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Eltmann

Ein Zeichen und Denkmal gesetzt

Der Verein für Heimatgeschichte Eltmann erinnert mit einem Marterl an diese außergewöhnlichen Zeit.
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Ein Spruch an einer Hauswand in der Eltmanner Vorstadt erinnert an die Zeit der Inflation.
Ein Spruch an einer Hauswand in der Eltmanner Vorstadt erinnert an die Zeit der Inflation.
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Jede Krise hat eine Stadt geprägt. An einer Hauswand in der Eltmanner Vorstadt steht in Stein gemeißelt der Satz:

"In teurer Zeit dies Haus entstand, dafür sei Gott dem Herren Dank". Dieser Spruch soll an die Inflation erinnern, in der dieses Haus mit viel Geld und in großer Not gebaut wurde.

An der Rückseite des Eltmanner Marktplatzbrunnens mit seinem Nepumuk steht am Sockel der Schriftzug: "Eines Frevlers Geist war es, der dich zerschlug (Hl. Nepumuk), er brachte auch fürs Volk nur Lug und Trug. Die Spenden aus Arbeiter-, Bauer- und Bürgerhand schafften dir wieder den alten Stand. Dafür sei allen Dank! Wilhelm Hußlein, Bürgermeister." Auch dieser Spruch darf nicht vergessen werden und erinnert an die damaligen Verhältnisse im Zweiten Weltkrieg.

Ein Hoffnungsträger

Nun steht unser Land nahezu still, und wiederum verändert sich die gesamte Welt um uns herum. Der jetzigen Situation angepasst setzt der Verein für Heimatgeschichte Eltmann ein Denkmal, einen Bildstock mit den Worten: "Maria Behüte unsere Heimat VfH 2020"

Am 2. April wurde im Garten des Amtsgerichts im Herzen der Stadt Eltmann ein Sandsteinrelief aufgestellt, das eigentlich - anders als nun gedacht - ein sichtbares Zeichen unserer fränkischen Heimat werden sollte. Doch in Zeiten von Corona hat sich der Verein dazu entschlossen, mit diesem nahezu 250 bis 280 Jahre alten Bildstock, im Volksmund auch Marterl, "Marterla" oder "Märterla" genannt, der die Krönung Mariens darstellt, an die aktuelle ungewisse Zeit zu erinnern. Der Bildstock soll somit ein Denkmal und gleichsam ein Hoffnungsträger für die Heimatstadt Eltmann sein.

Für alle zugänglicher Standort

Das Marterl, das sich vorher in der Mainstraße befunden hatte, war dem Verein für Heimatgeschichte überlassen worden. Und bevor der schöne Bildstock im Museumsdepot verstaubt oder gar vergessen wird, hat sich der Vorstand des Vereins dazu entschlossen, einen neuen und für alle zugänglichen Standort zu suchen. Mit freundlicher Unterstützung seitens der Stadt Eltmann mit ihrem Bürgermeister Michael Ziegler einigte sich der Verein auf den Garten des Amtsgerichts im Herzen der Stadt Eltmann, am Marktplatz.

Fachmännisch restauriert

Der Bildstock wurde von der Firma Heil aus Kirchaich fachmännisch restauriert und mit einem neuen Sockel ergänzt. Es war angedacht, den Bildstock mit der Bevölkerung in einem Festakt mit kirchlichem Segen zu feiern. Doch in Zeiten von Zuhausebleiben, Abstandhalten und Händewaschen-nicht-vergessen wird der Verein für Heimatgeschichte Eltmann die Einweihung des Bildstocks ins Jahr 2021 verlegen und bis dahin Maria um ihren Beistand bitten.

Allen Menschen, die dazu beitragen, unser Heimatland aufrechtzuerhalten, und dafür Zeichen setzen, gilt ein herzliches Dankeschön des Vereins für Heimatgeschichte, der den Zusammenhalt in dieser Zeit beschwört: "Heimatland - Frankenland - gemeinsam sind wir stark!" red