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höchstadt.inFranken.de  Am Staatlichen Berufsschulzentrum in Höchstadt wurden 63 Absolventen verabschiedet.

Ein wichtiger Schritt auf dem Lebensweg

Verabschiedet wurden am Donnerstagabend 63 Absolventen des Staatlichen Berufschulzentrums in Höchstadt in den Bereichen Ernährung und Versorgung, Kinderpflege, Sozialbetreuung und Pflegefachhelfer sow...
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Die Absolventen der Berufsintegrationsklassen haben den mittleren Schulabschluss errungen.
Die Absolventen der Berufsintegrationsklassen haben den mittleren Schulabschluss errungen.
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Verabschiedet wurden am Donnerstagabend 63 Absolventen des Staatlichen Berufschulzentrums in Höchstadt in den Bereichen Ernährung und Versorgung, Kinderpflege, Sozialbetreuung und Pflegefachhelfer sowie aus der Berufsintegrationsklasse, welche zum Großteil aus Flüchtlingen besteht. Diese erhalten ihr Zeugnis erst in einer Woche, absolvierten sie doch keine Berufsausbildung, sondern errangen den mittleren Schulabschluss.

Gudrun Gumbrecht, stellvertretende Direktorin, ließ es sich nicht nehmen, Winston Churchill zu zitieren: "Es ist leichter, eine Nation zu regieren, als Kinder zu erziehen." Man merkte ihr an, dass es ihr nicht leichtfiel, die jungen Menschen ins Leben zu entlassen. "Der Anlass, der uns heute zusammengeführt hat, ist immer derselbe, aber die Menschen sind immer anders", sagte sie mit ein wenig Wehmut in der Stimme.

Landrat Alexander Tritthart (CSU) hob in seiner Rede das Thema Bildung hervor: "Bildung hatte schon immer höchste Priorität und wird auch weiterhin höchste Priorität haben." "Die Berufe, die sie ergreifen, wird es immer geben, werden immer gebraucht werden", ergänzte er.

Ralph Reichert, selbst Vater einer Absolventin, sinnierte über sein ehemals kleines Mädchen, dann überreichte er den Lehrern zwei Flaschen Wein und eine Packung Oblaten. Als Anspielung auf das Wochenende, welches sie in einem Kloster verbracht hatten: "Wenn Sie die nächsten Exerzitien begehen, denken Sie an uns."

Die Marotten der Lehrer

Auch die Schüler selbst kamen zu Wort und dankten ihren Lehrern mit Blumen. Nur der stellvertretende Direktor Marco Denk erhielt zu dem Pflanzengruß noch ein Fläschchen Single Malt Highland Whiskey. Das Programm gestalteten die Schüler selbst. Besonders der Jahresrückblick in Form einer Bilder- und Videoshow zeigte, dass es leichter sein dürfte, einen Sack Flöhe zu hüten als eine Horde ausgelassener Jugendlicher. Das Highlight war jedoch das Handpuppenspiel, in dem sie die Macken und Marotten ihrer Lehrer aufs Korn nahmen. So mancher Lehrer dürfte sich spontan wiedererkannt haben.

Mit einem Notendurchschnitt von 1,14 war Alina Mayer aus Herzogenaurach Jahrgangsbeste. Neben dem Staatspreis und einem Buch erhält sie 500 Euro. Auf Nachfrage, was sie denn nun mit ihrer Ausbildung anfangen will, erwiderte sie, dass der nächste Schritt das Absolvieren der 12. Klasse in der Berufsfachschule in Nürnberg sei, da diese Klasse hier nicht angeboten werden könne. Im Anschluss daran geht sie auf das Staatsinstitut in Ansbach, mit dem Ziel, danach als Fachlehrerin im Bereich Kochen und Werken unterrichten zu können.

Ebenfalls einen Buchpreis erhielten Melanie Gebhardt aus Frauenaurach mit einem Notendurchschnitt von 1,20 sowie Stefanie Ehrlinger aus Dechsendorf mit einem Durchschnitt von 1,50. Buchpreise der Schule erhielten Azizullah Husseini, Johanna Wehr, Lea Linka, Julia Schwarz, Simona Meyer, Lisa Riegelein und Nina Seeberger. Bei den Berufsintegrationsklassen schnitt Toni Asber aus Syrien mit einem Notendurchschnitt von 1,0 als Bester ab, dicht gefolgt von Diallo Cellou aus Guinea mit einem Durchschnitt von 1,20. Auch sie erhielten einen Buchpreis für ihre Leistung. Gumbrecht gab "ihren" Kindern noch ein "Lassen Sie Ihre Fantasie weder verkümmern noch verschütten" mit auf den Weg und zitierte dazu Albert Einstein: "Fantasie ist wichtiger als Wissen." Britta Schnake

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