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Einfach weiterwursteln funktioniert bei der Hilfe für Geflüchtete nicht

Derzeit gibt es im Landkreis 460 Asylbewerber, berichtete Ismene Simon anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Senioren im Landr...
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Derzeit gibt es im Landkreis 460 Asylbewerber, berichtete Ismene Simon anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Senioren im Landratsamt. Davon sind 77 in einer Gemeinschaftsunterkunft, der Rest ist dezentral untergebracht. 57 unbegleitete Jugendliche leben im Landkreis.
Für Landrat Michael Busch (SPD) bestehen im Landkreis weniger Probleme als in Ballungszentren. "Die Situation ist wirklich nicht problematisch", meinte er. Allerdings bemängelte er, dass es der "großen Politik" an einem Konzept fehle, insbesondere um künftige Probleme lösen zu können. Dazu meinte Bürgermeister Markus Mönch aus Weidhausen, dass die Ehrenamtlichen bei der Betreuung von Flüchtlingen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stießen.
Der Geschäftsführer des Jobcenters Coburg Land, Thomas Friedrich, stellte fest, dass 449 Flüchtlinge Geldleistungen beziehen, 266 erwerbsfähig sind und 55 arbeitslos. 32 sind bereits am Arbeitsmarkt angekommen in den 14 vergangenen Monaten. Von den Flüchtlingen kommen 60 Prozent aus Syrien, 60 Prozent sind männlich, 90 Prozent unter 45, 52 Prozent mit Schulabschluss und 90 Prozent ohne verwertbare Ausbildung. Als Stärke bezeichnete Friedrich die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes, wobei jedoch Motivation, Belastbarkeit, Mobilität und Bleibeperspektive Risiken bedeuteten. Schwächen wie Sprach- und Qualifikationsdefizite, Anerkennung von Abschlüssen und ein befristeter Aufenthaltsstatus eliminierten oft die Chancen am Arbeitsmarkt.


Zuschuss wird beschlossen

Die Asylsozialberatung des Caritasverbandes im Landkreis Coburg erhält für das Jahr 2017 zur Finanzierung der Sachkosten der Asylsozialberatung einen Landkreiszuschuss von 10 545 Euro. Das beschloss der Ausschuss bei seiner letzten Sitzung. Der Betrag wird benötigt, um die Gesamtausgaben von 176 000 Euro zu finanzieren, wobei der Staatszuschuss 118 000 Euro und der Eigenanteil 47 000 Euro betragen, wie Ismene Simon erläuterte. Der Caritasverband ist Träger, um Asylbewerber sozial zu beraten und zu betreuen, damit sie sich in dem für sie fremden Lebens- und Kulturbereich orientieren können. Ein Schwerpunkt liegt in der Bereitstellung der Orientierungshilfen, Beratung und Information, um die auftretenden Alltagsprobleme besser bewältigen zu können. Auch erfolgt eine Aufklärung über die Grundzüge des deutschen Gemeinwesens.
Da das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement im Rahmen des Moro-Projektes zu einer Anlaufstelle für zahlreiche ehrenamtliche Aktive und für Vereine und Organisationen im Landkreis geworden ist, wurde dem Landkreis vorgeschlagen, nach Ablauf des bisherigen Förderzeitraumes Ende Februar 2018 als freiwillige Leistung für den finanziellen Mehrbedarf 12 000 Euro zu gewähren. Immerhin wurden mit Veranstaltungen 750 Bürger aus dem Landkreis erreicht, und 237 Personen und Institutionen nahmen fachliche Beratung in Anspruch, wie Angelika Sachtleben und Tanja Altrichter berichteten.
Dem Sachbericht über den Pflegestützpunkt Coburg, der als erster bayernweit 2010 eröffnet wurde, vorgetragen von Geschäftsführer Peter Schubert, war zu entnehmen, dass im Jahr 2016 der Anteil der Ratsuchenden aus dem Landkreis bei 40 Prozent, der aus der Stadt bei 45 Prozent lag. Der Rest kam von außerhalb. Ziel des Pflegestützpunktes ist es, Hilfesuchenden Beratung und Unterstützung aus einer Hand zu bieten. Die Inhalte der Gespräche beziehen sich in den meisten Fällen auf Leistungen und Finanzierung der häuslichen Pflege und der ambulanten Versorgung. Beraten wird auch in den Bereichen Pflegegutachten, Absicherung von Pflegepersonen, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Von den Sachkosten von rund 10 900 Euro tragen die Krankenkasse 5500 Euro und der Landkreis und die Stadt je 2700 Euro. 735 Beratungsgespräche waren 2016 in Coburg, Neustadt, Seßlach, Bad Rodach und Sonnefeld zu verzeichnen. dav

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