Peesten

Einzigartige musikalische Vielfalt

Zum 115-jährigen Bestehen des Posaunenchores Peesten haben sich die Bläser selbst das schönste Geschenk gemacht: ein Gastspiel von "Gloria Brass", einer exzellenten Bläsergruppe des Verbandes evangelischer Posaunenchöre in Bayern.
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"Gloria Brass", die Bläsergruppe des Verbandes evangelischer Posaunenchöre in Bayern, begeisterte die Konzertbesucher.  Fotos: Werner Reißaus
"Gloria Brass", die Bläsergruppe des Verbandes evangelischer Posaunenchöre in Bayern, begeisterte die Konzertbesucher. Fotos: Werner Reißaus
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Die Elite-Bläsergruppe "Gloria Brass" mit ihren zwölf Musikern begeisterte am Sonntagnachmittag in einem Konzert mit einer musikalischen Vielfalt, wie es die jahrhundertealte Marienkirche wohl noch nie zuvor erlebt hatte. Kirchenmusikdirektor Dieter Wendel präsentierte mit seinen Musikern ein Bläserkonzert vom Feinsten.

Harald Neumann wies in seinem Grußwort darauf hin, dass der Posaunenchor Peesten auch im 115. Jahr des Bestehens zur Ehre Gottes, zur Erbauung und christlichen Freude seiner Mitglieder und der Kirchengemeinde Peesten spiele. Der Posaunenchor zähle zu den ältesten in der Region. Der damalige Ortspfarrer Johannes Hammerbacher sei der Initiator des Posaunenchores gewesen.

Von Klassik bis Spirituals

Zur Aufführung gelangten dann in der Marienkirche unter anderem Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Sebastian Bach, Chris Hazell und Enrique Crespo. Es waren aber auch traditionelle Spirituals und eine irische Melodie dabei.

Mit einem Choralvorspiel des nicht allzu bekannten französischen Komponisten Jean-Joseph Mouret eröffnete Dieter Wendel mit seinem Blechbläser-Ensemble das Konzert: "Wir kommen gerne in diese Gegend, weil es hier auch viele Posaunenchöre gibt", erklärte Wendel. Das nächste Stück "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Jens Uhlenhoff ist eine Auftragskomposition vom bayerischen Posaunenchorverband, der in zwei Jahren sein hundertjähriges Bestehen mit einem Landesposaunentag in Nürnberg feiern wird. Zu den bekanntesten Chorälen zählt "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Mendelssohn-Bartholdy. Dieter Wendel hat diesen Choral nach einer Vorlage aus dem Oratorium "Paulus" arrangiert.

Ein großer Zeitsprung

Der nächste zehnstimmige Choral "Was Gott tut, das ist wohlgetan" wurde vom Vorgänger von Dieter Wendel, Hans-Ulrich Nonnenmann, bearbeitet und stammt aus einer Kantate von Bach. Was die Musikepoche angeht, unternahm der Kirchenmusikdirektor mit der irischen Melodie "Londonderry air" einen großen Zeitsprung. Der Solist John Iveson hat dieses Stück arrangiert. Mit "Three brass cats" des Komponisten Chris Hazell wurden seine unterschiedlichen Hauskatzen trefflich charakterisiert. Sehr lebendig war das Stück "Fountains flourish" (frei übersetzt: "Sprudelnde Quellen") des Klarinettisten Alun Cook. Danach kehrte "Gloria Brass" wieder zurück zur Literatur der Posaunenchöre, zunächst mit "Get on board", der Bearbeitung eines Spirituals von Ingo Luis, und dann mit dem südamerikanischen Stück "Montuno cha cha", einer Auftragskomposition an Enrique Crespo, dem Leiter von "German Brass". Mit dem Satz einer größeren Suite "Hymn" von Chris Hazell und einer Bearbeitung des Spirituals "Joshua fit the battle" wurde das Konzertprogramm beendet. Ohne zwei Zugaben - unter anderem "Rise and shine" des zeitgenössischen Komponisten Christian Springer - wurde die Blechbläser-Elite Bayerns jedoch nicht verabschiedet.

Anschließend lud der Posaunenchor Peesten zum "gemütlichen Nachklang" mit Brotzeit in das Dorfhaus in Peesten ein.

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