Egloffstein

Eine Wanne aus Edelstahl fürs neue Bad

Teurer in der Anschaffung, dafür keine Wartungskosten: Das künftige Becken für Egloffstein nimmt Gestalt an.
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Mit dem Neubau des Freibads kommen auf Egloffstein Kosten in Höhe von 1,5 Millionen zu. Foto: Freibad Egloffstein
Mit dem Neubau des Freibads kommen auf Egloffstein Kosten in Höhe von 1,5 Millionen zu. Foto: Freibad Egloffstein

Es sieht fast nach einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk aus. Es gab nur einen wichtigen Tagesordnungspunkt: die Sanierung, beziehungsweise Neubau eines Freibades. Dazu hatte der Gemeinderat den Freibadbauer, das Architekturbüro Krautloher aus Vilshofen eingeladen, um darüber zu reden, wie man am billigsten ein neues Bad bekommt.

Teuer wird es auf jeden Fall, so rund zwei Millionen Euro kostet ein neues Bad; zwei verschiedene Varianten konnte der Architekt nun in der Sitzung präsentieren, wobei das Ergebnis ´seines Gutachtens, es stammt aus dem Jahr 2018, dem Gemeinderäten schon bekannt war. Sie hatten Detailfragen zu dem Bauvorhaben, schließlich geht es um die Entscheidung, ob und wenn ja, welche Variante sich die Gemeinde leisten will.

Im Raum standen die verschiedenen Möglichkeiten: Beton mit Fliese, Beton mit Folie oder kein Beton, dafür eine Edelstahlwanne. Bleibt die Wasserfläche so groß oder soll sie kleiner werden? In erster Linie geht es dabei um das große Wasserbecken für Schwimmer, das derzeit noch 42 Meter lang ist. Es ist wegen des torfigen Untergrundes so stark geschädigt, dass es nicht mehr reparierfähig ist, stellte Josef Krautloher noch einmal klar.

Die Kostenabwägung

Und beim Sparen kommt es auf viele kleine Details an, die erst zusammen Wirkung zeigen können. So könnte man bei der Größe des Beckens sparen, was eine kleinere und damit billigere Wasserpumpe und weniger Stromkosten zur Folge hätte. Man könnte das Wasser mit einem Absorber erwärmen, was mittelfristig ebenfalls zu Einsparungen führt, und man sollte dann auch eine Edelstahlwanne bevorzugen, auch wenn sie in der Anschaffung teurer ist, weil die - über 40 Jahre gesehen - keinerlei Wartungskosten verursacht, im Unterschied zur Folie, die in dem Zeitraum zweimal gewechselt werden muss. Und die Fliesen halten auch nicht so lang.

Die zweite wichtige Frage war die der Finanzierung. Man rechnet mit 30 Prozent Förderung durch den Freistaat. Bei der Variante eins mit 42-Meter-Becken läge die Gesamtsumme jetzt bei rund 2,35 Millionen Euro, bei einem 33-Meter-Becken immer noch bei 2,2 Millionen. Davon bleiben rund 1,5 Millionen, welche die Gemeinde selber aufbringen muss.

Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) meinte, dass man die letzten zehn Jahre kräftig gespart habe, so dass man "schon mal wieder in die Schuldenaufnahme gehen könnte". Andere Gemeinderäte waren da skeptischer, wie auch Bauhofleiter Günther Polster (WEU), der daran erinnerte, dass noch ungeklärte Kindergartenkosten und auch die Sanierung des Paradiesweges im Raum stehen und niemand derzeit wisse, wieviel Geld die Gemeinde da noch in die Hand nehmen muss.

Schon vor zwei Wochen war das Freibad Thema im Gemeinderat. Da ging es darum, ob sich die Gemeinde für die Förderung durch den Freistaat entscheiden soll, mit der Konsequenz, Schulden aufzunehmen, um sich das Bad zu leisten. Damals hatte man einstimmig Ja gesagt.

Bei der Wahl der besten Variante für die Finanzen der Gemeinde kam nun der einstimmige Auftrag an Krautloher heraus, die Edelstahlvariante mit dem kleineren Becken soweit zu planen, dass man die Kosten genau benennen kann.

Manch einer träumte offensichtlich schon vom Neubau. Auf die Frage, ob man den Bau schon im nächsten Herbst beginnen und über den Winter bauen könnte, um es im Frühjahr 2021 einzuweihen, nickte der Architekt und sagte: "Ja das wäre möglich und das ist mittlerweile auch üblich, weil keine Gemeinde gern eine Sommersaison im Freibad verpasst". Wenn das kein Weihnachtsgeschenk für die Bürger ist?

Auftragsvergaben

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtungsanlage in Egloffstein auf LED-Technik wurde für rund 9000 Euro an eine Würzburger Firma vergeben. Die Umstellung soll bis Ende Januar 2020 erfolgen. Auch der seit Jahren projektierte Mehrgenerationenspielplatz in Affalterthal kann nun realisiert werden, teilte Bürgermeister Förtsch mit, da nun die Förderzusage erfolgte. Im Frühjahr 2020 soll mit dem Bau begonnen werden.

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