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Vierzehnheiligen

Endlich wieder im Gottesdienst!

Wohl noch nie waren so wenige Gläubige beim Fest der heiligen 14 Nothelfer in der Basilika - und dennoch ist es ein Hoffnungszeichen.
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Angeführt von Kirchenschweizer Daniel Reitz zog die Geistlichkeit in die Basilika Vierzehnheiligen ein.  Foto: Gerd Klemenz
Angeführt von Kirchenschweizer Daniel Reitz zog die Geistlichkeit in die Basilika Vierzehnheiligen ein. Foto: Gerd Klemenz

Fast zwei Monate nach Beginn der Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben am vergangenen Wochenende erstmals Kirchen unter strengen Auflagen gemeinschaftliche Gottesdienste gefeiert. Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres auf dem "heiligen Berg" gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das am Sonntag in der Wallfahrtsbasilika mit Erzbischof Ludwig Schick, Domvikar Elmar Koziel und erstmals auch mit dem neuen Guardian Pater Dietmar gefeiert wurde.

"Äußerlich ist unsere Basilika an diesem festlichen Tag so leer wie wohl noch nie zuvor am Nothelferfest. In Gedanken ist die Basilika aber übervoll mit Menschen, die eine tiefe Beziehung zu diesem besonderen Ort haben und die als Wallfahrer oder aufgrund ihres Alters in diesem Jahr nicht körperlich anwesend sein können", so Pater Dietmar in seinen Grußworten. "So können wir miteinander das schöne Fest unserer 14 Heiligen feiern, jener Nothelfer, die gerade in den vergangenen Wochen der Corona-Krise umso häufiger angerufen worden sind, und die, davon sind wir überzeugt, uns in dieser belasteten Zeit besonders geholfen haben", so der Guardain weiter. Georg Hagel spielte gekonnt zu diesem besonderen Gottesdienst die Rieger Orgel.

Kirche ist menschenorientiert

"Zurzeit wird viel in den Medien über die systemrelevanten Institutionen und Personen geredet. Die Kirche ist Gemeinschaft der Glaubenden, die das Evangelium der Gottes- und Menschenliebe verkündet und es in Taten der Liebe wirksam werden lässt. Nicht systemrelevant ist die Kirche, sondern menschenorientiert, lebensdienlich und zukunftsrelevant. Darum müssen wir uns bemühen", so Erzbsichof Ludwig Schick zu Beginn seiner Predigt. Das spüre man gerade jetzt in der Coronazeit und beim Vierzehnheiligenfest. Die Heiligen seien Märtyrer, die Menschen in den verschiedenen Nöten beigestanden hätten. Besonders die 14 Nothelfer seien die eigentlichen Prototypen und Protagonisten der Kirche. Sie zeigten, was die Aufgabe Kirche bei all ihren Gläubigen sein müsse: die Nöte und Sorgen der Menschen wahrnehmen und zu helfen zu suchen. "Wenn derzeit überall gewünscht wird, zur Normalität zurückzukehren, dann darf das nicht bedeuten, dass wir wie die Israeliten, die aus der Sklaverei Ägyptens befreit wurden, einfach wieder zu den Fleischtöpfen Israels zurück wollten", so Schick weiter. Wir müssten als Kirche einer Gesellschaft dienen, die auf dem Weg ins Gelobte Land bleibe, die kein geschlossenes System sein dürfe, sondern die sich auf das Reich Gottes hin wandele. Es müsse eine Gesellschaft sein und ein menschliches Miteinander, in der wir nicht immer reicher, immer schneller würden und das "Ich" mehr in den Vordergrund stellen und das "Wir" vergessen, erklärte der Bamberger Erzbischof. "Jesus ist Weg, Wahrheit und Leben. Das haben die 14 Heiligen gelebt und so gehandelt", so der Erzbischof.

Guardian Dietmar erklärte, dass die Werktagsgottesdienste um 7 und 8 Uhr ohne Anmeldungen stattfinden, während für die sonntäglichen Gottesdienste um 7, 8 , 9 und 10.30 Uhr eine Anmeldung an der Klosterpforte (unter der Telefonnummer 09571/9508-0) notwendig ist. Die Andachten sonntags um 14 Uhr müssen bis auf weiteres entfallen, ebenso die Prozessionen.

Dem Erzbischof war sichtlich die Freude anzumerken, den ersten öffentlichen Gottesdienst nach dem Verbot in Vierzehnheiligen zu feiern. Ist doch die päpstliche Basilika Vierzehnheiligen das zweitwichtigste Gotteshaus im Bamberger Erzbistum.