Königsberg in Bayern
... Königsberg 

Ein Urlaubstag in...

Manchmal kann sich schon ein einziger Tag Auszeit wie Urlaub anfühlen. Das fränkische Magazin Landmadla zeigt in einer kleinen Serie, wo das in Franken besonders gut geht.
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Friederike Stark

Mal rauskommen aus dem gewohnten Umfeld, etwas anderes sehen, Neues entdecken. Dazu muss man gar nicht weit fahren, auch in der Heimat kann man einfach mal einen tollen Urlaubstag verbringen. Zum Beispiel in den Haßbergen, genauer gesagt in Königsberg in Bayern.
Am besten ist die Anreise mit dem Auto nach Königsberg. Eine gute Parkmöglichkeit befindet sich südlich der Altstadt auf dem "Bleichdamm" neben der Stadthalle (Altershäuser Straße Richtung Innenstadt). Im Norden der Kleinstadt liegt das Sportgelände, an dem es weitere Parkplätze (auch für Wohnmobile) gibt. Beide Parkplätze sind nur 5 Minuten Fußweg von Königsbergs zauberhafter Altstadt entfernt.

9 Uhr: Hier liegt auch der Startpunkt unserer Tour. Um gestärkt in den Tag zu starten, genehmigen wir uns erst mal ein Frühstück.

11 Uhr: Im Anschluss lohnt ein Spaziergang durch die Altstadt Königsbergs. Da während des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) Königsberg durch Brandkatastrophen fast vollständig zerstört wurde, prägen heute überwiegend Gebäude aus dem 17. Jahrhundert das Stadtbild. Die unterfränkische Kleinstadt ist daher bekannt für ihre gut erhaltenen, meist mehr als 300 Jahre alten Fachwerkhäuser. Das Fachwerkhausensemble am zentralen Salzmarkt beispielsweise steht komplett unter Denkmalschutz. Dort steht auch ein Denkmal für den 1436 in Königsberg geborenen Regiomontanus (lateinisch für "Der Königsberger"). Der Wissenschaftler, der mit bürgerlichen Namen Johannes Müller hieß, war ein bedeutender Mathematiker und Astronom des Spätmittelalters. Er ist, neben drei weiteren für Königsberg bedeutenden Persönlichkeiten, eine Figur des täglich ertönenden Glockenspiels am Rathaus - auch das eine Sehenswürdigkeit der Stadt (täglich um 11.30 Uhr und 15.40 Uhr).

12 Uhr: Nach so viel Stadtgeschichte geht es nun in die Natur - hoch zur Burgruine Königsberg auf den Schlossberg. Der Fußmarsch auf den Schlossberg dauert von der Altstadt aus keine viertel Stunde. Die Burgruine kann jedoch auch mit dem Auto angefahren werden.
Oben angekommen wird man belohnt mit einem weiten Ausblick auf die Haßberge. Die Schlossberg Gaststätte im historischen Innenhof lädt zur Einkehr ein. Die Burg auf dem Schlossberg wurde mutmaßlich im Jahr 1168 auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas erbaut und fand bereits im 12. Jahrhundert ihre erste urkundliche Erwähnung. Die Burg hatte alle Kriege ohne Zerstörung überstanden, wurde jedoch 1754 aufgegeben und verfiel zusehends. Doch die seit 1921 bestehende "Schlossberggemeinde" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Burgruine instand zu halten.

13.30 Uhr: Vom Schlossberg ausgehend hat man nun mehrere Möglichkeiten, je nach Zeit und Lust. Denn von hier oben aus führen verschiedene historische Wanderwege zu landschaftlich schönen Aussichten. Wir entscheiden uns hier für eine Wanderung nach Unfinden, einem Ortsteil Königsbergs. Wir laufen den ausgeschilderten Naturerlebnispfad entlang, der uns zum Rennweg bringt, dem wir bis zur Urwiese folgen.
Nun geht es auf dem Fußpfad auf der rechte Seite weiter und dann den romantischen Hohlweg entlang. Ein Abstecher zum Huthäuschen mit Aussichtspunkt lohnt sich. Schließlich kommen wir an Weinbergen vorbei in das Wein- und Fachwerkdorf Unfinden.

15.30 Uhr: Der Ort wurde vom Landesamt für Denkmalschutz in die Liste der besonders schutzwürdigen Ensembles aufgenommen. Das Ganerbendorf besticht durch imposante Fachwerkbauten mit zahlreichem Wappenschmuck und ist Teil der Straße der Fachwerkromantik, die sich durch den Naturpark Haßberge zieht.
Eine Besonderheit in dem kleinen Ort ist das Brauhaus in Unfinden. Nach über 50 Jahren Pause wurde es durch die fleißigen Helfer restauriert und 2008 wieder in Betrieb genommen. Hier wird regelmäßig etwa viermal im Jahr das "Üflder Hausbraubier" gebraut.

17 Uhr: Zu guter Letzt lohnt sich eine Einkehr in einer echten Heckenwirtschaft in Unfinden, nach der man sich ein letztes Mal an diesem Tage die Beine auf dem Gehweg entlang der Straße nach Königsberg, zurück zum Auto, vertreten kann.
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