Affalterthal

Einen Zufluchtsort wiederbelebt

Die "Bartelskirche" bei Affalterthal bot den Bieberbachern im Dreißigjährigen Krieg Schutz. Jetzt wurde im Buchenwald erstmals wieder ein Gottesdienst gefeiert.
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Der Waldgottesdienst im Wald bei Affalterthal Foto: Reinhard Löwisch
Der Waldgottesdienst im Wald bei Affalterthal Foto: Reinhard Löwisch
Das hat es schon viele Jahrhunderte nicht mehr gegeben: ein Gottesdienst beim Flurstuck Bartelskirche, abseits im Buchenwald gelegen, das höchstens bei Wanderern bekannt ist, weil sich hier viele Wege aus Bieberbach, Schlehenmühle und Affalterthal kreuzen.
Das war genau der Grund, sich hier zu treffen, sagte Pfarrer Michael Maul: Das Motto lautete "Zusammenkommen" und das ist auch durchaus wörtlich gemeint. Denn es gibt zwar nur eine Kirchengemeinde, aber zwei Kirchen und damit faktisch zwei Lager.
Ziel der Aktion ist es, dass nicht jeder nur in seiner Kirche Gottesdienst feiert, sondern gemeinsam in einer Kirche, und da war dieser Platz gut gewählt. Wie es dazu kam?
Vor einiger Zeit (12. November 2016) stand ein Artikel im FT, der das Wiederauffinden dieses Platzes mit seinem "Opferstein" und einem markanten Felsen daneben beschrieb; man vermutete die Bartelskirche früher weiter weg. Der Platz diente vor allem während des Dreißig-jährigen Krieges vor rund 400 Jahren als Zufluchtsort für Bieberbacher Bürger, die sehr oft vor heranrückenden Kriegshorden fliehen mussten. Hier, abseits der alten Geleitstraße, fand man die Ruhe und auch die Muße, seinem Glauben ohne Furcht nachzugehen. Deshalb soll es an gleicher Stelle schon vor Jahrhunderten, vor allem zu Kriegszeiten, Gottesdienste gegeben haben.


30 Minuten Fußmarsch

Und so kam es an diesem Himmelfahrtstag wieder zu einem Waldgottesdienst. An die 60 Leute, mehrheitlich Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, liefen zu Fuß und mit dem Kinderwagen voraus, von Bieberbach und Affalterthal aus gleichzeitig zu diesem Platz, den sie nach etwa 30 Minuten Fußmarsch durch den Wald erreichten. Der Posaunenchor unter Leitung von Simon Gemählich ersetzte die fehlende Orgel, Ortspfarrer Michael Maul verstand es, die Kinder wie auch die Erwachsenen mit gemeinsamen Aktionen und Gitarrenspiel in den Gottesdienst einzubinden.
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