Bamberg

Elf Siege in Folge entscheiden

Ilja Schneider und Marta Michna sind das neue Königspaar des deutschen Blitzschachs.
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Großmeister Rene Stern (re.) gewann zwar das direkte Duell gegen den Internationalen Meister Ilja Schneider, musste dennoch Letzterem den Vortritt lassen.  Fotos: Jens Herrmann
Großmeister Rene Stern (re.) gewann zwar das direkte Duell gegen den Internationalen Meister Ilja Schneider, musste dennoch Letzterem den Vortritt lassen. Fotos: Jens Herrmann
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Rund 50 Zuschauer erlebten zum Abschluss des 150. Jubiläums des Schachclub 1868 Bamberg im Bistumshaus St. Otto packende und dramatische Kämpfe bis in die siebte Spielstunde. An deren Ende stand mit dem Internationalen Meister Ilja Schneider und der weiblichen Großmeisterin Marta Michna das neue Königspaar des deutschen Blitzschachs fest.

Ersterem gelang es dabei, den ebenfalls aus Berlin stammenden und favorisierten Großmeister Rene Stern noch auf der Zielgeraden abzufangen. Die weibliche Großmeisterin Michna zog hingegen bereits früh der Konkurrenz davon und setzte sich ohne Punktverlust souverän durch. Die Bamberger Teilnehmer Justus Schmidt, Barbara Niedermaier und Helga Ortlauf landeten im hinteren Tabellenfeld.

Dass beim Schach nicht unbedingt immer derjenige Spieler den Sieg davonträgt, der den besseren Anfang auf seiner Seite weiß, war bei dem auf 31 bei den Männern und 19 Runden bei den Frauen angelegten Turnier zu verfolgen. Großmeister Stern, ehemals Sieger des Jahres 2013, gelang es zwar, seinen späteren Widersacher Schneider zu Beginn zu bezwingen und sich ab der 11. Runde an die Spitze zu setzen, musste dennoch seinem 13 Jahre jüngeren Konkurrenten noch das Feld überlassen. Phasenweise führte Stern mit bis zu 2,5 Punkten Vorsprung das Feld an, ehe der 33-jährige Schneider in der 25. Runde herankam, im 28. Durchgang doch noch die Tabellenführung übernahm und mit 25 Punkte aus 31 Begegnungen das Turnier für sich entschied. Ausschlaggebend war dabei Schneiders sensationeller Lauf von elf Siegen am Ende, den dieser vornehmlich gegen Spieler des unteren Feldes erzielte. Damit wiederholte er seinen Erfolg von 2013 und feierte seinen zweiten Titel. Mit 23 Punkten blieb Stern nur der zweite Platz.

Justus Schmidt ärgert Favoriten

Der ebenfalls im Vorfeld für den Turniersieg heiß gehandelte Großmeister Michael Bezold sicherte sich dank eines guten Schlussspurtes immerhin noch den vierten Platz. Rang 3 und 5 gingen an die badischen Vertreter Fidemeister Marcus Riehle und Veaceslav Cofmann, die sich früh in der Spitze festsetzen. Justus Schmidt vom ausrichtenden SC 1868 Bamberg glückte mit 13 Punkten, ein äußerst achtbarer 24. Rang - sieben Plätze über seiner Ausgangsposition. Er ließ so manchen Fide- und Internationalen Meister hinter sich ließ und düpierte auch die Großmeister sowie stärkere Spieler.

Bei den Frauen war es Marta Michna, die ab der 7. Runde unangefochten das Feld anführte und die Spreu vom Weizen trennte. Ihr glückte das seltene Kunststück, das Turnier mit 19:0 Punkten für sich zu entscheiden. Rang 2 ging an Kerstin Kunze aus Brandenburg, die sich mit 16,5 Punkten überraschend auf den zweiten Rang der Turniergrößen schob. Auf Rang 3 folgten die ebenfalls favorisierte sächsische Großmeisterin Judith Fuchs mit 15,5 Zählern. Position 4 und 5 gingen an die badischen Internationalen Meisterinnen Manuela Mader und Polina Zilbermann. Vom SC 1868 Bamberg landeten Barbara Niedermaier mit 7,5 Punkten auf Platz 15, die kurzfristig für eine Teilnehmerin eingesprungene Helga Ortlauf belegte Platz 20.

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