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Kulmbach

Eine Hommage aufs Handwerk

Rüdiger Baumann hat mit elf Menschen mit Handicap das Theaterstück "Der gewiefte Kater" einstudiert. Es wird heute im Beruflichen Schulzentrum aufgeführt.
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Bei dem Stück "Der gewiefte Kater" geht es auf der Bühne ganz schön turbulent zu. Fotos: Sonny Adam
Bei dem Stück "Der gewiefte Kater" geht es auf der Bühne ganz schön turbulent zu. Fotos: Sonny Adam
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Mit einem überdimensionalen Zylinder und großen Gesten steht der Zauberer Tyrone auf der Bühne: "Alles meins - alles gehört mir", ruft er mit einem überlegenen Lächeln. Immer, wenn er ganz vorne auf der Bühne steht, schlägt das Herz des Schauspielers ein bisschen schneller. "Klar, bin ich aufgeregt. Es ist nicht so einfach", sagt Tyrone. Und trotzdem ist er entschlossen, am Dienstag - bei der großen Premiere im beruflichen Schulzentrum - sein Bestes zu geben und sich nichts von seinem Lampenfieber anmerken zu lassen. "Dass ich den Zauberer spielen darf, ist toll. Das ist eine coole Rolle", sagt Tyrone.

Eine wichtige Aufgabe in dem Stück "Der gewiefte Kater" hat auch Ralf inne. Auch er gehört zum elfköpfigen Team aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. "Wir proben jetzt schon sehr lange. Aber es ist nicht so einfach, dass alles klappt", sagt er.

FOS tut seit Jahren viel

Theater-Profi Rüdiger Baumann arbeitet seit eineinhalb Jahren mit Mitarbeitern der Werkstatt. Für elf von ihnen hat er das Märchen "Der gestiefelte Kater" umgeschrieben. Aus der altbekannten Geschichte ist ein gesellschaftskritisches Werk geworden. Es geht um die Digitalisierung und um das Handwerk.

"Wir freuen uns ganz besonders, dass dieses Theaterstück im Beruflichen Schulzentrum aufgeführt wird", sagt dessen Leiter Alexander Battistella. Schon seit Jahren engagierten sich die Schüler der FOS beim "Future Social School Project", indem sie Menschen mit Handicap den Umgang mit Computern vermitteln.

"Aber auch das Thema des Theaterstücks passt hervorragend zum beruflichen Schulzentrum. Denn wir sind überzeugt, dass Handwerk Zukunft hat. Wir können uns nicht vorstellen, dass in absehbarer Zukunft Roboter Handwerker in den Berufen ersetzen, die wir hier in Kulmbach ausbilden," sagt Battistella.

"Ja, das Theaterstück wird ein Loblied auf das Handwerk", verriet Rüdiger Baumann bei den Proben. Er sei selbst gespannt, was die Schauspieler bei der Premiere aus dem neu verfassten Stück machen.

Für die Akteure geht übrigens ein kleiner Herzenswunsch in Erfüllung. Martina, die eine Katze spielt, verriet, dass schon ihre Mutter als Schauspielerin auf der Bühne stand. "Man ist natürlich aufgeregt, wenn man was sagen muss. Aber wir haben alles gut geübt", sagte sie. "Wir drücken uns selbst die Daumen", kommentierte Frank und hoffte auf viele Zuschauer bei der Premiere.

Insgesamt wirken in dem Stück elf Menschen mit Handicap zwischen 24 und 70 Jahren mit. "Es macht Spaß, mitzuerleben, wie das Stück gewachsen ist und wie die Menschen über sich hinauswachsen", machte Baumann neugierig.

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