Westheim bei Haßfurt

Eine neue Mitte für Westheim

Mit dem Spatenstich beginnt die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Gasthauses "Schwarzer Adler" in Westheim. Das Gebäude soll zu einem Dorf- und Gemeinschaftshaus werden.
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Das Poster zeigt im Innenhof des ehemaligen Gasthauses "Schwarzer Adler", wie das Dorf- und Gemeinschaftshaus ausschauen soll.  Fotos: Christiane Reuther
Das Poster zeigt im Innenhof des ehemaligen Gasthauses "Schwarzer Adler", wie das Dorf- und Gemeinschaftshaus ausschauen soll. Fotos: Christiane Reuther
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Christiane Reuther Der Gasthof "Schwarzer Adler" ist in seiner historischen Funktion sehr prägend und war für den Knetzgauer Gemeindeteil Westheim stets Zentrum des Dorfgeschehens. Das leer stehende, ehemalige Gasthaus soll nun saniert und in ein Dorf- und Gemeinschaftshaus umfunktioniert werden. Mit dem obligatorischen Spatenstich im Beisein von zahlreichen Westheimer Bürgern und Vertretern aus Politik und Kirche erfolgte am Montag nun der Startschuss für die Maßnahme, die den alten Ortskern und die Identität von Westheim erhalten soll.

Meilenstein

Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG) sprach von einem weiteren Meilenstein in der Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudes. Paulus blickte zurück auf den Werdegang des Projektes, für das es eines langen Atems bedurfte. Zunächst sahen ein Großteil der Westheimer und wohl auch die Gemeindeverwaltung die Zukunft des Gebäudes kritisch, so dass die gängige Meinung lautete: "Abriss und Raum für Parkplätze schaffen".

Mit Hilfe des damaligen Pfarrers Joachim Morgenroth und seines evangelischen Amtskollegen Urs Espeel hätten laut Bürgermeister einige Visionäre in den Jahren 2009/10 beizeiten erkannt, dass man in dem vom Verfall bedrohten Gebäude Räume als Begegnungsstätten schaffen könne. "Das Projekt ist wie eine kleine zarte Pflanze gewachsen", sagte der Bürgermeister.

In kleinen Gruppen wurde im Kloster Langheim ein Nutzungskonzept erarbeitet. Für diese Pionierarbeit und den Mut einiger Westheimer Bürger, die eigens einen Förderverein "Schwarzer Adler" gründeten, bedankte sich der Bürgermeister. Dankesworte sprach Paulus aber auch allen aus, die in irgendeiner Weise zur Verwirklichung des Projektes beitrugen. Der erste Auftragsblock für die Arbeiten ist bereits vergeben an die Firma Einbecker aus Knetzgau, die Erfahrung in der Sanierung von denkmalgeschützten Häusern hat. An dem Projekt, das mit Kosten von 2,6 Millionen Euro veranschlagt ist und vom Bamberger Architekturbüro Schmitt.Vogels geplant ist, beteiligt sich die Regierung von Unterfranken mit gut über einer Million Euro, wie Baudirektor Manfred Grüner bestätigte. Die Denkmalpflege übernimmt 600 000 Euro, wie Landtagsabgeordneter Steffen Vogel sagte. Der CSU-Politiker würdigte das Projekt, das zur Lebendigkeit des Ortes beitrage.

Ohne das bürgerliche Engagement mit einer großen Gemeinschaftsleistung sei die Maßnahme nicht realisierbar gewesen. Die zwei Millionen Euro, zu denen je 200 000 Euro der beiden Kirchen zählen, würde die Regierung laut Vogel gerne investieren, auch wenn der Parkplatz die günstigere Variante gewesen wäre. Neben der nachhaltigen Entwicklung funktionaler Räume stand die Revitalisierung von Gebäudeleerständen im Mittelpunkt der Förderung.

"Neue Einheit"

Den "Schwarzen Adler" bezeichnete Grüner als einen Ort gesellschaftlich kultureller Netzwerke mit der Möglichkeit, die historisch vorhandene Trennung der Kirchen und Gemeindemitglieder zu überwinden und eine neue Einheit durch die gemeinsame Nutzung mit den verschiedenen Institutionen, Vereinen und Initiativen und nicht zuletzt den Westheimer Bürgern selbst zu erreichen.

Den ökumenischen Segen sprachen Pfarrerin Doris Otminghaus (Westheim) und Pfarrer Michael Weck (Knetzgau).

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