Bad Kissingen

Emotionen, Schweiß und Tempo

Die Veranstaltung fand zum zweiten Mal im Tattersall statt. Die hohe Besucherzahl gibt Anlass zur Vermutung, dass sich das Event in Bad Kissingen etabliert hat. Das ist kein Wunder: Die Boxabteilung des TSV Bad Kissingen hatte einige Attraktionen für das Publikum aufgefahren.
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Johannes Schlereth 24 Kämpfer stehen im Tattersall anlässlich der zweiten Kissinger Boxnacht im Ring. Wer denkt, dass ein Jugendstilgebäude und Faustkampf nicht zusammenpassen, irrt. Die hohen Metallträger des Dachs und die Hängelampen liefern ein perfektes Ambiente für die zwölf Kämpfe. Das findet auch Joachim Vogl, der momentan auf Kur in Bad Kissingen ist. "Es schaut gut aus, ich finde es cool, dass das alte Gebäude so genutzt wird", sagt er. Der einzige Wermutstropfen für ihn: "Ich kann lediglich bis 22.30 Uhr bleiben. Ansonsten komme ich nicht mehr in die Kurklinik." Rudi Schmitt aus Stangenroth kennt noch die alte Bad Kissinger Boxnacht, die in den frühen 2000er Jahren stattgefunden hat. Das Fazit des 71-Jährigen: "Das ist wesentlich besser als damals! Ich hoffe auf spannende Kämpfe." Die bekommt das Publikum von den beiden Boxclubs aus Thüringen und Bad Kissingen geliefert. Klar, dass beim Einlaufen der Kämpfer das obligatorische "Eye of the Tiger" von Survivor aus dem Boxerfilm "Rocky" nicht fehlen darf. Gerufene Hinweise der Trainer an die Boxer im Ring und eine gelungene Moderation des Abends liefern mit den anderen Attraktionen ein Programm, das keine Wünsche offen lässt. Sichtlich beeindruckt ist das Publikum von der Geschwindigkeit und Körperkoordination der Kämpfer. Obwohl die Boxer teils nicht mal einen Meter voneinander entfernt sind, weichen sie gekonnt den Schlägen und Attacken ihrer Gegner aus. Überlegen geführt ist der Kampf des Kissingers Kai Friedensohn gegen den kurzfristig eingesprungenen Maximilian Horn. Mit tänzerischer Leichtigkeit weicht Friedensohn den Angriffen aus, um im richtigen Moment mit hohem Tempo zurückzuschlagen. Horn gelingt es nicht dem standzuhalten. In der Pause versorgen die Trainer des thüringischen Boxclubs den lädierten Kämpfer. Dennoch wirft ein Betreuer schließlich das Handtuch. Der klare Sieger ist somit Friedensohn. Überhaupt ist die diesjährige Boxnacht ein Abend für die Bad Kissinger. Sie gewinnen vier von sieben Wertungskämpfen und gehen somit als Gesamtsieger aus dem Wettkampf hervor.

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