Großenseebach

Eine Eisenfrau mit Organisationstalent

Jochen Brosig vom FSV Großenseebach trifft sich regelmäßig mit Sportlern der Region auf deren Lieblingslaufrunde. Am Wochenende war er mit "Iron Woman" Marion Rossa-Schuster auf deren Lieblingslaufstrecke in und um Forchheim aktiv.
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Ihre Lieblingslaufstrecke führt Marion Rossa-Schuster auch durchs Nürnberger Tor in Forchheim. Foto: J. Brosig
Ihre Lieblingslaufstrecke führt Marion Rossa-Schuster auch durchs Nürnberger Tor in Forchheim. Foto: J. Brosig
Wer regelmäßig bei Laufveranstaltungen in der Region startet, der begegnet interessanten Menschen. Der Querläufer Jochen Brosig trifft sich mit einigen dieser ganz unterschiedlichen Laufsportler auf deren Lieblingsrunde - diesmal mit Marion Rossa-Schuster. In Ebermannstadt beim Fränkische-Schweiz-Marathon ist sie in der Organisation engagiert. Seit 15 Jahren wirkt sie hinter den Kulissen mit, damit die Teilnehmer einen rundum gelungenen Marathontag erleben. Jetzt hat sie sich ihren sportlichen Lebenstraum erfüllt: die Challenge in Roth.

Forchheim. Bayreuther Straße. 6.30 Uhr. Marion ist eine Frühaufsteherin und will der großen Hitze aus dem Weg gehen. "10, 12, 17, 20 oder mehr Kilometer. Die Strecke ist beliebig erweiterbar." So erwartet den Querläufer die leidenschaftliche Krimileserin am Treffpunkt. Das sagt doch schon viel aus über Marion. Je länger, desto besser - bis zum Triathlon in Roth mit einer Zeit von exakt 13 Stunden. Gestartet wird in Richtung Innenstadt. Bald gelangt das Duo ans Nürnberger Tor.

Querläufer: Wie sah dein Laufeinstieg im Jahr 2002 aus?
Marion Rossa-Schuster: Ich hielt mich mit einmal in der Woche Bauch, Beine, Po für sportlich. Jedoch hörten sich die Erzählungen von Marathonstarts im Freundeskreis für mich wie eine Reise zum Mond an. Zwei Arbeitskollegen überredeten mich damals zum VHS-Einsteigerkurs. Mit Aerobic-Schuhen. Ich darf gar nicht dran denken.

Aller Anfang ist schwer. Das fand auch die zweifache Mutter schnell heraus. Ihr Mann Jürgen entpuppte sich als Motivationstalent: "Eher nagel' ich einen Pudding an die Wand, als dass meine Frau einen schnellen Schritt macht." Aber Marion machte einen schnellen Schritt. Die Läufe wurden länger. Schon bald lief sie über eine Stunde und weiter. Die ersten Laufveranstaltungen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Marathon hörte sich plötzlich nicht mehr unmöglich an. Aktuell stehen knapp 30 zu Buche. Was kommt nach einem Marathon? Marion fasziniert die Challenge in Roth. Die Lila-Brücke führt sie und Brosig über den Main-Donau-Kanal.

Dann stand plötzlich die Idee "Triathlon" im Raum?

In Roth zu starten war in den letzten Jahren ein großer Lebenstraum, den ich mir 2018 erfüllen konnte. Davor stand ein langer Weg. Das Abenteuer Triathlon begann für mich mit einem Holland-Rad.

Oft ist sie diese Trainingsstrecke gelaufen. Vorbei an der Schleuse Forchheim und unter dem Frankenschnellweg hindurch Richtung Kellerwald. Ein Kurztriathlon in Kitzingen sollte der Auftakt in Richtung Challenge sein. Kraulen konnte sie nicht, also Brustschwimmen. Das Radtraining absolviert sie noch mit einem Holland-Rad. Beim Wettkampf motiviert sie das Schwimmen mainabwärts. "Fast wäre ich am Ausstieg vorbeigeschwommen." Mit dem leichteren Rennrad fliegt sie den Sulzfelder Berg mit zwölf Prozent Steigung heute fast hoch.

Du hast lange auf Roth hingearbeitet und dann bremst dich eine Verletzung kurz vor dem großen Ereignis aus. Was gab den Anstoß, es erneut zu versuchen?
Roth stand auf meiner To-Do-Liste. Einige Sportkolleginnen haben Roth gefinisht und gemeint, da musst du hin. Und man wird ja nicht jünger ...

Die zwei Läufer erreichen den Kellerwald. Die Fahrgeschäfte des Annafestes stehen inzwischen still. Sie nicht. Lockeren Schrittes überqueren sie das Areal. Marion berichtet über ihre Anfänge beim Fänkische-Schweiz-Marathon (FSM), damals noch als Helferin in der Gepäckaufbewahrung. 2003 wechselte sie in die Organisation. Zusammen mit Lorenz Kaiser besuchte sie Wettbewerbe, um für die Ausrichtung der bayerischen Meisterschaften im Skating gerüstet zu sein. Gute Vorbereitung ist alles, eben wie beim Triathlon. Das Team vom Kultur- und Sportamt des Landkreises um Kulturreferent Toni Eckert versucht, den FSM immer ein bisschen besser zu machen. Marion freut sich über jedes Finish, als wäre es ihr eigenes.

Gibt es jetzt noch ein sportliches Ziel für dich in der Zukunft?
Einfach nur Marathon und Triathlon bis Mitteldistanz. Laufen und Spaß haben.

Im Kellerwald laufen noch die Aufräumarbeiten. Müll wird zusammengekehrt. Das erinnert Marion an den FSM. Kaum ist der letzte Läufer durch, fährt der Besenwagen ein. Hinterher das THW und der Bauhof. Dann geht es immer ganz schnell. Die B 470 wird frei gemacht für den autofreien Sonntag. Das gehörte bisher in den Bereich von Lorenz Kaiser. Marion blickt auf eine lange Zusammenarbeit mit dem "Lenz" zurück.
Ihr zwei wart ein gutes Team ...
Ja, das stimmt. Wir waren sogar ein super Team. Jeder konnte sich stets blind auf den anderen verlassen. Lorenz' Nachfolger Moritz Wenninger hat die Aufgaben aber eins zu eins übernommen, so dass mit Sicherheit auch diesmal alles reibungslos laufen wird.

Am Sonntag, den 2. September, ist es wieder so weit, die 19. Auflage des Fränkische-Schweiz-Marathons geht über die Bühne. Die Strecken von Marathonlauf, Handbike- und Inlineskating-Marathon führen auf der autofreien Bundesstraße 470 tief in das Herz der Fränkischen Schweiz hinein. Ergänzt wird die Veranstaltung durch den Halbmarathon, den Zehn-Kilometer-Lauf sowie den Staffelmarathon. Eins betont Marion immer wieder: "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre der Marathon so gar nicht durchzuführen." Weitere Infos zum FSM gibt es unter www.fs-marathon.deim Internet.

Run happy and smile!
Euer Querläufer


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