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Mitwitz

Eine uralte Eiche ist Geschichte

Seit über 100 Jahren stehen am Wasserschloss in Mitwitz zwei Eichen. Nun ist eine von ihnen der Natur zum Opfer gefallen.
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Ein ungewohntes Bild bietet sich nun dem Besucher des Mitwitzer Wasserschlosses. Nur noch eine der beiden mächtigen und knorrigen Eichen steht. Die linke Eiche fiel nach starken Sturmböen um.  Fotos: Friedrich Bürger
Ein ungewohntes Bild bietet sich nun dem Besucher des Mitwitzer Wasserschlosses. Nur noch eine der beiden mächtigen und knorrigen Eichen steht. Die linke Eiche fiel nach starken Sturmböen um. Fotos: Friedrich Bürger
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Nicht Menschenhand, sondern starke Sturmböen haben kürzlich eine der beiden Eichen nahe der quadratischen "Ringmauer" im Wasserschloss Mitwitz "gefällt". Der pensionierte Cramer-Klett'sche Revierförster Adolf Beier vermeldete am vergangenen Montag das Ende des Baumriesen. Anscheinend war das Wurzelwerk der 80 Zentimeter im Durchmesser starken und mehr als 20 Meter hohen, mit einer mächtigen Krone geschmückten Eiche zu schwach, um dem gewaltigen Druck standzuhalten.

Glücklicherweise kam bei dem Sturz niemand zu schaden, da der kräftige Baum mit der typisch knorrigen Rinde in den mit Wasser gefüllten inneren Schlossgraben stürzte.

Die historische Umfassungsmauer, die nach Untersuchungen in den 1960er Jahren auf einem Eichenrost steht, wurde allerdings in Mitleidenschaft gezogen und muss repariert werden. Zunächst aber, erklärt der Wasserschloss-Hausmeister Markus Schindler, müsse erst einmal die Eiche mit schwerem Gerät durch ein Spezialunternehmen geborgen werden. Sie sei mit ihren 120 bis 130 Jahren ja nicht nur alt, sondern auch mächtig schwer.

Zwei historische Ereignisse

Aufgrund von historischen Vergleichsaufnahmen konnte Ortschronist Friedrich Bürger das geschätzte Alter bestätigen. Sie wurden wohl im Zeitraum zweier für Mitwitz bedeutenden Ereignisse gepflanzt: Im Mai 1892 war der spätere bayerische König Ludwig III. zu Besuch und im November 1903 war das Schloss Schauplatz der Hochzeit von Annie von Würtzburg mit Baron Theodor II. von Cramer-Klett. fb