Ebensfeld
Ferienprogramm

Eine echte "Antonia" für die Wohnzimmerwand

Auch im Multimediazeitalter wohnt der Malkunst ein Zauber inne, dem sich Kinder gerne öffnen. Das galt zumindest für die Jungen und Mädchen, die unter der Leitung von Elfriede Dauer kleine Werke entst...
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Sorgfalt walten ließ Antonia beim Bemalen ihres Schmuckkärtchens, deshalb nimmt sie hier bewusst den kleinen Finger. Foto: Mario Deller
Sorgfalt walten ließ Antonia beim Bemalen ihres Schmuckkärtchens, deshalb nimmt sie hier bewusst den kleinen Finger. Foto: Mario Deller

Auch im Multimediazeitalter wohnt der Malkunst ein Zauber inne, dem sich Kinder gerne öffnen. Das galt zumindest für die Jungen und Mädchen, die unter der Leitung von Elfriede Dauer kleine Werke entstehen ließen.

Auf dem Tisch im Hof der Pater-Lunkenbein-Schule standen in Vasen mehrere Pflanzenstängel der Gattung "Phacelia". "Diese hübsche Pflanze dürft ihr heute malen", erklärte Dauer den Kindern eingangs und erzählte zunächst kurz, was es mit dem botanischen Gewächs auf sich hat. Wie die Jungen und Mädchen erfuhren, wird die Phacelia nicht umsonst umgangssprachlich auch als "Bienenfreund" bezeichnet, weil sie hohe Mengen an Nektar produziert und somit die nützlichen Brummer anlockt. Nach Fotovorlage wollte Dauer die Kinder nach Möglichkeit nicht malen lassen. Im Vorfeld wurde die Weismainerin bei ihrer Suche nach blühenden Exemplaren in ihrer Heimat am Görauer Anger zum Glück noch fündig, obwohl sich die Blütezeit der Phacelia in der Natur schon dem Ende zuneigt. Die Künstlerin verteilte auf den Tischen schwarzes Pastellpapier. Nach einem Skizzenentwurf als erstem Schritt legten die jungen Teilnehmer dann los.

Der Griff zur Schachtel

Immer wieder wanderte der Blick der Kinder zu den Originalen in den Vasen, um dann wieder zur Schachtel mit den Pastellkreiden zu greifen. Es galt, die blauvioletten, schneckenförmig eingerollten Blütenstände der "Phacelia" aufs Bild zu bannen, die wechselständig angeordneten Blätter und all die weiteren Details der hübschen wie nützlichen Pflanzen künstlerisch zu berücksichtigen. Elfriede Dauer ließ dem künstlerischen Streben der Kinder zum einen freien Lauf, gab aber hier und da freilich auch Unterstützung und wertvolle Tipps: "Für die Blätter vielleicht erst einmal einen helleren Farbton wählen, dunkler machen kann man's immer noch - andersherum wär's schwierig."

Jedem Kind wurde die Zeit gegeben, die es brauchte. Nach und nach kristallisierten sich zehn Bilder heraus. "Jedes ist ein wenig anders, und das ist ja gerade das Schöne", fand Dauer und freute sich mit der sechsjährigen Anna, als diese begeistert "Ich bin fertig" jubelte. "Eine Kleinigkeit fehlt noch - du musst doch dein Bild signieren, du bist ja jetzt eine Künstlerin", sagte Dauer. Das ließ sich Anna nicht zweimal sagen, und kurze Zeit später wusste jeder, wer dieses Bildnis der "Phacelia" geschaffen hatte.

Im zweiten Teil der Ferienaktion erstellten die Kinder Schmuck-Klappkärtchen, die als Tischdeko Verwendung finden können. Hier war künstlerische Freiheit angesagt. Manche wählten den Regenbogen als Motiv, andere ließen eine strahlende Sonne darauf scheinen. Auch hier gaben sich die Jungen und Mädchen sehr naturverbunden.

Am Ende kam das Fixierspray zum Einsatz, damit die Pastellkreide auf den Gemälden nicht verwischt. Und wenn die kleinen Künstler zu Hause die farbenfrohen Werke zeigen, sind diese in den Augen von Mama und Papa mit allem Geld der Welt nicht zu bezahlen. Sie haben keinen Picasso zu Hause an der Wand hängen, dafür etwas viel wertvolleres - einen echten "Fabian" oder eine "Lucy".

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