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Einen Tag lang die Uni-Bank drücken: Über 130 Senioren machten mit

wolfgang desombre "Studieren für einen Tag", so lautet der Leitgedanke der SeniorenUni der Hochschule Coburg. Organisiert wurde der Tag von Studierenden der Integrativen Gesundheitsförderung und der S...
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"Jung ist out, alt ist in - der Handel entdeckt die Senioren" - diese Zuhörer lauschten bei der SeniorenUni den Ausführungen von Professor Roland Hertrich zu dem interessanten Thema.  Foto: Wolfgang Desombre
"Jung ist out, alt ist in - der Handel entdeckt die Senioren" - diese Zuhörer lauschten bei der SeniorenUni den Ausführungen von Professor Roland Hertrich zu dem interessanten Thema. Foto: Wolfgang Desombre

wolfgang desombre "Studieren für einen Tag", so lautet der Leitgedanke der SeniorenUni der Hochschule Coburg. Organisiert wurde der Tag von Studierenden der Integrativen Gesundheitsförderung und der Sozialen Arbeit. Mehr als 130 Senioren hatten sich für die sieben Vorlesungen und drei Workshops eingeschrieben.

Lebenslanges Lernen sei heute sehr wichtig, sagte Dozentin Beate Weigle. Neun Studentinnen aus dem dritten Semester hatten sich seit einem Jahr auf dieses Projekt vorbereitet und es eigenverantwortlich durchgeführt, berichtete Anika Hetz. Die Themen seien ausgeglichen und für jeden sei etwas dabei.

Stapeln und trainieren

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Cupstacking, zu Deutsch Becherstapeln, ist ein faszinierendes Geschicklichkeitsspiel für alle Altersstufen, das auf einfachste Weise die Auge-Hand-Koordination, Reaktionsvermögen und Konzentration trainiert. Gemeinsam mit Stacking-Profi Waltraud Deutschmann probierten die Senioren auch Gesellschaftsspiele aus, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Geschicklichkeit, Gedächtnis und logisches Denken fördern sollten.

In der Stempelwerkstatt von Sigrun Wassermann wurden ungewöhnliche Materialien eingesetzt, um farbige Strukturen zu stempeln, wobei überraschende Effekte und Bildergebnisse entstanden.

Die Gründe, Yoga zu machen, seien vielfältig, sagte Dominik Österreicher. Es gehe darum, die Beweglichkeit zu erhöhen, Körperspannung und -gefühl zu fördern oder einfach den Alltag zu vergessen und zu entspannen.

Besuch weckt Erinnerungen

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Bei den Besuchern kam die Auswahl gut an: Aus Bamberg kam Hermann Güttler an die Hochschule, wo er einst Elektrotechnik studiert hatte. Der Besuch wecke Erinnerungen, erzählte der Bamberger. Themen wie Schwerkraft und Unsterblichkeit seien schon etwas "schwer verdaulich", so Güttler, aber als Naturwissenschaftler könne er die Inhalte durchaus nachvollziehen.

Durch ihre Freundin ist Gudrun Bauer, Zweite Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes Coburg, zur SeniorenUni gekommen. Das Thema "Unsterblichkeit" war für Gudrun Bauer ebenso interessant wie das aktuelle Thema "Menschenrechte und Flucht".

Wie entsteht aus einer Stammzelle ein hoch differenzierter Organismus? Warum altern Zellen? Gibt es Unsterblichkeit? Solche und ähnliche Fragen beantwortete Antje Vondran in einem leicht verständlichen Impulsvortrag.

Am Coburger Gymnasium Ernestinum unterrichtet Klaus Mischke Deutsch, Englisch und Ethik. Bei der SeniorenUni hatte sich der Grüber für Naturwissenschaften und ein Gesundheitsthema interessiert. In einer Bäckerei hatte er den Flyer für die SeniorenUni entdeckt und sich gleich mit seiner Ehefrau Susanne angemeldet.

Eine Depression von Demenz zu unterscheiden, sei nicht immer leicht, erfuhr der Gymnasiallehrer bei dieser Vorlesung. So würden manche Symptome im Alter schnell einer Demenz zugeschrieben. Welche Unterschiede es zwischen Demenz und Depression gibt, versuchte Professor Harry Conrads darzulegen. Es sei eine Herausforderung, die richtige Diagnose zu stellen. Wichtige Symptome und Verläufe beider Erkrankungen wurden den Studenten anhand von Praxisbeispielen erklärt.

Schon zum vierten Mal hatte Ulrich Zetzmann an der SeniorenUni teilgenommen und sich diesmal für "Asyl und Migration" und "Pflege-Burnout - eine schleichende Gefahr?" eingeschrieben. "Ich möchte gerne neue Sachen kennenlernen und finde diese Themen spannend", sagte der bekannte Coburger Leichtathlet.

Meinem Nachbarn geht es schlecht, wie verhalte ich mich in einer solchen Situation richtig? Viele Teilnehmer dieser Vorlesung erhofften sich Tipps von Professor Michael Vogt. Er zeigte seinen Zuhörern, wie sie Berührungsängste abbauen können und sich Ideen für eine angemessene Kommunikation, gar für die Gestaltung eines Netzwerkes im Nahfeld, entwickeln lassen.

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