Bamberg
Aufgegabelt

Ein Zeugnis der Gastfreundschaft

MICHAEL MEMMEL Nach Ihrem Parken zu urteilen, sind Sie ein völlig wertloser Zeitgenosse. Da Sie ohne Rücksicht auf dem von den Anwohnern bezahlten Parkplatz parken, entsteht der Menschheit keinerlei W...
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MICHAEL MEMMEL

Nach Ihrem Parken zu urteilen, sind Sie ein
völlig wertloser Zeitgenosse. Da Sie ohne Rücksicht auf dem von den Anwohnern bezahlten Parkplatz parken, entsteht der Menschheit keinerlei Wert aus Ihrem Weiterleben." Dieses "Zeugnis der Bamberger Gastfreundschaft" entdeckte eine junge Frau als gedruckte Nachricht unter dem Scheibenwischer ihres Autos.
Sie hatte spät abends "aus Versehen" - wie ihre Mutter an uns schreibt - ihr Auto auf einem Anwohnerparkplatz in der Nähe der Heiliggrabstraße abgestellt. Dabei wisse sie eigentlich um die schwierige Parkplatzsituation und achte normalerweise darauf, niemanden zu stören. "Uns hat der Hass und die Aggression erschüttert, die aus dem Pamphlet sprechen", erklärt die Mutter. Sie wertet die Nachricht als Indiz dafür, "wie der Umgang miteinander zunehmend von völlig überzogenen negativen Reaktionen beherrscht wird". Andere werden aus dem Text eine gehörige Portion Frust des Verfassers herauslesen. Das möge jeder für sich selbst beurteilen.
Was der Nachricht allerdings nicht vorgeworfen werden kann, ist, dass sie unkreativ und nicht lösungsorientiert wäre. Schließlich schließt sie mit einer eindeutigen Handlungsempfehlung: "Sie sollten ihren Wagen verkaufen, den Erlös wohltätigen Zwecken zuführen und sich selbst den Raubtieren von Hagenbeck zum Fraß vorwerfen."
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