Coburg

Einmischen und mitgestalten

Der Stadtjugendring Coburg will Jugendarbeit zum Wahlkampfthema machen. Im Kandidierenden-Check sollen sich alle Stadtratskandidaten bekennen, in der Jugenddebatte diskutieren die OB-Kandidaten mit dem Publikum.
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Wenn's um ihre Zukunft geht, gehen immer mehr Kinder und Jugendliche auf die Straße - auch in Coburg. Wenn es nach dem Stadtjugendring geht, sollen sich die unter 27-Jährigen jetzt auch im Kommunalwahlkampf ihre eigene Meinung bilden. Foto: CT-Archiv
Wenn's um ihre Zukunft geht, gehen immer mehr Kinder und Jugendliche auf die Straße - auch in Coburg. Wenn es nach dem Stadtjugendring geht, sollen sich die unter 27-Jährigen jetzt auch im Kommunalwahlkampf ihre eigene Meinung bilden. Foto: CT-Archiv
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Die Trendsportanlage auf dem Gelände des Stadtjugendrings wird ein Thema sein. Da ist sich Alexander Müller sicher. Der Vorsitzende des Stadtjugendrings will aber mehr - vor allem mehr politisches Engagement von Kindern und Jugendlichen im künftigen Kommunalwahlkampf.

Unter dem Motto "Misch dich ein" stellte er am Donnerstag vier Formate vor, mit denen der Stadtjugendring zusammen mit der Kommunalen Jugendarbeit, dem Bund der katholischen Jugend, der Ejott und der Initiative "Demokratie leben!" alle unter 27 Jahren auffordert, sich aktiv in die Coburger Politik einzubringen.

Kandidaten im Check

Die erste Gelegenheit dazu bietet der so genannte Kandidierenden-Check, bei dem alle Kandidaten auf allen Listen einen Online-Fragebogen zugeschickt bekommen, um etwa 15 Fragen zur Coburger Jugendarbeit zu beantworten. Die Fragen, die da gestellt werden, sollen am Dienstag, 26. November, um 20 Uhr gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen bis 27 Jahren und Ehrenamtlichen aus den Jugendverbänden zusammengestellt und möglichst schnell auf der Homepage des Stadtjugendrings veröffentlicht werden. Ab Mitte Dezember sind dann die ersten beantworteten Fragebögen für alle einsehbar. "Wir werden die Fragebögen wöchentlich aktualisieren", sagt Christine Völker vom Stadtjugendring. "Jeder einzelne Kandidat soll sagen, für was er steht. Uns ist durchaus bewusst, dass es über 400 Kandidaten gibt, aber unser Ziel ist es, die jeweiligen Standpunkte zu einzelnen Themen zu kennen", erläutert Müller.

Jugenddebatte mit Abstimmung

Im Laufe der Legislaturperiode sollen die gewählten Stadträte dann auch durchaus an ihren Antworten gemessen werden, sind sich Völker und Müller einig, die den Kandidierenden-Check als "nachhaltig" bezeichnen.

Mit der Jugenddebatte am 7. Februar, 18 bis 20 Uhr, geht es in die nächste Runde. Alle Jugendlichen haben die Chance, mit den OB-Kandidaten direkt zu diskutieren. Moderiert von Radio Eins und erfahrenen Mitgliedern vom Jugendforum Nordrhein Westfalen, sollen die Themen aus dem Fragebogen angesprochen werden, aber auch aktuelle Probleme auf den Tisch kommen. Am Ende wird es eine Handy-Abstimmung im Publikum geben, um herauszufinden, welcher Kandidat die Jugendlichen überzeugen konnte. "Das wird spannend", verspricht Oliver Völker vom Stadtjugendring und würde sich freuen, wenn möglichst viele Erstwähler die Chance nutzten.

U18-Wahl

Alle, die "eigentlich" nicht mitwählen dürfen, nämlich alle Jugendlichen unter 18 Jahren, haben aber auch bei der Kommunalwahl die Möglichkeit, ihre Stimme bei der U18-Wahl abzugeben. Am Freitag, 6. März, können all jene zwischen 8.30 und 17 Uhr wählen. Die Ergebnisse der U18-Wahl werden am Montag, 9. März, bekannt gegeben. "Wir hoffen auf eine möglichst hohe Wahlbeteiligung", sagt Uli Schmerbeck von der Kommunalen Jugendarbeit. Bei der Landtagswahl hatten sich in Coburg Stadt und Land immerhin 2500 beteiligt. Bei der Europawahl waren es nur 1300.

Anna-Lena Hänel von der Initiative "Demokratie leben!" unterstreicht die Bedeutung der Wahl: "Wir fördern die U18 Wahl, weil wir die politische Teilhabe von jungen Menschen in der heutigen Zeit für besonders wichtig erachten."

Video-Podcast

Unterstützt werden die drei Formate von Luis Münster, der sich beim Stadtjugendring um die Video-Podcasts kümmert, die seit Sommer von und für Jugendliche gemacht werden. "Wir wollen natürlich die Wahlkampfthemen bearbeiten und für Jugendliche aufbereiten", sagt er. Dazu kommen Einspieler bei der Jugenddebatte und Kurzporträts über die Kandidaten.

Stefan Hofknecht vom Bund der katholischen Jugend bringt letztendlich auf den Punkt, um was es allen Beteiligten geht: "Es ist wichtig, dass Jugendliche sich eine eigene Meinung bilden. Politische Bildung ist unser Auftrag."

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