Harsdorf
harsdorf.inFranken.de  Der Verein schaute voller Stolz auf sein 100-jähriges Bestehen zurück.

Elf TSVler zu Ehrenmitgliedern ernannt

"Frisch, fromm, fröhlich, frei!": Unter diesem Wahlspruch eröffnete einst Turnvater Jahn 1811 den ersten Turnplatz, und diese vier Begriffe stehen dem TSV Harsdorf, der am Samstag sein 100-jähriges Be...
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Die neuen Ehrenmitglieder mit den TSV-Verantwortlichen Foto: Werner Reißaus
Die neuen Ehrenmitglieder mit den TSV-Verantwortlichen Foto: Werner Reißaus

"Frisch, fromm, fröhlich, frei!": Unter diesem Wahlspruch eröffnete einst Turnvater Jahn 1811 den ersten Turnplatz, und diese vier Begriffe stehen dem TSV Harsdorf, der am Samstag sein 100-jähriges Bestehen feierte, nach den Worten des Schirmherrn und Bürgermeister Günther Hübner (CSU) immer noch gut zu Gesicht.

Im Mittelpunkt standen neben dem Festvortrag von Bürgermeister Günther Hübner Ehrungen durch den Bayerischen Fußballverband und den Landessportverband. Elf Vereinsmitgliedern verlieh der TSV die Ehrenmitgliedschaft. Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch den "Frankensima".

Heute 370 Mitglieder

Der TSV Harsdorf feiert nicht nur sein 100-jähriges Vereinsbestehen, sondern auch den "60. Geburtstag" der Fußballabteilung. Vorsitzender Manfred Zapf ließ Gedanken zur Vereinsentwicklung und der Chronik 100 Jahre TSV Harsdorf folgen. So gründeten im Frühjahr 1919 einige junge Harsdorfer den Burschenverein, dessen Ziel die Pflege der Geselligkeit und die Förderung der Kameradschaft war. TSV-Vorsitzender Zapf: "Im Mittelpunkt des Interesses stand aber von Beginn an der Sport und Faustball, Leichtathletik und Turnen standen noch im Kurs. Der Burschenverein wandelte sich im Lauf der Zeit zu einem Turnverein, der sich am 2. März 1925 eine Satzung gab. Die Männer um den Gründungsvorsitzenden Lorenz Potzel erzielten große Erfolge auf oberfränkischer Ebene im Faustball und auch im Turnen war man wer. Auch das Laienschauspiel wurde damals schon sehr erfolgreich gepflegt. Es gab sie halt immer schon im Dorf, die Schauspieler." Was den TSV Harsdorf über all die Jahre immer auszeichnete, das war die Kontinuität im Vorstand. Zählte der TSV Harsdorf 1949 nur 42 Mitglieder, so hat der Verein heute 370 Mitglieder.

Stolz ist der Verein auf seine Theaterabteilung mit einer ausgezeichneten Jugendarbeit. Und neben den sportlichen Aktivitäten kommt der TSV Harsdorf auch seinem gesellschaftlichen Auftrag nach und Vorsitzender Zapf nannte hier eine ganze Palette von Veranstaltungen, die jährlich angeboten werden. Zapf abschließend: "Die Geschichte des TSV Harsdorf kann aus meiner Sicht auch nach 100 Jahren des Bestehens noch als Erfolgsgeschichte angesehen werden."

In seinem Festvortrag erinnerte sich Bürgermeister Günther Hübner an seine Kindheit, als in den 60er Jahren unter Heinrich Kölbel im Saal "Zur Tanne" geturnt wurde: "Heinrich Kölbel trainierte uns aus Überzeugung und gab die Hoffnung nie auf, dass wir einmal Spitzenathleten werden. Wir waren danach zwar immer fix und fertig, aber es hat Spaß gemacht und wir konnten uns hier im Ort austoben. Also auch damals hat der TSV schon beste Jugendarbeit betrieben, wie auch heute."

Die Glückwünsche des Fußballkreises Bamberg-Bayreuth-Kulmbach überbrachte Bezirksvorsitzender Thomas Unger. Für die Zukunft wünschte Unger wieder den erhofften sportlichen Erfolg sowie mutige und vorausschauende Entscheidungen zum Wohle des Vereins. Unger überreichte neben der Urkunde des BFV auch einen Fußball. Für den Landessportverband gratulierte BLSV-Kreisvorsitzender Lothar Seyfferth: "Seit der Gründung hat der TSV Harsdorf trotz vieler Widerstände mit beharrlichem Engagement und Durchsetzungsvermögen den Verein populär und salonfähig gemacht, in dem auch das gesellschaftliche Leben nicht zu kurz kommt." Neben der Urkunde übergab Seyfferth auch einen Geldbetrag des BLSV.

In seinem launigen Grußwort stellte Landrat Klaus Peter Söllner (FW) zunächst fest, dass es kein Schaden ist, dass die Gemeinde Harsdorf zum Landkreis Kulmbach gehört: "Wir pflegen mit der Gemeinde ein hervorragendes Verhältnis und das Gleiche gilt für euren Sportverein. Was ihr im Verein leistet, das ist großartig und ein Beleg dafür ist, dass in den letzten Jahrzehnten nur ganz wenige Vorsitzende letztendlich das Sagen hatten, und das zeigt auch, wie leistungsfähig ein Verein und wie stark das ehrenamtliche Engagement auch ausgebildet ist. Und was mich auch fasziniert, ist, dass ihr über Jahrzehnte geschafft habt, diese Dynamik im Verein zu erhalten."

Verband ähnelt der Kirche

Vorsitzender Gerald Weinrich vom TSV Neudrossenfeld verwies auf die Zusammenarbeit im Jugendfußball und richtete dabei auch kritische Worte an den Fußballverband: "Ich habe den Eindruck, dass unsere Verbände so ein bisschen was von der katholischen Kirche haben. Wir müssen uns einfach schneller reformieren. Nicht der Stärkste wird überleben, sondern der Anpassungsfähigste. Das ist das, was in unserer Gesellschaft, in den Verbänden, aber auch in der Politik fehlt, dass wir nicht beweglich genug sind, auf Veränderungen zu reagieren." Für die Ortsvereine sprach der Vorsitzende der Feuerwehr, Andreas Stein, Glückwünsche aus.

Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt: Erika Pöhlmann, Walter Retsch, Hans-Jürgen Näbe, Sieglinde Kastner, Hermann Hübner, Hermann Kramer, Fritz Wolfrum, Horst Wehner, Bruno von Ascheraden, Günther Kaspar und Hermann Schneider. Werner Reißaus



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