Coburg
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Eine neue Sonderausstellung zeigt die schottischen Orkney-Inseln

Das Naturkunde-Museum Coburg lädt ab sofort mit einer Sonderausstellung zu einer spannenden Entdeckungsreise an den Rand Europas ein: auf die Orkney-Inseln. Die Kuratoren Ralf Metzdorf vom Naturkunde-...
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Ralf Metzdorf und Carsten Ritzau vom Naturkunde-Museum Coburg und Ronald Bellstedt vom Museum der Natur in Gotha (von links) eröffneten Donnerstagabend die Sonderausstellung.  Foto: Lukas Barthel
Ralf Metzdorf und Carsten Ritzau vom Naturkunde-Museum Coburg und Ronald Bellstedt vom Museum der Natur in Gotha (von links) eröffneten Donnerstagabend die Sonderausstellung. Foto: Lukas Barthel

Das Naturkunde-Museum Coburg lädt ab sofort mit einer Sonderausstellung zu einer spannenden Entdeckungsreise an den Rand Europas ein: auf die Orkney-Inseln. Die Kuratoren Ralf Metzdorf vom Naturkunde-Museum Coburg und Ronald Bellstedt vom Museum der Natur in Gotha zeigen in der Ausstellung anhand zahlreicher Exponate und großformatiger Fotos, dass die Orkney-Inseln mit Steinkreisen, Klippen und Palästen eine ganz eigene Schönheit zu bieten haben. Hier hinterließen nicht nur die Wikinger ihre Spuren, sondern auch längst verschwundene Völker der Jungsteinzeit und Eisenzeit. Die Besucher erfahren einer Pressemitteilung zufolge viel über die Geologie, die Tier- und Pflanzenwelt sowie über Geschichte und Gegenwart des rauen und kargen Archipels.

Seit 5000 Jahren besiedelt

Die Orkney-Inseln liegen im Norden von Schottland und werden durch den "Pentland Firth" vom schottischen Festland getrennt. Obwohl die Inseln ungeschützt im Meer liegen, wurden sie schon vor circa 5000 Jahren besiedelt. Die Bauwerke der ersten Siedler auf der Insel Mainland sind seit 1999 unter dem Namen "Heart of Neolithic Orkney" eine Weltkulturerbestätte. Die Orkneys bestehen aus insgesamt 69 Inseln, von denen jedoch nur 16 bewohnt sind. Das Land ist fruchtbar, es wird Landwirtschaft betrieben. Außerdem werden Milch- und Fleischkühe gehalten. Von jeher gelten die Orkney-Bewohner als Bauern, die ein wenig Fischfang, die Bewohner der nördlicher gelegenen Shetlandinseln dagegen als Fischer, die ein wenig Landwirtschaft betreiben.

Die ersten Menschen besiedelten die Orkney-Inseln nach der Eiszeit, als es noch eine Landverbindung zum schottischen Festland gab. Als der Meeresspiegel dann langsam anstieg, entstand die heutige Außenlinie der Inseln. Die Siedler hinterließen großartige prähistorische Monumente, aber keine schriftlichen Aufzeichnungen.

Heute ist die Amtssprache auf den Orkney-Inseln Englisch, viele Menschen sprechen aber auch einen Dialekt, in dem sich Englisch und Skandinavisch vereinigen. Die Anzahl der von der Landwirtschaft lebenden Menschen ist nur noch halb so groß wie in den 1920er Jahren. Neue Arbeitsplätze entstanden vor allem in der Verwaltung, in der Ölindustrie und im Tourismus.

Die Ausstellung verschweigt aber auch unrühmliche Aspekte wie die wiederholte militärische Bedeutung der Orkney-Inseln nicht. Nach dem Waffenstillstand am Ende des Ersten Weltkriegs wurden 74 Schiffe der deutschen Hochseeflotte in der zu den Orkney-Inseln gehörenden Bucht Scapa Flow interniert. Dort gab Konteradmiral Ludwig von Reuter am 21. Juni 1919 den Befehl zur Selbstversenkung der Flotte, um zu verhindern, dass die Schiffe in die Hände der Gegner fallen. Bei der Versenkung kamen neun deutsche Soldaten ums Leben. Sie gelten als die letzten Kriegstoten des Ersten Weltkriegs. In der Ausstellung zeigt ein großes Landschaftsmodell die Bucht von Scapa Flow, in das Modelle der Kriegsschiffe integriert wurden. Die Geschichte von Scapa Flow stehe sinnbildlich für die Sinnlosigkeit des Krieges, so Museumsleiter Carsten Ritzau. "Hätte Kaiser Wilhelm II. nicht versucht, es mit der britischen Seemacht aufzunehmen, wäre die verhängnisvolle Feindschaft zwischen Deutschland und Großbritannien vielleicht vermieden worden. Andererseits inszenierte die Royal Navy die Überführung der deutschen Hochseeflotte von Wilhelmshaven nach Scapa Flow als Demütigung, was später von der nationalsozialistischen Propaganda zur Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs genutzt wurde." red

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