Gestungshausen

Einst der Jüngste im Landkreis

Als Heinz Bär am 19. März 1961 zum Gestungshäuser Gemeindeoberhaupt gewählt wurde, war er mit 32 Jahren jüngster Bürgermeister im Landkreis. Am Freitag wird er 90 Jahre alt.
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Heinz Bär an seinem idyllischen Lieblingsplatz  Foto: Alexandra Kemnitzer
Heinz Bär an seinem idyllischen Lieblingsplatz Foto: Alexandra Kemnitzer

alexandra kemnitzer Als ehemaliger Bürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Gestungshausen, später als Gemeinderat von Sonnefeld und Mitglied des Kreistages Coburg hat sich Heinz Bär 35 Jahre lang kommunalpolitisch engagiert. Am Freitag, 16. August, kann der Sozialdemokrat seinen 90. Geburtstag feiern und ist immer noch vielseitig interessiert.

Als Heinz Bär am 19. März 1961 zum Gemeindeoberhaupt gewählt wurde, war er mit 32 Jahren jüngster Bürgermeister im Landkreis Coburg. Elf Jahre übte er dieses Amt mit hohem Engagement aus. Unzählige und wichtige Projekte wurden realisiert, wie der Neubau des Schul- und Lehrerwohnhauses samt Doppelgarage, die Renovierung und der Umbau des Rathauses sowie der Anbau des Leichenhauses an die Aussegnungshalle. Darüber hinaus wurden wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur umgesetzt. Dazu gehört beispielsweise die Ausweisung von Baugelände oder der Neubau der Wasseraufbereitungsanlage. Der Gestungshäuser gründete den Abwasserverband Steinachtal mit und brachte sich dort als stellvertretender Vorsitzender ein. "Gestungshausen konnte als erste der Steinachtalgemeinden mit dem Bau beginnen, denn unsere Planung war fertig, während die anderen erst damit anfingen", erinnert sich Bär.

Schon damals war die zeitgemäße Ausstattung der Feuerwehr dem Bürgermeister und dem Gemeinderat ein wichtiges Anliegen, weshalb das 120 000 D-Mark teure Feuerwehrfahrzeug aus dem Gemeindesäckel bezahlt wurde.

Unter Heinz Bär wurden auch Hausnummerierungen mit Straßennamen und die Müllabfuhr eingeführt. Zudem stand er dem Schulverband Gestungshausen-Steinach-Hassenberg als Vorsitzender vor. Nachdem die Eingemeindung von Weickenbach nach Gestungshausen samt Straßenbau zwischen den beiden Ortschaften erfolgt war, trieb Heinz Bär die Gemeindegebietsreform mit voran. Als auch diese umgesetzt und Gestungshausen nach Sonnefeld eingemeindet war, schied Bär 1972 als Bürgermeister aus, arbeitete aber bis 1996 im Gemeinderat mit. "In dieser Zeit war ich in fast allen Ausschüssen tätig und habe die Fraktion als Vorsitzender geführt", erzählt er weiter. Noch heute ärgert sich der Senior, dass damals die Gemeinde Sonnefeld das eigene Stromnetz und 28 Hektar Gemeindewald verkauft hat.

Heinz Bär gründete und führte den ehemals eigenständigen SPD-Ortsverein Gestungshausen, bis dieser sich 1972 mit den Sonnefelder Genossen zusammenschloss. Über mehrere Jahre hinweg arbeitete Bär dort in der Führungsriege als stellvertretender Vorsitzender mit und wurde aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

Sein Engagement erstreckte sich auf weitere Bereiche. Zwischen 1966 und 1972 war er Kreisrat und brachte sich dort im Kreisausschuss ein. Heinz Bär gehörte dem Wehrdienst-Verweigerer-Ausschuss und dem Aufsichtsrat der VR-Bank an. 25 Jahre war er Schöffe am Land-, Amts- und Schwurgericht. Mehr als 50 Ausflüge organisierte Bär für die Gestungshäuser Senioren, er hält seit Jahrzehnten mehreren Ortsvereinen die Treue.

Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil. Als leidenschaftlicher Musiker und Sänger führte Bär 23 Jahre die Sängergruppe Steinachtal. Seit 1998 ist er dort Ehrenvorsitzender.

Heinz Bär wurde am 16. August 1929 in Fechheim geboren und ging dort zur Schule. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Eichstätt arbeitete er als Schreiner. 1952 heiratete er seine Frau Hilde und zog nach Gestungshausen. Dort übernahm Heinz Bär 1959 den Betonfertigungsbetrieb der Schwiegereltern. Aus gesundheitlichen Gründen musste dieser aufgeben werden.

Mit seinem Wechsel ins Kreisbauamt schied Bär als Kreisrat aus. Bis zum Renteneintritt war der Gestungshäuser im Landratsamt als Kontrolleur im Hochbau und als stellvertretender Personalratsvorsitzender tätig.

Der zwischenzeitlich verwitwete Jubilar hat eine Tochter und einen Sohn sowie vier Enkelkinder. Nach wie vor hält er sich in Sachen Kommunalpolitik, beim örtlichen Geschehen und hiesigen Chorgesang auf dem Laufenden.

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