Haßfurt

Eines von 80 000 Babys

Anna Miriam kam im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken mit einer "Glückshaube" zur Welt - ein Ereignis, das sehr selten vorkommt.
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Anna Miriam kam im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken als Glückshaubengeburt zur Welt. Die stolzen Eltern Benjamin (links) und Uta Eisermann freuen sich über ihr drittes Kind, genau wie Hebamme Birgitta Wohner-Finger (rechts).  Foto: Haßberg-Kliniken/Marco Heumann
Anna Miriam kam im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken als Glückshaubengeburt zur Welt. Die stolzen Eltern Benjamin (links) und Uta Eisermann freuen sich über ihr drittes Kind, genau wie Hebamme Birgitta Wohner-Finger (rechts). Foto: Haßberg-Kliniken/Marco Heumann

Mehr als 400 Säuglinge werden wohl auch in diesem Jahr im Kreißsaal des Haßfurter Krankenhauses auf die Welt kommen. Mehr als einer am Tag. Babys wie Anna Miriam - das dritte Kind von Benjamin und Uta Eisermann - sind dennoch nichts Alltägliches. Das Mädchen war eine äußerst seltene Glückshauben-Geburt.

Echte Seltenheit

Anna Miriam schläft. Die Eltern Benjamin und Uta Eisermann blicken ein wenig stolz auf ihre Tochter, die zwischen ihnen auf dem Gebärbett im Kreißsaal des Haßfurter Krankenhauses liegt. Die Kleine, das dritte Kind des Ehepaars, ahnt nicht, dass der Pressetermin wegen ihr stattfindet. Dass sie eine echte Seltenheit ist. Eine von 80 000. Oder die Erste von mehr als 2000 in der langen Hebammen-Laufbahn von Birgitta Wohner-Finger. "So etwas habe ich noch nie erlebt", berichtet die erfahrene Geburtshelferin.

Anna Miriam war eine Glückshauben-Geburt. Als sie am 12. Juli um kurz vor drei Uhr in der Nacht das Licht der Welt erblickte, war sie noch von der Eihaut der Fruchtblase umgeben und der Kopf war noch fast komplett von der milchigen Hülle bedeckt. "Ich habe die Hülle dann schnell vom Kopf entfernt", erzählt Birgitta Wohner-Finger. Eine Gefahr habe für den Säugling aber nicht bestanden. "Direkt nach der Geburt haben die Kinder noch den Tauchreflex." Die Luft wird noch kurz angehalten, was auch Wassergeburten ermöglicht.

Dennoch ist die Fruchtblase im Normalfall nicht mehr intakt, wenn das Baby den Bauch der Mutter verlässt. "Sie reißt oder platzt normalerweise, wenn der Kopf rauskommt oder kurz davor", berichtet die Hebamme. "Oder sie wird von uns angeritzt." Anna Miriam hatte es aber so eilig, dass dafür keine Zeit blieb. "Sie wollte halt sehr schnell raus", schmunzelt Birgitta Wohner-Finger. Papa Benjamin und Mama Uta haben übrigens von der "Glückhaube" erst einmal nichts mitbekommen.

Zwar meint der dankbare Vater im Rückblick sich ganz dunkel an eine Haut auf dem Kopf seiner Tochter erinnern zu können, aber ein genaues Bild hat er nicht vor Augen. "Wir waren einfach nur glücklich, als Birgitta die Kleine zu uns gelegt hat."

Eher in Erinnerung blieb da schon, was die Eltern als eine "Geburt auf der Überholspur" erlebt haben. "Es ging alles so megaschnell!", erinnert sich Mama Uta an die rasante Nacht. "Wir haben sogar ein Paar überholt, das schon vor uns im Kreißsaal war."

Kurz nach Mitternacht kamen die Eisermanns ins Krankenhaus. "Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich erst noch einmal zwei oder drei Stunden schlafen kann", schmunzelt Papa Benjamin, der damals noch bis zum Nachmittag gearbeitet hatte. Was für eine Rarität ihr drittes Kind ist - die Geschwister sind zwei und vier Jahre alt - bekamen die Eltern erst nach und nach mit. "Meine Schwester hat gegoogelt, was eine Glückshauben-Geburt ist und es meiner Mutter erzählt." Als die von dem einen unter 80 000 Fällen berichtet, von dem ihre jüngste Enkelin einer ist, waren Mama Uta und auch Papa Benjamin erst einmal baff.

In Polen ist das, was Anna Miriam erlebt hat, sogar in einem Sprichwort verewigt. "Man sagt, in Anlehnung an die Sonntagskinder in Deutschland, ,Du bist unter einer Glückshaube geboren', wenn einer besonders viel Erfolg hat und ihm alles gelingt", berichtet Chefarzt Raphael Kupietz.

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