Scheßlitz

Einfacher von A nach B

Scheßlitz ist eine von vier Kommunen zur Erprobung eines neuen Mobilitätskonzepts im Landkreis Bamberg. Die Stadt erhofft sich viele Vorteile von dem Pilotprojekt.
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Der Pendlerparkplatz wird zu einer der ersten vier Mobilstationen im Landkreis Bamberg.  Foto: Udo Billen
Der Pendlerparkplatz wird zu einer der ersten vier Mobilstationen im Landkreis Bamberg. Foto: Udo Billen

In der letzten Stadtratssitzung wurde den Räten die geplante Mobilstation vorgestellt. Scheßlitz freut sich sehr darüber, zu den vier auserwählten Kommunen des Landkreises für dieses Pilotprojekt zu gehören. Man verspricht sich dadurch großen Nutzen für die Bewohner von Scheßlitz und den zur Stadt zugehörigen Gemeinden.

Präsentiert wurde das Projekt von Markus Hammrich, der seitens des Landkreises damit betraut ist. In dem Konzept soll die "Intermodularität" der einzelnen Verkehrsmittel über die Bereitstellung von Knotenpunkten gefördert werden. Diese ermöglichen es dem Verkehrsteilnehmer, von einem Verkehrsmittel problemlos auf ein anderes umzusteigen, um einfacher und besser sowie umwelt- und ressourcenschonender von A nach B zu kommen.

Ein einheitliches Erscheinungsbild der Station mit den einzelnen Modulen soll über ein "Corporate Design" geschaffen werden, das besonders für die spätere Wiedererkennbarkeit im ganzen Landkreis sorgen wird. Zunächst sollen anhand des Pilotprojektes Erfahrungen gesammelt werden, um das Konzept später flächendeckend auf alle Kommunen des Landkreises zu übertragen.

Die geplante Mobilstation in Scheßlitz soll sich am jetzigen Pendlerparkplatz befinden. Verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe der Autobahn und des verkehrsreichsten Zubringers dahin gelegen. An dem Parkplatz finden sich jetzt bereits Pendler zu Fahrgemeinschaften ein. Für die Zukunft ist der Ausbau des Parkplatzes zur Mobilstation geplant, wie Hammrich ausführt.

Umsteigen auch vom Rad

Verkehrsteilnehmer sollen demnächst dort auch von Rad oder E-Bike umsteigen können. Hammrich freute sich sichtlich über den im Gebiet der geplanten Station bereits fertig gestellten Anfang des Radwegs Burgellern/Stübig von fast einem Kilometer. Sogar "mit Beleuchtung", wie er feststellte, was "schon einzigartig im Landkreis" sei. Während die Räte seine Freude noch nicht so recht teilen konnten oder wollten, angesichts der bisherigen jahrelangen Verzögerungen beim Baubeginn des restlichen Radwegs über Ehrl bis Stübig. An der Station werden eigens Fahrradstellplätze und -boxen aufgestellt. Nutzer können ihr E-Bike an den Stationen auch aufladen. Die Nutzung von Photovoltaik ist vorgesehen.

Ebenso ist eine wettergeschützte Wartezone mit W-LAN-Hotspot in Planung. Die Anbindung und Umsteigemöglichkeit auf Busse des Nahverkehrs ist angedacht. Etwas problematisch, aufgrund der höheren Leistung, gestaltet sich aktuell noch die Lademöglichkeit für E-Autos. Dafür werden zurzeit noch verschiedene Möglichkeiten eruiert. Eine davon in Verbindung mit einer Ladestation in unmittelbarer Nähe bei der Juraklinik. Oder am Trafohäuschen.

Mit kalkulierten Kosten von rund 97 000 Euro, von denen seitens der Regierung von Oberfranken circa 70 bis 80 Prozent über Fördergelder finanziert werden und noch mal 50 Prozent vom Rest seitens des Landkreises, bleiben für Scheßlitz noch rund 15 000 Euro übrig, die selbst zu tragen sind. Am Abstimmungsergebnis konnte dann auch nicht die Frage eines Stadtrates, ob denn das Angebot überhaupt genutzt werde, etwas ändern. Mit nur einer Gegenstimme und der Antwort, dass "das Angebot auch genutzt werde, wenn es da ist", gab der Stadtrat "grünes Licht" für das Projekt.

Mit der Freigabe der Mittel für das Pilotprojekt durch die Regierung von Oberfranken und den Landkreis Bamberg wird - obschon November - noch dieses Jahr gerechnet. Und sobald die da ist, kann laut Hammrich auch schon mit den ersten Maßnahmen begonnen werden.

Wie sich in der Sitzung herausstellte, ist noch eine zweite größere Mobilstation späterhin auf der anderen Seite von Scheßlitz geplant. Am alten Bahnhof. Diese wird in Zusammenhang mit der Isek-Förderung erarbeitet. Vielleicht wird die ja dann auch irgendwann einmal mit Anbindung an die lange geforderte zweite Autobahnanbindung im Süden von Scheßlitz sein.

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