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Priesendorf
priesendorf.inFranken.de  Beim Neujahrsempfang wohnte Staatsministerin Huml der Vorstellung des dritten Teils der Priesendorfer Chronik bei.

Eine neue Chronik zum Jahresauftakt

Dass beim Neujahrsempfang in Priesendorf der Saal des Gasthauses Schrüfer fast bis auf den letzten Platz gefüllt war, lag zum einen sicher daran, dass prominente Ehrengäste ihre Teilnahme zugesagt hat...
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Viel Ehre für den dritten Band der Ortschronik: (v.l.) Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Prämaßing, Bürgermeisterin Maria Beck, Landrat Johann Kalb, Staatsministerin Melanie Huml, Willi und Inge Tröster, Mark Klinnert (Einbandlayout) und Dr. Joachim Andraschke.  Foto: Frank Scholz
Viel Ehre für den dritten Band der Ortschronik: (v.l.) Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Prämaßing, Bürgermeisterin Maria Beck, Landrat Johann Kalb, Staatsministerin Melanie Huml, Willi und Inge Tröster, Mark Klinnert (Einbandlayout) und Dr. Joachim Andraschke. Foto: Frank Scholz

Dass beim Neujahrsempfang in Priesendorf der Saal des Gasthauses Schrüfer fast bis auf den letzten Platz gefüllt war, lag zum einen sicher daran, dass prominente Ehrengäste ihre Teilnahme zugesagt hatten: Neben Staatsministerin Melanie Huml kam auch Landrat Johann Kalb (beide CSU). Darüberhinaus wurde von den Priesendorfern aber auch die Vorstellung des dritten Bandes der Ortschronik mit Spannung erwartet.

In ihrem Grußwort betonte Bürgermeisterin Maria Beck (CSU), dass das gesellschaftliche Leben in einer so kleinen Gemeinde wie Priesendorf maßgeblich von der Bereitschaft einzelner abhängt, sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl zu engagieren. An derart motivierten Bürgern bestehe in Priesendorf und Neuhausen kein Mangel, wofür Beck sich ausdrücklich bedankte.

In ihrer kurzen Ansprache blickte Staatsministerin Huml unter anderem auf ihren Besuch bei der Grundschulklasse 3a in Priesendorf zurück und versprach, sich für die dringend notwendige Renovierung der Schule einzusetzen. Landrat Kalb lobte die Priesendorfer dafür, dass ihm hier nicht wie anderswo trotz hoher Lebensqualität eine gewisse Unzufriedenheit entgegenschlage.

Kleine Einblicke

Ein Höhepunkt des Empfangs war sicher die Vorstellung des dritten Bands der Ortschronik von Priesendorf, in dem es um die "Geschichte der Pfarrei St. Bartholomäus" geht. Genau wie die ersten beiden Bände wurde auch dieser dritte Teil gemeinsam von Dr. Joachim Andraschke und dem Ehrenbürger Willi Tröster verfasst. Dabei hat der Historiker Andraschke den ersten Teil - von Beginn der Christianisierung bis zur Gründung der Pfarrei im Jahr 1756 - geschrieben, während Tröster die Geschichte der Pfarrei von diesem Zeitpunkt an weitererzählte. Die intensive Forschungsarbeit der beiden in zahlreichen Archiven trug reiche Frucht, sodass der reich bebilderte dritte Band der Chronik gute 480 Seiten umfasst. Über den Inhalt ließen die beiden Autoren an diesem Abend nicht allzu viel verlauten, nur wenige Informationen sollten die Gäste auf das Lesen des Bandes neugierig machen.

So erzählten sie, dass bereits für 1422 eine erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Priesendorf nachgewiesen ist, oder dass die Marienkapelle über sehr lange Zeit hinweg Ziel verschiedener Wallfahrten war. Auch Anekdoten aus dem alltäglichen Leben der Priesendorfer sind in der neuen Chronik dokumentiert: So zum Beispiel ein regelrechter Kleinkrieg zwischen einem Pfarrer und seiner vom Ortsvorsteher angeführten Gemeinde, ein Bierboykott, der die umliegenden Wirte zwang, eine Preiserhöhung zurückzunehmen, oder Berichte über tumultartige Zustände im Rahmen eines Kirchweihfestes, die am königlichen Landgericht zu Bamberg aktenkundig geworden sind.

Die Arbeit, die das Schreiben und Veröffentlichen einer solchen Chronik macht, wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs ausdrücklich gewürdigt: Nicht nur die beiden Autoren haben hunderte Arbeitsstunden investiert, sondern auch Inge Tröster, die sämtliche Texte erfasst, das Layout mitgestaltet und sich allgemein um redaktionelle Arbeiten gekümmert hat. Aus diesem Grund und weil sie sich schon seit über 40 Jahren ehrenamtlich um die Pflege der Marienkapelle kümmert, wurde sie mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Ein herzliches Dankeschön ging auch an den Besitzer der örtlichen Druckerei, Andreas Safner, der auch den dritten Band unentgeltlich gedruckt hat.

Anerkennung für Engagement

Der festliche Rahmen des Neujahrsempfangs wurde genutzt, um weitere Bürger zu ehren, die durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Gemeindeleben bereichert haben. Exemplarisch sei hier Seniorenbeauftragter Roland Oberle erwähnt, der im Rahmen der Nachbarschaftshilfe "Helfende Hände" den Gemeindebus fährt und wartet. Außerdem wurde der gesamte Musikverein Priesendorf geehrt, weil er durch seine ausgezeichneten Erfolge in der Höchststufe der Wertungsspiele die Gemeinde weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Seine Mitglieder Mara und Lina Sperber stiegen im Solo-Duo-Wettbewerb "Concertino" des Bayerischen Blasmusikverbandes mit "ausgezeichnetem Erfolg" bis zum Landesentscheid auf.

Ihr Einsatz für Kinder und Jugendliche brachte Ulrike Burger eine Ehrung ein: Sie betreute die Jugendgruppe des Obst- und Gartenbauvereins Priesendorf, die "Frechen Früchtchen", seit der Gründung im Jahr 2009. Auch Wilfred Altstadt wurde ausgezeichnet für seinen vorbildlichen Dienst als Hausmeister in der Kita St. Anna, den er zehn Jahre lang weit über das übliche Maß hinaus versah.

Für ihre Dienste an der Allgemeinheit wurden Johanna Steinhäuser von der FFW Priesendorf sowie Roland Söder, Eduard Köhler, Karl-Heinz Zöcklein und Manfred Schrenker von der FFW Neuhausen geehrt. Monika Jungkunz und Matthias Bauer von Schützenverein Diana Neuhausen wurden für besondere sportliche Leistungen ausgezeichnet. Für ihre Leistungen in der Vereinsleitung wurden Anna Pickel, Christina Jungkunz und Marcel Coors geehrt.

Stehende Ovationen für Beck

Die letzte Ehrung kam für die Empfängerin völlig unerwartet: Im Namen der ganzen Gemeinde dankte der zweite Bürgermeister Hans-Peter Prämaßing der Bürgermeisterin Maria Beck für die hervorragende Arbeit in den vergangenen zwölf Jahren. Beck, deren Amtszeit am 30. April offiziell endet, nahm sichtlich gerührt Blumen und die stehenden Ovationen des Publikums entgegen. Frank Scholz

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