde erhielt. 1999 besuchte "Oberfranken TV" die Bienenstände in Mannsgereuth und Redwitz.

Einen weiteren Vortrag hielt Günter Reif zu dem Thema "Solitäre Wildbienen im Garten". Der Vortrag von Pia Aumaier "Der Fehler steht hinter dem Kasten" beschloss die Jubiläumsveranstaltung.

Etliche Aussteller hatten sich zum Jubiläum eingefunden und informierten über "Alles für Biene und Imker". Die Gärtnerei Kunstmann wartete mit bienenfreundlichen Ideen auf und Kreisfachberater Stromer informierte über Blühwiesen und Ansaaten. Ausgestellt war die vereinseigene größte, brennfähige Bienenwachskerze der Welt. Für das leibliche Wohl hatte der Kreisfischerverein Kronach gesorgt. che

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren