Marktschorgast

Eine Kirche wächst in die Länge

Vor 40 Jahren wurde die Marktschorgaster St.-Jakobus-Kirche renoviert und baulich verändert.
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So zeigte sich am 17. November 1979 die St.-Jakobus-Kirche im Rahmen einer umfassenden Renovierung . Aufgerichtet wurde der Dachstuhl über den Anbau der katholischen Pfarrkirche. Foto: Bruno Preißinger
So zeigte sich am 17. November 1979 die St.-Jakobus-Kirche im Rahmen einer umfassenden Renovierung . Aufgerichtet wurde der Dachstuhl über den Anbau der katholischen Pfarrkirche. Foto: Bruno Preißinger

Die Marktschorgaster Wehrkirche St. Jakobus hat viele Stilepochen und Baumaßnahmen überstanden. So wurde sie zum Beispiel vor 40 Jahren umfassend renoviert. Über den Anbau der katholischen Pfarrkirche wurde damals der Dachstuhl aufgerichtet. Durch diese Baumaßnahme konnte das Gotteshaus den liturgischen Erfordernissen angepasst werden.

Der Abschluss des II. Vatikanischen Konzils am 8. Dezember 1965 hatte nämlich einen Wandel in der katholischen Kirche gebracht. Es gab Veränderungen in der Liturgie. Die Muttersprache löste in der Eucharistiefeier die lateinische Sprache ab. Der Altar rückt in die Mitte, der Priester wendet sich der Gemeinde zu. Dazu kam es in Marktschorgast erst 1980. Um dies zu ermöglichen, umfasste die Baumaßnahme die Verlängerung des Chorraumes um circa drei Meter.

Alles begann mit der Kirche

Die Geschichte Marktschorgasts beginnt mit der Geschichte der Pfarrkirche. Durch die Gründung des Bistums Würzburg, das Bistum der Franken, kam kulturelles Leben in die Fichtelgebirgslande. Kaiser Heinrich II., der Heilige, gründete 1007 das Bistum Bamberg mit der Absicht, den Osten des Frankenwaldes zu christianisieren. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1109 gehörte Marktschorgast dem Stift St. Jakob in Bamberg. Zu dieser Zeit war Marktschorgast (Scoregast) bereits eine Pfarrei. Die Kirche mit dem Friedhof bildete ursprünglich die Hauptbefestigung des Ortes.

Auffallend ist, dass die Nordseite fensterlos ist; einerseits der Witterung, andererseits der Verteidigung wegen. Das ehrwürdige Marktschorgaster Gotteshaus war bis 1460 einschiffig und bildete ein längliches Viereck. Die im romanischen Stil erbaute Wehrkirche fiel dem Hussitenkrieg zum Opfer. Die Angreifer drangen, aus Böhmen kommend, über Marienweiher bis Marktschorgast vor und brannten die Ortschaft wie auch die Kirche nieder. Beim Wiederaufbau durch den damaligen Pfarrer Hertnid von Stein machte der romanische Baustil dem gotischen Platz. Das Bauwerk wurde um 1465 vollendet und um ein zweites Schmalschiff erweitert. Anstelle der trennenden Zwischenwand traten Steinsäulen. Diese zweischiffige Bauweise trifft man nur selten, wie zum Beispiel die Nagelkapelle am Dom zu Bamberg.

Immer wieder Veränderungen

Um 1600 ist der rechteckige Chorraum von der Breite des zweischiffigen Längshauses dazugekommen. 1677 wurde schließlich am Turm gebaut, denn in der jetzigen Uhrstube findet sich die Jahreszahl 1677 eingemeißelt.

Im 18. Jahrhundert erhielt das Innere der Kirche ein barockes Gepräge. Auf dem Hochaltar befand sich ein großes Ölbild des heiligen Jakobus. Ein barocker Tabernakel mit zwei holzgeschnitzten Engelsfiguren zierte den Hochaltar. 1721 wurde auf dem Turm ein niedriges Obergeschoss mit Zwiebel und Laterne aufgebaut.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Kirche die Erneuerung der Gotik. So wurde um 1890 die Kirche innen wieder umgestaltet. Alles Barocke wurde entfernt. Die Kirche wurde mit neugotischen Schreineraltären sowie einer neugotischen Kanzel ausgestattet. Die Wehrkirche in Marktschorgast hat die Kunstformen der Romanik, der Gotik und des Barocks erlebt. 1979 wurde mit dem Umbau der Kirche begonnen, 1980 wurde sie innen neu gestaltet.

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