Unterwallenstadt

Eine Marter mit Vergangenheit

Der restaurierte Zeitzeuge aus dem 18. Jahrhundert bekam den Segen vom Stadtpfarrer Roland Neher.
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Stadtpfarrer Roland Neher segnete die etwa 300 Jahre alte Marter am Lindenplatz. Foto: Alfred Thieret
Stadtpfarrer Roland Neher segnete die etwa 300 Jahre alte Marter am Lindenplatz. Foto: Alfred Thieret
Im Anschluss an die Maiandacht in der St.-Bartholomäus-Kapelle segnete Stadtpfarrer Roland Neher am Dienstag die auf dem Lindenplatz vor der Kapelle befindliche Marter, die kürzlich restauriert wurde.


Zeichen der Volksfrömmigkeit

Wie viele andere religiöse Male in Franken entstand auch dieses Marter vor etwa 300 Jahren zu Beginn des 18. Jahrhunderts als bildhaftes Zeichen einer tiefen Volksfrömmigkeit. Als vermutlicher Stifter wird der Landwirt Hans Schardt angenommen. Nach den Erhebungen des ehemaligen Stadtarchivars Heinrich Meyer und den Aufzeichnungen von Josef Breunlein wurde die Marter zweimal versetzt.
Vom ursprünglichen Standort am alten Kirch- und Schulweg in der Nähe des Mühlbachs musste das Denkmal im Zuge des Baus der Werrabahn 1859 an den heutigen Unterwallenstadter Weg verlegt werden, um dann 1963 im Rahmen der Dorfplatzumgestaltung an den heutigen Standort umgesetzt zu werden. 2004 erhielt die Marter auf Initiative des Kapellenerhaltungsverein neue Votivtafeln des aus Lichtenfels stammenden Kirchenmalers Peter Groh, da die ursprünglichen Blechtafeln mit religiösen Motiven im Lauf der Zeit verloren gingen. Die mittlerweile stark verblassten Bilder der Votivtafeln, die den Patronatsheiligen Bartholomäus, die beiden Bistumspatrone, Kaiser Heinrich und seine Frau Kunigunde sowie die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind zeigen, wurden nun von dem Künstler aufgefrischt.
Zudem wurde die gewundene Sandsteinsäule mit ionischem Kapitell vorsichtig gereinigt, um nicht die Reliefs zu beschädigen. Am auffälligsten ist der neue gepflasterte Sockel mit einem kleinen bepflanzten Bereich. Auf Anregung des Ehrenvorsitzenden Josef Springer erhielt die Marter über dem Kapitell ein vergoldetes Kreuz.


Lob von allen Seiten

Die Kosten wurden zu gleichen Teilen vom Kapellenerhaltungsverein und der Stadt übernommen. Die Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner lobte den Einsatz des Kapellenerhaltungsvereins, der nach der umfassenden Sanierung der Bartholomäuskapelle vor einigen Jahren nun auch die Renovierung der Marter initiierte und ermöglichte. Vorsitzender Heribert Träger bedankte sich beim Pfarrer für die Segnung sowie bei der Stadt für die Unterstützung und lud zu einer kleinen Agape ein.


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