Sabine Weinbeer

Zentraler Punkt der Stadtratssitzung in Eltmann am Mittwochabend im Rathaus war das Verkehrskonzept, das die Stadt beim Technischen Büro Werner in Auftrag gegeben hat. Peter Knieling stellte das Ergebnis der Untersuchungen im Gremium vor; das umfangreiche Werk wird in den Fraktionen noch intensiv durchgearbeitet, bevor der Stadtrat sich mit der Umsetzung beschäftigt.


Wichtiges Thema

Der ruhende wie der fließende Verkehr sind in Eltmann seit jeher ein viel diskutiertes Thema. Vieles hat der Stadtrat schon unternommen, etwa Anwohnerparkplätze ausgewiesen und die kommunale Parküberwachung eingeführt. Gerade auf die neu-ralgischen Punkte hat die Stadt aber keinen Einfluss. Zumindest nicht alleine, denn die Ortsdurchfahrt über den Marktplatz ist eine Staatsstraße und auch die Einmündung auf die Bundesstraße 26 kann die Stadt nicht selbst gestalten, sondern nur in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt.
Peter Knieling ging auf einige besondere Punkte ein. Die Studie befasste sich mit dem ruhenden wie dem fließenden Verkehr, sogar Videoaufzeichnungen wurden angefertigt. Genau weist das Konzept die Verkehrsfrequenz zu bestimmten Zeiten, Staulängen und Konflikte aus - und legt dabei auch krasses Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern offen. So wird quasi ständig im Umfeld der Metzgerei und der Bäckerei am Stei-nertsplatz und in der Schottenstraße falsch geparkt, ebenso vor der Sparkasse in der Maingasse. "Da stellen sich Autos direkt unters Parkverbotsschild, obwohl zehn Meter weiter ein Parkplatz frei ist", zeigte Knieling.


560 Stellplätze

Insgesamt gibt es mit 560 Stellplätzen eigentlich ein großes Angebot an Parkflächen, doch die große Anzahl von "wandernden Parkscheiben", also Fahrzeugen, die schnell umgeparkt werden, zeige, dass Bedarf an Dauerstellplätzen bestehe. Die Stadt plant ja, einen Altstadtparkplatz auf dem Gelände der früheren Gärtnerei in der Nähe des Marktplatzes zu errichten, allerdings sollten auch die Parkplätze an der Vettersmauer besser genutzt werden, meinte Stadtrat Jens Witthüser.
Reserven gäbe es auch in der Tiefgarage, die allerdings nicht gut angenommen wird. Das liege zum einen an den "teilweise sehr unglücklich platzierten" Stützen, andererseits könne man auch mit den Parkgebühren eine bessere Akzeptanz erreichen, meinte Knieling. Darüber will der Stadtrat noch diskutieren. Ein Umbau sei auf jeden Fall unrealistisch, erklärte der Planer.
Gut bewährt hat sich nach den Erhebungen des Technischen Büros das Anwohnerparken. An einigen Stellen in der Stadt machen die Planer Vorschläge, die Übersichtlichkeit zu verbessern, und auch zum Thema Stau am Engpass gibt es Vorschläge. Grundsätzlich seien die Stauungen beidseits des Engpasses zwischen Ritz und Steinertsplatz immer nur von sehr kurzer Dauer, hieß es. "Die meisten Autofahrer stehen unter einer Minute, bis sie durchfahren können - gefühlt ist das oft der halbe Nachmittag", lächelte Knieling. Zu Stoßzeiten ist weniger der Engpass der Grund für den Rückstau, sondern die Einmündung in die Bundesstraße 26. Über 9000 Fahrzeuge kommen durchschnittlich am Tag aus Richtung Ebelsbach/Autobahn, die Hälfte davon biegt Richtung Altstadt ab. Der Marktplatz ist täglich von 8000 Fahrzeugen (in beide Richtungen) frequentiert.


Kommt wieder die Ampel?

An der Bundesstraße wünscht sich der Stadtrat schon lange eine Ampelregelung zurück. Das könnte auch möglich werden, erklärte Knieling, der schon mal beim Staatlichen Bauamt in Schweinfurt vorgefühlt hat, ob sein Lösungsansatz dort auch mitgetragen würde. Das Bauamt ist für die Staats- und Bundesstraßen im Kreis Haßberge die zuständige Behörde.
Bürgermeister Michael Ziegler bat die Fraktionen, sich in den nächsten Wochen mit dem Gutachten auseinanderzusetzen. Der Stadtrat soll sich im nächsten Jahr damit weiter beschäftigen und entscheiden, was umgesetzt werden soll und kann.