Bad Kissingen
halbzeitbilanz

Einsatz für das Verkehrsmittel Fahrrad

Mit einer Halbzeitbilanz ihrer Arbeit im Bad Kissinger Stadtrat ist die Gruppe von Bürgern für Umwelt/Grünen/ÖDP an die Öffentlichkeit getreten. Unterm Stri...
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Mit einer Halbzeitbilanz ihrer Arbeit im Bad Kissinger Stadtrat ist die Gruppe von Bürgern für Umwelt/Grünen/ÖDP an die Öffentlichkeit getreten. Unterm Strich, schreibt Stadtrat Richard Fix, fällt die Bilanz positiv aus, auch wenn die Gruppe im Rat nur zwei Sitze hat und als Ausschussgemeinschaft zusammen mit der FDP nur einen Sitz pro Ausschuss.
Drei Oberbegriffe seien BfU/Grünen/ÖDP sehr wichtig: Energiewende, Stadtplanung und Verkehr. Das Ziel einer Kissinger Energiewende sei in einigen Bereichen umgesetzt. Bei der Gewo und anderen städtischen Gebäuden werde intensiv auf Energiemanagement geachtet. Die Gruppe setze sich auch für thermische Solaranlagen bei allen Sportanlagen ein, die bei großen Energieverbrauchern wie dem Terrassenschwimmbad aus Sicht der Gruppe besonders sinnvoll wären. Zurzeit scheitere die Umsetzung aber an den Finanzproblemen der Stadt und am niedrigen Ölpreis. Handlungsbedarf sehe die Gruppe beim Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität.


Baulücken nutzen

Im Bereich Stadtplanung, schreibt Fix, setze sich die Gruppe für nachhaltige Siedlungspolitik ein, die Nutzung vorhandener Baulücken und Bausubstanz in den Vordergrund rücke, um der Bodenversiegelung entgegenzuwirken. Bedauerlich findet Fix, dass auch in Kissingen immer wieder die Ausweisung neuer Baugebiete gefordert werde. Dafür sei aber nicht nur der Bau von Straßen und Gehsteigen, sondern auch die Erweiterung des Wasser- und Abwassernetzes sowie der Elektro- und Gasleitungen erforderlich. Hinzu kämen Folgekosten für Straßenreinigung, Winterdienst, Entsorgung, Bushaltestellen und spätere Erneuerung. Ausgaben für die Infrastruktur, schreibt Fix, würden die Haushalte in Zukunft noch stärker belasten. Daher müsse man die Revitalisierung der Ortskerne vorrangig betreiben und dürfe keine weiteren Bauplätze am Ortsrand ausweisen.
In Kissingen gibt es zwar ein Baulückenkataster, Leerstandserhebung finde aber nur ansatzweise statt, Leerstandsmanagement gebe es nicht, auch keine finanziellen Anreize für das Bauen im Bestand wie das Förderprogramm der Hofheimer Allianz. Auch die Ansiedelung von immer mehr Märkten am Stadtrand lehne die Gruppe ab. Verwirklicht sieht die Gruppe ihr Ziel Verkleinerung des Kurgebiets. Die Neuregelung werde für größeres Wohnungsangebot im Stadtzentrum sorgen.


Kontroverses Thema Verkehr

Ein kontroverses Thema sei in Bad Kissingen der Verkehr. Die Einführung von Anruf-Sammel-Taxen sei ein Baustein für mehr Mobilität und Lebensqualität in der Stadt. Weitere flexible Beförderungsmöglichkeiten wie Carsharing oder Mitfahrzentralen seien aber wichtig.
Das angestrebte sinnvolle Radwegekonzept sei nur teilweise erreicht. Vor allem fehle immer noch eine Ost-West-Verbindung. Das Bemühen um bessere Lösungen fürs Radfahren in der Kernstadt sei bisher von geringem Erfolg gekrönt. Dabei könne das Fahrrad ein wertvoller Beitrag zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und zur Verbesserung der Luftqualität sein. Auch die Verbesserung des Verkehrsflusses auf dem Ring solle beitragen, die Innenstadt zu entlasten. Der Ring sei aber nur attraktiv, wenn dort flüssiges Fahren möglich ist. Voraussetzung sei die sukzessive Einrichtung von Kreisverkehren. Unerlässliche für die weitere Verbesserung der Verkehrssituation sei ein Verkehrskonzept. Das werde aber im Rathaus immer wieder verschoben.
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