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Altendorf

Eine Allianz für die Region

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wurden bereits einige Projekte formuliert. Ziel ist nicht nur, die Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben, sondern auch die Region für Touristen attraktiv zu halten.
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Die Beschilderung der Allianz-Gemeinden, hier am Beispiel von Buttenheim, wurde sehr gelobt. Foto: Andrea Spörlein
Die Beschilderung der Allianz-Gemeinden, hier am Beispiel von Buttenheim, wurde sehr gelobt. Foto: Andrea Spörlein

Seit 2017 gibt es die vertiefte interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Haller ndorf. Im Rahmen dieser Allianz Regnitz-Aisch haben die vier Kommunen ein sogenanntes Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) verabschiedet.

Eine Vielzahl von Projekten wurde dort formuliert, darunter etwa der Ausbau von Geh-, Rad- und Wirtschaftswegen, ein gemeinsames Flächenmanagement, die Nutzung erneuerbarer Energien und ein gemeinsames Marketing im Bereich des Tourismus. Begleitet wird die Allianz nach wie vor durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, die diesem Zusammenschluss mit Rat und Tat sowie finanzieller Unterstützung zur Seite steht.

Besucher für die Region gewinnen

Für die Umsetzung dieser Projekte ist Niklas Rhein als ILE-Manager zuständig. Dieser sprach davon, dass mittlerweile viele kleinere Projekte schon gut umgesetzt werden konnten. So kamen unter anderem die Allianz-Gutscheine bei der Bevölkerung und bei den Gewerbetreibenden sehr gut an. Genauso wie die Beschilderung der teilnehmenden Gemeinden mit "Allianz-Stelen" oder der Allianz-Kalender 2019 mit tollen Fotos aus den Allianz-Gemeinden und den bekannten Terminen und den Kirchweihen aus den beteiligten Gemeinden. "Die 10 Highlights der Region" und das interkommunale Gastgeberverzeichnis sollen Besucher für die Region gewinnen.

Die Allianz Regnitz-Aisch setzt sich besonders dafür ein, bestehende Lücken im regionalen und überregionalen Freizeitwegenetz zu schließen und damit den Bürgern und Gästen die Möglichkeit zu geben, die Schönheit der Region entspannt genießen zu können. So befindet sich der Radweg Altendorf-Trailsdorf zurzeit in der finalen Abstimmungsphase.

Ein Immobilienportal, eine Architektenberatung und der Aufbau eines Kernwegenetzes sollen weitere Bausteine sein, um "die Region weiterzubringen und auch den ländlichen Raum für die anstehenden Probleme, wie die Bewältigung der demographischen Veränderungen, fitzumachen". Der Allianz-Manager selbst hat nur ein kleines Budget, mit dem auch nur kleine Maßnahmen gefördert werden können. Für größere Projekts müssen weitere Zuschussgeber gefunden werden.

Mit der Unterstützung des Amts für ländliche Entwicklung kann die ILE Regnitz-Aisch erstmals ein sogenanntes Regionalbudget auflegen. Jährlich stehen der Allianz 100 000 Euro zur Verfügung, pro Allianzgemeinde 25 000 Euro. Das ermöglicht es, im Allianzgebiet bürgerschaftliche Kleinprojekte mit bis zu 80 Prozent der Nettogesamtkosten und damit maximal 10 000 Euro zu fördern. Die Gesamtkosten des Projekts dürfen nicht unter der Bagatellgrenze von 500 Euro und über 20 000 Euro liegen.

Die Auswahl der Kleinprojekte erfolgt durch ein Entscheidungsgremium der ILE-Gemeinden, das sich aus Vertretern regionaler Akteure zusammensetzen soll. Alle ILE-Kommunen haben diesem Regionalbudget bereits zugestimmt und man darf gespannt sein, welche neuen Projekte entstehen. Für Niklas Rhein ist das Regionalbudget eine wichtige Maßnahme, um die Bürgerschaft beim Thema "ILE" besser miteinzubinden.

Innenentwicklung angehen

Vorbereitet wird im Moment ein interkommunales Kompensationsmanagement. Das Thema "Ausgleichs- und Ersatzflächen" ist ein "Dauerbrenner" in den Kommunen, hat aber sicher auch seit dem Volksbegehren zum Artenschutz noch an Bedeutung gewonnen. Da Ausgleichsflächen ihren vollen Nutzen nur entfalten, wenn man auch über Gemeindegrenzen hinwegdenkt, liegt auf der Hand. Eine Bearbeitung auf ILE-Ebene hat sich dadurch angeboten.

Gleichzeitig soll durch die Einrichtung von Ökokonten eine ökologische Verzinsung in Anspruch genommen, der Tausch von Flächen innerhalb der ILE vereinfacht und gleiche Rahmenbedingungen für alle Kommunen geschaffen werden.

Kommunale Sanierungsprogramme für die Ortskerne sollen zu einem weiteren wichtigen Schritt werden, um das Thema der "Innenentwicklung" ernsthaft anzugehen. Damit wird die Möglichkeit gegeben, alle Bürger gleich zu behandeln.

Gibt es doch in einigen Ortsteilen Sanierungsgebiete, in anderen Dorferneuerungsverfahren mit Fördermöglichkeiten für Private, aber in vielen anderen kleinen Ortsteilen keines dieser Instrumente, sodass durch Förderprogramme auch Sanierungswillige in diesen Ortschaften eine Förderung bekommen.

Ab diesem Sommer planen die Gemeinden ausgewählte Veranstaltungen ihrer Ferienprogramme auch für Kinder aus den anderen ILE-Gemeinden zu öffnen, sodass erstmals ein "Allianz Ferienprogramm" angeboten werden soll.